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Im Duell zwischen Bozen und Klagenfurt ging es mitunter hitzig zu. © Vanna Antonello

Finalauftakt zum Vergessen: HCB geht zu Hause unter

Damit hätte wohl niemand gerechnet: Der HCB Südtirol Alperia wurde am Sonntag zum Auftakt der Finalserie gegen den Klagenfurter AC in der heimischen Eiswelle ordentlich abgewatscht.

Mit großen Erwartungen war der HCB in die finale Serie gegen den KAC gestartet. Am Ende der ersten 60 Minuten steht jedoch ein Ergebnis zu Buche, bei dem sich manch ein Bozner Fan wohl verdutzt die Augen reiben muss: 0:6 gingen die Foxes gegen die Kärntner unter – die höchste Niederlage in der laufenden Saison. Jetzt heißt es: Aufstehen, Mund abwischen und den Blick nach vorne richten. Denn bereits am Dienstag steht in Klagenfurt das nächste Spiel der Best-of-7-Serie an.


Am Sonntagabend lief bei den Boznern nichts zusammen. Der bärenstarke Kontrahent aus Klagenfurt, aus dessen Reihen besonders der Liga-Topscorer und Dreifachtorschütze Nick Petersen herausragte, war fast immer einen Schritt schneller, energischer in den Zweikämpfen und eiskalt im Abschluss. Bei Bozen machten sich dagegen die Absenzen zahlreicher Stammkräfte bemerkbar.

In der Offensive fehlten der Spielwitz, die Unberechenbarkeit und auch die Härte von Dustin Gazley (für ihn kam ein Comeback am Sonntag noch zu früh), Mike Halmo, Dominic Alberga und Marco Insam mehr denn je, in der Defensive wurde mitunter auch die Erfahrung von Karl Stollery vermisst. Und zu allem Überfluss erlebte auch noch der ansonsten so solide Goalie Leland Irving einen schwarzen Tag: Ausgerechnet an seinem 33. Geburtstag gab er bei mehreren Gegentreffern keine gute Figur ab.

HCB nach Irving-Patzer in Schockstarre
Bozen hatte mit der Spielweise der Klagenfurter von Beginn an seine Schwierigkeiten. Die Kärntner standen in der Defensive sehr sicher und ließen die HCB-Stürmer kaum zur Entfaltung kommen. Auf der Gegenseite wurden Nick Petersen & Co. mit schnellen Gegenstößen immer wieder brandgefährlich und waren den Boznern meist einen Schritt voraus. Der Führungstreffer nach elf Minuten war deshalb nicht unverdient, auch wenn er sehr glücklich zustande kam. Martin Schumnig tankte sich auf rechts durch und spielte in die Mitte, wo der Puck kurz vor HCB-Goalie Leland Irving ungünstig aufsprang und über den Schoner des Kanadiers ins Netz flog. Der Bozner Rückhalt sah dieses Mal nicht gut aus.

HCB-Goalie Leland Irving erlebte keinen guten Tag. © APA / EXPA/JOHANN GRODER


Die Reaktion der Foxes ließ auf sich warten. Auch im zweiten Abschnitt war von einem Bozner Sturmlauf zunächst nichts zu sehen, dafür diktierte Klagenfurt weiter das Geschehen und hielt Irving mit zahlreichen Abschlüssen auf Trab. Eine unscheinbare Aktion führte schließlich zum 2:0 der Österreicher: Schumnigs Schuss wurde von Petersen abgefälscht, aber von Gleason Fournier für den geschlagenen Irving noch von der Linie gekratzt – so hatte es zumindest den Anschein. Die Aktion lief weiter und erst bei der nächsten Unterbrechung sahen sich die Referees das Ganze noch einmal genauer an. Das Ergebnis: Das Spielgerät war deutlich hinter der Linie, 2:0 für den KAC.
Youds und Frigo mit den besten Chancen
Jetzt ging erstmals ein Ruck durch den HCB, der mit Ben Youds und Luca Frigo zwei erstklassige Chancen vorfand. Der US-Amerikaner scheiterte nach genialem Brett-Findlay-Pass jedoch am herausragenden Sebastian Dahm (und wartet somit weiter auf sein erstes Saisontor), der Italiener zeigte vor dem KAC-Goalie ebenfalls Nerven, als er alleine auf das Tor zulief. Die Strafe folgte auf dem Fuß: Nick Plastino hatte in der Kühlbox gerade erst Platz genommen, da feuerte Petersen im Powerplay eine Rakete ab und jubelte über das 3:0.

Klagenfurt bejubelt seinen Dreifachtorschützen Nick Petersen (Nr. 8). © Vanna Antonello


Der HCB versuchte sich zwar aufzubäumen, richtig gefährlich wurde das Team von Chefcoach Greg Ireland, der seinen „Aushilfskräften“ Patrick Tomasini und Diego Glück keine Eiszeit gewährte, jedoch nicht. Und so baute Klagenfurt in den letzten Spielminuten die Führung weiter aus: In der 49. Minute tanzte Lukas Haudum durch die Bozner Defensive, wurde dabei mehr bestaunt als angegriffen und traf im zweiten Versuch zum 4:0. Es kam aber noch schlimmer: Zunächst traf Thomas Hundertpfund durch die Beine von Irving zum 5:0, dann machte Petersen mit einem trockenen Schuss seinen Hattrick perfekt und das halbe Dutzend voll. 6:0 im ersten Finalspiel – das hat es in der Liga-Geschichte noch nie gegeben.

Das komplette Spiel zum Nachlesen gibt es in unserem Liveticker.
ICE-Finale, Spiel 1
HCB Südtirol Alperia – Klagenfurter AC 0:6

HCB:
Irving (Fazio); Robertson-Youds, Tauferer-Plastino, Fournier-Di Perna, Pietroniro; Frigo-Catenacci-Bardaro, Frank-Findlay-Miceli, Giliati-Bernard-Deluca, Tomasini-Pitschieler-Glück
Coach: Greg Ireland

KAC: Dahm (Madlener); Strong-Schumnig, Steffler-Vallant, Unterweger-Gregorc, Kernberger-Cijan; Bischofberger-Hundertpfund-Witting, Ganahl-Ticar-Petersen, Fraser-Koch-Kaudum, Stefan Geier-Manuel Geier-Obersteiner
Coach: Petri Matikainen

Tore: 0:1 Martin Schumnig (11.28) , 0:2 Nick Petersen (28.20), 0:3 Nick Petersen (38.01), 0:4 Lukas Haudum (48.30), 0:5 Thomas Hundertpfund (50.18), 0:6 Nick Petersen (54.24)

Stand in der Best-of-7-Serie: 0:1

Die weiteren Spieltermine: 13., 16., 18. April, evtl. 20., 23., 25. April

Schlagwörter: Eishockey

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Kommentare (1)

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Rampelotto Felix [melden]

Dass der HCB das erste Finalspiel verlieren würde, war ich mir sicher. Hätte der HCB ohne 5 Stammspieler gesiegt, wäre es schlechthin eine Sensation gewesen. Der Kräfteverschleis gegen Vienna Capitals war enorm. Es bleibt nur zu hoffen, dass wir zumindest Spiel 3 in Bozen gewinnen können, dann besteht noch eine theoretische Chance für den Titelgewinn. Mannschaftsführer Bernard muss Optimismus zeigen, realistisch ist er derzeit nicht.
Felix Rampelotto

12.04.2021 09:39

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