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Anton Bernard und Co. setzten das Klagenfurter Gehäuse unter Dauerbeschuss. © V. Antonello

Was für ein Lebenszeichen: HCB landet ersten Finalsieg

Der Füchse leben! Mit einer beeindruckenden Vorstellung, der besten seit Wochen, hat sich der HCB Südtirol Alperia im ICE-Finale zurückgemeldet. Jetzt darf in Bozen wieder geträumt werden.

Der HCB hat im dritten Finalspiel gegen den Klagenfurter AC jene Siegermentalität an den Tag gelegt, die für ihn so charakteristisch ist, zuletzt von den Fans aber sehnlichst vermisst wurde. Die Bozner rangen die Rotjacken hochverdient mit 2:0 nieder und verkürzen in der Best-of-seven-Serie auf 1:2.


Es war ein rundum gelungener Abend für den HC Bozen, der im dritten Finalspiel mit Rückkehrer Dustin Gazley einen seiner besten Spieler wieder an Bord hatte. Ein weiterer, nämlich Mike Halmo, wird am Sonntag in Klagenfurt wieder zum Team stoßen. Auch deshalb keimt jetzt neue Hoffnung auf.

In erster Linie war es allerdings die Vorstellung der weiß-roten Cracks, die an eine Kehrtwende in der bis hierhin für Bozen so enttäuschenden Serie glauben lassen. Erstmals wirkten sie nämlich deutlich hungriger als die Kärntner. Von der ersten Minute an bot der HCB all das, was in den ersten beiden Duellen gefehlt hatte: Härte bis zum Anschlag, schnelles Skating, Spielwitz und Torgefahr. Die Folge? Ein Flut an Chancen, von denen jedoch lange Zeit keine genutzt wurde.

HCB wirbelte vom Start weg
Brett Findlay, Gazley und Stefano Giliati scheiterten in der Anfangsphase aus idealer Position. Danach kullerte ein abgefälschter Schuss von Ben Youds übers Tor, ehe Angelo Miceli eine Top-Chance ausließ. Der KAC hielt zwar ordentlich dagegen, erspielte sich jedoch nur einen Bruchteil der Bozner Möglichkeiten. Die beste fand Lukas Haudum kurz vor Drittelpause vor, sein Abschluss ging aber neben das Tor.

Nach dem ersten Seitenwechsel ging es in der selben Gangart weiter: Bozen drückte, scheiterte aber immer wieder an Sebastian Dahm. Der dänische Torhüter war an diesem Abend schlichtweg überragend und zeigte eindrucksvoll auf, weshalb er zum MVP der ICE-Saison gewählt wurde. Seine beste Szene hatte Dahm in der 28. Minute, als er gleich zwei Mal gegen den heranstürmenden Dennis Robertson rettete. Zwei Minute später war dann auch der Kärntner Goaltender geschlagen, als Ivan Tauferer einen Hammer-Schlagschuss von der blauen Linie abfeuerte. Dem ersten Saisontor des Rittner Verteidigers stand aber der Pfosten im Weg. Und so hatte Bozen am Ende sogar noch Glück, dass es zum zweiten Pausentee unentschieden stand. Kurz vor der Sirene wehrte Leland Irving im Klagenfurter Powerplay einen Schuss von Thomas Koch ab. Damit war zugleich ein Rekord amtlich: Noch nie in der Liga-Geschichte blieb ein Finalspiel nach 40 Minuten torlos.

Die Partie in der Eiswelle war über 60 Minuten hart umkämpft. © Vanna Antonello


Die Doppelnull hielt auch zu Beginn des Schlussdrittels – und das obwohl Giliati aus anderthalb Metern Torentfernung völlig frei zum Abschluss kam. Neuerlich hatte Dahm etwas dagegen, in dem er den Puck mit dem Beinschoner um den Pfosten lenkte. Danach wendete sich das Blatt und plötzlich geriet auf der Gegenseite Irving unter Belagerung. Manuel Ganahls Schuss klatschte an die Latte, im Anschluss schafften es Koch und Nick Petersen nicht, die Scheibe im Getümmel über die Linie zu drücken. Irving wäre geschlagen gewesen. Die ohnehin bereits hochklassige Partie bekam jetzt eine weitere Note Schärfe. Zum richtigen Leckerbissen fehlten nur mehr die Tore.
Daniel Frank bricht den Bann
Das sollte sich in der 48. Minute endlich ändern: Findlay leitete einen Gegenstoß mit einem Zuspiel auf Frank ein, der tankte sich am rechten Flügel durch, spielte nicht den erwarteten Querpasse, sondern zog selbst vor Dahm und stocherte ihm den Puck durch die Beinschoner hindurch – 1:0! Klagenfurt reagierte mit vehementer Härte, doch Bozen ließ sich in der Schlussphase nicht mehr aus dem Konzept bringen. Vielmehr schwächten sich die Rotjacken durch Strafen selbst und ebneten den Foxes den Weg zur Entscheidung. In der Schlussminute tütete Domenic Alberga den ersten Bozner Finalsieg mit einem Powerplaytreffer zum 2:0 ein.

Der HCB darf nach diesem bärenstarken Auftritt wieder vom Titel in der ICE Hockey League träumen – wenngleich nun am Sonntag (ab 17.30 Uhr im SportNews-Liveticker) unbedingt ein Sieg in Klagenfurt benötigt wird, um diesem Heimsieg Nachhalt zu verleihen. Eines steht jedenfalls schon jetzt fest: Die Finalserie wird am nächsten Dienstag neuerlich in Bozen gastieren.

HCB Südtirol Alperia – EC Klagenfurter AC 2:0
HCB: Irving (Fazio); Robertson-Youds, Di Perna-Plastino, Fournier-Tauferer, Pietroniro; Miceli-Catenacci-Bardaro, Frank-Findlay-Gazley, Frigo-Bernard-Giliati, Pitschieler-Alberga-Deluca
Coach: Ireland

KAC: Dahm (Madlener); Strong-Schumnig, Steffler-Vallant, Unterweger-Gregorc, Kernberger-Cijan; Bischofberger-Hundertpfund-Witting, Fraser-Koch-Haudum, Ganahl-Ticar-Petersen, Stefan Geier-Manuel Geier-Obersteiner
Coach: Matikainen

Tore: 1:0 Daniel Frank (47.50), 2:0 Domenic Alberga (59.17)

Best-of-7-Serie: 1:2

Weiterere Spieltermine: 18., 20. April, eventuell 23., 25. April


Den kompletten Spielverlauf zum Nachlesen gibt's hier!

Schlagwörter: Eishockey

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