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Stein des Anstoßes: Die weiß-rot-weiße Fahne von Belrus. Sie wurde aus politischen Gründen anstelle der Nationalflagge gehisst. © Twitter / M. Stakis

Flaggen-Eklat in Riga: Die Eishockey-WM hat einen Skandal

Schon im Winter sorgte Renè Fasel durch die Umarmung mit Alexander Lukaschenko für Auffuhr, jetzt hat der Chef des Eishockey-Weltverbands IIHF erneut seine Nähe zum „letzten Diktator in Europa“ unterstrichen – und die Eishockey-WM in Lettland hat ein Flaggen-Gate.

Der Name Martin Stakis dürfte den wenigsten Eishockey-Fans ein Begriff sein. Doch mit einem Schlag ist der Bürgermeister von Riga in aller Munde. Er widersetzte sich nicht nur der belarussischen Regierung in Minsk, sondern auch dem Eishockey-Weltverband, der die WM in seiner eigenen Stadt ausrichtet. Der Grund für die Aufregung: eine Flagge.


Am Pfingstmontag setzte Stakis und die lettische Regierung ein Statement. Gemeinsam mit Außenminister Edgars Rinkevics nahm der Bürgermeister die offizielle belarussische Flagge (grün-rot) vom Masten und hisste die weiß-rot-weiße ehemalige Fahne von Belarus. Während den massiven Protesten gegen Lukaschenko im vergangenen Winter hat sich die belarussische Oppsition auf die historische Fahne von Belrus besonnen. Seitdem gelten Weiß-Rot als die Farben der Unterdrückten und der Freiheits-Bewegung in dem osteuropäischen Land, das von Lukaschenko mit harter Hand regiert wird.

Gemeinsam mit Außenminister Edgars Rinkevics hisste der Bürgermeister von Riga die weiß-rot-weiße Flagge.

Die weiß-rote Flagge hatte Stakis von politischen Flüchtlingen aus Belarus überreicht bekommen, mit der Bitte, sie durch die Nationalfahne zu ersetzen. Stakis schrieb zu der Aktion in den Sozialen Medien: „Wir unterstützen die Menschen in Belarus. Die Nationalflagge des Landes steht für Staatsterror, deshalb haben wir sie ersetzt. Free Belarus!“
IIHF reagiert erbost, prallt aber ab
Die Antwort der IIHF ließ nicht lange auf sich warten. Noch am Montagabend flatterte ein Brief in das Rathaus von Riga, unterschrieben von Präsident Fasel und dem kanadischen Vizepräsident Luc Tardif. Darin fordern die beiden den Bürgermeister dazu auf, die weiß-rot-weiße Flagge zu entfernen und wieder die Nationalfahne von Belarus zu hissen. „Mit großer Verwunderung haben wir von ihrer Aktion und die politischen Statements gegen IIHF-Mitglied Belarus erfahren. Wir fordern Sie auf, unverzüglich wieder die belarussische Nationalflagge zu hissen. Es verbietet sich, die IIHF mit politischen Statements in Verbindung zu bringen.“
„Wir stehen den Menschen, die nach Freiheit streben und nicht einem Diktator bei. Wir werden die IIHF-Fahnen entfernen.“
Martin Stakis, Bürgermeister von Riga

Doch Stakis denkt nicht daran, dem Druck von IIHF nachzugeben – im Gegenteil. Am Dienstagvormittag ließ der Bürgermeister von Riga verlauten: „Die IIHF hat uns aufgefordert, die weiß-rot-weiße Fahne mit jener des Regimes zu ersetzen – oder die IIHF-Fahnen zu entfernen. Wir haben uns für eine Seite entschieden. Wir stehen den Menschen, die nach Freiheit streben und nicht einem Diktator bei. Wir werden die IIHF-Fahnen entfernen.“ Dazu machte er den Brief von Fasel und Tardif öffentlich.
Diplomatischer Eklat als Folge
Das Flaggen-Gate hat währenddessen einen diplomatischen Eklat zur Folge. Der belarussische Außenminister wies sämtliche Botschaftsmitglieder aus Lettland aus. Die lettische Regierung zog nach und verbannte die belarussischen Botschafter aus dem Land. Belarus hatte zuletzt eine Flugzeuglandung in Minsk erzwungen, um den Blogger Roman Protasevich festnehmen zu können. Die EU sperrte daraufhin sämtliche Flughäfen für belarussische Maschinen.

Schlagwörter: Eishockey

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