F Fußball-WM 2018

Kampf ums Finale: Luka Modric (links) und Harry Kane wollen ihre Teams ins Endspiel führen. © APA/afp / ADRIAN DENNIS, FRANCK FIFE

Wer folgt Frankreich ins Finale? Kroatien und England träumen

Während es für England nach dem Titel 1966 die 2. Finalteilnahme wäre, träumt Kroatien vom ersten Endspiel in der Geschichte des Landes.

Die Fußballwelt blickt heute Abend auf das Luschniki-Stadion in Moskau. Im Olympiastadion messen sich ab 20 Uhr (Live im SportNews-Ticker) Kroatien und England. Das „Mutterland des Fußballs“ sehnt sich seit langem nach einem großen WM-Erfolg. Letztmals stand England 1966 bei der Heim-WM im Endspiel. Dort krönte man sich mit einem Sieg über Deutschland (4:2 n.V) zum ersten und bisher einzigen Mal zum Weltmeister. Damals war unter anderem der legendäre Wembley-Treffer von Geoff Hurst zum 3:2, ein Tor, das keines war, mitentscheidend für den Sieg.

Kroatien hingegen stand noch nie in einem Endspiel der Fußball-WM. Zuletzt schaffte man vor 20 Jahren in Frankreich den Einzug ins Halbfinale. Gegen Frankreich mussten sich die Kroaten 1998 mit 2:1 geschlagen geben, im Spiel um Platz 3 behielten Davor Suker und Co. gegen die Niederlande mit 2:1 die Oberhand und feierten den bisher größten WM-Erfolg.

Diesmal wollen Luka Modric und Co. einen draufsetzen. Ganz Kroatien träumt vom Sieg gegen England. Seit dem erfolgreichen Viertelfinale mit einem Sieg im Elfmeterschießen über Gastgeber Russland befindet sich ein ganzes Land im Freudentaumel. Aber auch in England ist herrscht spätestens seit dem Viertelfinal-Sieg über Schweden der Ausnahmezustand.

Für die Buchmacher geht England als leichter Favorit ins Spiel. Beide Teams galten vor dem Turnier als Geheimfavoriten, beide haben dies bisher mehr als erwartet bestätigt. So kurz vor dem Ziel haben sie dann trotzdem was zu verlieren, aber doch auch sehr viel zu gewinnen.

Das spricht für Kroatien

In Luka Modric hat das Team von Trainer Zlatko Dalic den vielleicht herausragenden Spieler dieser WM. Alle Angriffe laufen über den klugen und laufstarken Ballverteiler von Real Madrid, der mit Barcelona-Star Ivan Rakitic noch einen absoluten Weltklasse-Mann neben sich hat.

Im Angriff verfügt der WM-Dritte von 1998 über eine gute Mischung: den abgezockten früheren Bayern-Profi Mario Mandzukic, den wuchtigen Ante Rebic von Eintracht Frankfurt und den Hoffenheimer Andre Kramaric, der auf engstem Raum eine Lücke findet. In der Defensive sind Dejan Lovren (FC Liverpool) und Domagoj Vida (Besiktas Istanbul) zwei mit allen Wassern gewaschene Innenverteidiger.

Das spricht für England

Die Engländer haben ihren Fußball überarbeitet, die Einflüsse ausländischer Top-Trainer wie Pep Guardiola oder Jürgen Klopp eingebunden. Sie haben viele kleine Blöcke in ihren Team, zuletzt standen je drei Spieler von Manchester City und Tottenham Hotspur sowie zwei von Manchester United in der Startelf. Und nach der Ära dominanter, aber erdrückender Leader wie John Terry, Steven Gerrard oder Frank Lampard stellen sie nun ein echtes Kollektiv.

Sie haben in Jordan Pickford endlich einen richtig guten Torhüter, in Harry Kane einen zuverlässigen Torjäger und sie können inzwischen sogar Elfmeterschießen und haben auch keine Angst mehr davor. Da sie erst eines bestreiten mussten, haben sie eine Verlängerung weniger in den Knochen als die Kroaten. Auch das sehen sie als großen Vorteil.

Die Statistik

Obwohl die Kroaten eine noch nicht einmal 30-jährige Verbandsgeschichte haben, sind beide Teams schon sieben Mal aufeinandergetroffen. Fünf Partien davon waren Pflichtspiele, aber noch keines fand bei einer WM statt. Bei einer EM-Endrunde begegneten sie sich nur 2004 am letzten Gruppenspieltag. Kroatien führte durch Niko Kovac, England gewann unter anderem durch zwei Tore von Wayne Rooney mit 4:2 und kam weiter. Je einmal verdarben sich beide Turnier-Teilnahmen. England verpasste durch ein 2:3 im letzten Gruppenspiel in Kroatien das Ticket für die EM 2008. Und verwehrte Kroatien zwei Jahre später durch ein 5:1 im direkten Vergleich im drittletzten Spiel

Autor: am/dpa