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Leandro Greco hat beim FC Südtirol einige Anlaufzeit gebraucht. Mittlerweile ist er ein Fixpunkt in der Mannschaft von Stefano Vecchi. © ALFRED TSCHAGER PHOTOGRAPHY & CO

Interview | Leandro Greco: „Ich hatte Anpassungsschwierigkeiten“

Im Sommer als wichtigster Neuzugang der Vereinsgeschichte präsentiert, blieb Leandro Greco (34) lange Zeit vieles schuldig. Seit ein paar Wochen ist der Römer ein Leistungsträger beim FC Südtirol. Im exklusiven SportNews-Interview spricht er über die Zeit mit Francesco Totti, besondere Momente in Süditalien und seinen steinigen Weg in Bozen.

Leandro Greco, Sie haben in Ihrer Karriere bei zahlreichen Vereinen und in vielen Ligen gespielt. Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?


Greco: „Ich hatte das große Glück, dass ich eine Zeit lang bei meinem Heimatverein (AS Roma; Anm. d. Red.) spielen durfte. Dort bin ich groß geworden und am Ende konnte ich mit meinen Idolen, Francesco Totti und Daniele De Rossi, gemeinsam auf dem Platz stehen.“


Sie haben 118 Serie-A-Spiele bestritten, den griechischen Meistertitel mit Olympiacos geholt und in der Champions League getroffen. Welcher Meilenstein war am schwersten zu erreichen?

„In Griechenland war ich Teil einer enorm starken Mannschaft. Wir waren das beste Team der Liga, aber gewinnen ist nie einfach. Als Topmannschaft bei kleineren Vereinen in der Peripherie anzutreten und die nötigen Punkte zu holen, ist immer schwer. Die griechische Meisterschaft ist nicht so hochqualitativ wie die Serie A, aber den Meistertitel zu holen war sehr kompliziert.“


Nach all diesen Erfahrungen sind Sie im Sommer in Bozen gelandet. Wie kam der Wechsel zum FC Südtirol zu Stande?

„Ich habe den Verein ausgesucht, weil er sehr ambitioniert ist. Der FC Südtirol möchte in allen Bereichen wachsen und sich etablieren. Die Werte des Vereins überschneiden sich stark mit meinen eigenen. Als wir die ersten Gespräche geführt haben, war sofort ein gutes Gefühl da.“

Leandro Greco und Daniele De Rossi (hinten) bejubeln einen Derbysieg gegen Lazio. © AFP / FILIPPO MONTEFORTE


Der FC Südtirol ist ein junger Verein ohne große Fanszene. Wie groß ist der Druck im Vergleich zu anderen Klubs?

„Der Verein hat große Ambitionen. Da ist es nur logisch, dass es Druck gibt. Aber ich spüre diesen Druck nicht so stark, weil ich selbst mein größter Kritiker bin. Ich stelle hohe Anforderungen an mich selbst und bin sehr streng mit mir. Den größten Druck erlege ich mir also selbst auf.“


Gibt es Vereine oder Orte, an denen Sie in Ihrer Karriere gespielt haben, die Sie nachhaltig geprägt haben?

„Eine Stadt, die für immer einen Platz in meinem Herzen hat, ist Foggia. Die Fankultur dort ist unglaublich. Es ist eine Leidenschaft, die weit über den sportlichen Wert von Fußball hinausgeht. Für die Leute dort ist es ein Lebensstil. Wenn man sich in die Lage dieser Menschen hineinversetzen kann und das Fan-Sein versteht, dann berührt es deine Seele.“
„Es sind die schwierigen Momente im Leben, in denen man am meisten lernt.“
Leandro Greco über seine Anfangszeit in Südtirol

Zurück zum FC Südtirol. Mittlerweile sind Sie Stammspieler, aber im Herbst kamen Sie kaum zum Zug. Warum?

„Ich hatte Anpassungsschwierigkeiten, in allen Bereichen des Lebens. In der Karriere eines Fußballprofis kann das passieren. Aber ich hatte immer den Willen und den Antrieb ein Vorbild für die jungen Spieler zu sein. Auch wenn ich eine Zeit lang nicht gespielt habe.“

Leandro Greco jubelt in der Champions League: Zwei Treffer stehen für ihn zu Buche. © AFP / LOUISA GOULIAMAKI


Wie haben Sie es geschafft, aus diesem Loch herauszukommen?

„Ich denke, das ist zu aller erst mein eigener Verdienst. Es sind die schwierigen Momente im Leben, in denen man am meisten lernt und als Mensch wachsen kann. Ich habe diese Monate als persönliche Herausforderung gesehen. Es war eine Kopfsache, wie fast alles. Es hat natürlich auch geholfen, dass der Verein, die Mitspieler und unser Trainer immer unterstützend da waren. Jetzt kann ich der Mannschaft helfen und meinen Teil zum Erfolg beitragen.“


Apropos Erfolg: Es stehen noch vier Spiele auf dem Programm. Der FC Südtirol kann noch den Titel holen…

„Wir haben gezeigt, dass wir zurecht da oben dran sind und wollen weiterhin die Fehler der anderen ausnützen. Wir haben das Credo, dass wir von Spiel zu Spiel schauen. Jetzt kommt Virtus Verona, dann geht’s zu Triestina. Wenn irgendjemand patzt, dann müssen wir da sein. Ein Schritt kommt nach dem anderen und am Ende werden wir sehen, was herauskommt.“


Interview: Christian Staffler


Schlagwörter: Fussball

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