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Justin Fazio musste sieben Mal hinter sich greifen. © HHOF-IIHF Images

Zweistellig: Kasachstan deklassiert Italien

Trotz eines über 40 Minuten ordentlichen Auftritts hat Italien am Samstagmittag bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in Lettland nicht nur die fünfte Niederlage in Folge bezogen, sondern gleichzeitig auch ein Debakel sondergleichen erlebt.

Coach Giorgio De Bettin hatte vor dem Spiel ausdrücklich vor den Kasachen gewarnt, ihnen die Favoritenrolle zugeschoben. Nicht ohne Grund, hatte doch der Aufsteiger mit den Siegen gegen Deutschland, Lettland und den Weltmeister Finnland im Turnierverlauf für Aufsehen gesorgt. Das mit Doppelstaatsbürgern gespickte Team bestätigte diesen starken Eindruck am Samstag und bezwang auch Italien, das im letzten Drittel völlig zusammenbrach, haushoch mit 11:3.


Das Spiel hätte aus Sicht des Teams von De Bettin nicht schlechter beginnen können: Die Azzurri wirkten schläfrig, ließen ihrem Gegner viel zu große Freiräume – und agierten darüber hinaus disziplinlos. Als Stefano Giliati, der mehrmals negativ auffiel, in der Kühlbox saß, nutzte der von Curtis Valk in Szene gesetzte Roman Starchenko die ungenügende Raumaufteilung des Blue Teams aus und brachte sein Team in Führung. Gerade einmal 132 Sekunden waren zu diesem Zeitpunkt verstrichen. Auf eine Reaktion Italiens warteten die Zuschauer vor den Bildschirmen zunächst vergebens, erst als Kasachstan seinerseits Strafen kassierte, fand das Blue Team allmählich ins Spiel. Große Möglichkeiten, wie etwa jene von Daniel Frank, der zwei Mal an Kasachstan-Goalie Nikita Boyarkin hängen blieb, waren aber rar gesät. Dabei taten sich vor den Azzurri teils große Räume auf, allerdings wussten Anthony Bardaro & Co. mit diesen herzlich wenig anzufangen.

Miceli gleicht aus
Mit dem Gewissen, dass gegen diesen Gegner Punkte möglich sind, spielten die Azzurri nichtsdestotrotz mutig nach vorne und belohnten sich kurz nach Wiederbeginn mit dem Ausgleich: Kasachstan schaffte es in der 25. Minute nicht, sich zu befreien. Der Puck kam im Slot zu Alex Petan, dessen Backhand-Abschluss zunächst auf der Kelle von Angelo Miceli und nach einer schönen Bewegung im kasachischen Tor landete. Nun war Italien endgültig im Spiel und für kurze Zeit sogar die bessere Mannschaft. Nur wenige Augenblicke nach dem 1:1 verpasste Daniel Glira die große Chance auf die Führung. Dies rächte sich, denn die Kasachen ließen sich nicht zweimal bitten und stellten mit einem Doppelschlag die Weichen auf Sieg: Zuerst erzielte Yegor Pethukov mit einer schön herausgespielten Kombination das 2:1, ehe Yevgeni Rymarev mit einem haargenauen Schuss aus spitzem Winkel Justin Fazio überraschte – 3:1 hieß es nach 40 Minuten.

Die Azzurri erlebten einen rabenschwarzen Tag. © HHOF-IIHF Images


Die Vorentscheidung fiel, als der auffällige Nikita Mikhailis in der 42. Minute, wiederum im Powerplay, das 4:1 besorgte. Zwar verkürzte Peter Hochkofler nur zwölf Sekunden später durch einen Nachschuss, infolgedessen brachen jedoch alle Dämme: Valk und zwei sehenswerte Treffer von Artyom Likhotnikov hievten das Resultat auf 7:2 in die Höhe. Nach diesen Treffern räumte Fazio seinen Posten, der erst 20-jährige Davide Fadani nahm seinen Platz ein. Er sah, wie Alex Petan neuerlich verkürzte, aber auch wie Panyukov den 5-Tore-Abstand kurze Zeit später wieder herstellte. Die Schlusspunkte in einem unerklärbaren Schlussdrittel setzten Starchenko, Victor Svedberg und Yegor Shalapov, die das zweistellige Endresultat perfekt machten.

>>> Den kompletten Spielverlauf gibt es hier zum Nachlesen <<<

Für Italien gilt es, diese Schmach schnell zu vergessen. Bereits am Sonntag (15.15 Uhr live im SportNews-Ticker) steht das Duell gegen Kanada auf dem Programm.
Italien – Kasachstan 3:11
Italien: Fazio (Fadani); Trivellato-Pietroniro, Spornberger-Glira, Casetti-Miglioranzi, Marchetti-Gios; Frank-Petan-Miceli, Frigo-Bardaro-Gander, Giliati-Andergassen-Hochkofler, Deluca-Pitschieler-Magnabosco
Coach: De Bettin

Kasachstan: Boyarkin (Shutov); Dietz-Maklyukov, Blacker-Svedberg, Stepanenko-Shalapov, Pethukov-Asetsov; Shevchenko-Sagadeyev-Akolzin, Starchenko-Valk-Mikhailis, Rymarev-Shestakov-Shin, Savitsky-Likhotnikov-Panyukov
Coach: Mikhailis

Tore: 0:1 Starchenko (2.12), 1:1 Miceli (24.37), 1:2 Petukhov (32.31), 1:3 Rymarev (34.59), 1:4 Mikhailis (41.31), 2:4 Hochkofler (41.43), 2:5 Valk (46.12), 2:6 Likhotnikov (47.01), 2:7 Likhotnikov (49.46), 3:7 Petan (50.59), 3:8 Panyukov (54.38), 3:9 Starchenko (56.07), 3:10 Svedberg (57.44), 3:11 Shalapov (59.52)


Die Tabelle:
Pos. Land Spiele Punkte
1. Finnland 5 13
2. USA 5 12
3. Kasachstan 6 10
4. Deutschland 5 9
5. Lettland 5 8
6. Kanada 5 6
7. Norwegen 6 5
8. Italien 5 0

Schlagwörter: Eishockey

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