a Serie C

Zeigten eine gute Saison: die Spieler des FC Südtirol. © E. Bordoni

Saison-Fazit: Die Leistungen der FCS-Protagonisten

Am Ende steht der FC Südtirol nach einer der besten Saisonen der Clubgeschichte mit leeren Händen da. Was bleibt von so einer Spielzeit und wer waren die Hauptdarsteller? SportNews hat sich die Leistungen der FCS-Profis genauer angesehen.

Von Christian Staffler

Vizemeistertitel und Play-off-Halbfinale: Die Saison des FC Südtirol war gut, aber nicht perfekt. Genauso war es mit dem FCS-Kader: es gab Überraschungen und Enttäuschungen. Spieler, die konstant waren und andere, die in den entscheidenden Momenten untertauchten. Hier gibt es einen Überblick und zudem: den Aufsteiger, den Absteiger und die Überraschung der FCS-Saison!

Hannes Fink

Der Kapitän hat sich zu einem Führungsspieler entwickelt. Nicht nur in der Kabine, auch auf dem Feld geht der Rittner voran. Er ist ein unangenehmer Gegenspieler, provoziert und stellt sich in den Dienst der Mannschaft – ein echter Kapitän. Allerdings fehlt Fink der letzte Punch: er ist immer gut, aber selten entscheidend. Trotzdem: Fink hat die beste Saison seiner Karriere hinter sich und sich zu einem sehr guten Mittelfeldspieler in der Serie C gemausert.

Rocco Costantino

Der Italo-Schweizer, im Vorjahr noch in der Serie D, war ein Volltreffer. 13 Tore in der Meisterschaft, 3 im Play-off. Ohne Costantino wäre der FCS nie und nimmer so weit gekommen. Und das, obwohl er vor der Saison nur als Back-up eingeplant war. Dass der FCS keinen Stürmer von Format bekommen hat, war sein Glück. Der 27-Jährige ist ein echter Knipser, steht immer dort wo ein Torjäger stehen muss. Was ihm fehlte, war ein Qualitätsspieler neben ihm – denn Costantino hat trotz aller Torjägerqualitäten auch starke Limits. Einer, der die Bälle halten und verteilen kann wäre für Costantino Gold wert gewesen: ein Typ wie Viterbese-Angreifer Jefferson.

Geht zu Carpi: Linksverteidiger Paolo Frascatore. © DLife-LO

Paolo Frascatore

Der Unglücksrabe von Cosenza. Dabei hatte der Römer bis zum Eigentor in der 94. Minute eine herausragende Leistung gezeigt. Und das, obwohl er kein einziges Mal als zentraler Mann einer Dreierkette aufgelaufen war – ein Zeichen von Qualität. Frascatore war die gesamte Saison über extrem konstant, machte kaum Fehler und zeigte, dass er im Grunde zu gut für die Serie C ist. Dass der Verteidiger kaum beim FCS zu halten sein wird, war klar: ihn zieht es eine Liga höher, zu Carpi.

Daniel Offredi

Kaum ein Keeper in der Serie C beherrscht die Basics so gut, wie der FCS-Torhüter: stark auf der Linie, sicher beim Herauslaufen, gute Strafraumbeherrschung. Dazu kam seine Erfahrung, die vor allem in den Play-offs zum Tragen kam. Wenn man ihm einen Vorwurf machen kann, dann, dass er bei Ecken und Freistößen manchmal zu zögerlich ist und kleine technische Schwächen beim Spiel mit dem Ball hat. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau.

Martin Erlic und Kevin Vinetot

Jahrelang hatte der FC Südtirol nicht einen ligatauglichen Innenverteidiger im Kader – heuer sogar mehrere. Ex-Sportdirektor Aladino Valoti hat hier ganze Arbeit geleistet. Dass der routinierte Vinetot ein Spieler von Format ist, war klar. Doch Erlic, der aus der Primavera-Meisterschaft kam, ist eine Überraschung. Er brauchte kaum Zeit um sich an den Profifußball anzupassen. Und das hat einen Grund: Der Kroate hat Riesenpotenzial und bringt alles mit, was ein Verteidiger braucht. Erlic zu halten, wird ein Ding der Unmöglichkeit.

FCS-Trainer: Paolo Zanetti.

Trainer Paolo Zanetti

Vom No-Name zum gefragten Trainer. Der jüngste Trainer im italienischen Profifußball hat gezeigt, worauf es ankommt: harte Arbeit, taktische Flexibilität, eine starke Mannschaftsführung. Zanetti ist bei seinen Spielern beliebt, weiß wie man eine Gruppe zusammenschweißt und ist fachlich top. Fink sagte bereits vor Monaten, dass Zanetti in der Serie A landen wird. Dem können wir uns nur anschließen.

Michael Cia

Der Montaner hat in seiner Fußballkarriere nie das ausgeschöpft, was er an Potenzial mitbringt. Die abgelaufene Saison ist ein Spiegelbild davon. Als Stammspieler gestartet, verlor er seinen Platz im Team an U20-Nationalspieler Jeremy Broh. Vor den Play-offs verschwand Cia total in der Versenkung, um dann gegen Cosenza den vielumjubelten Last-Minute-Siegtreffer zu erzielen. Den Durchbruch beim FCS hat der mittlerweile 30-jährige Cia auch heuer nicht geschafft. Er bleibt ein ewiges Talent.

Emmanuel Gyasi

Wäre die FCS-Saison nach der Meisterschaft beendet gewesen, hätte er sich Topnoten verdient: 8 Vorlagen, 4 Tore. Doch die Play-offs waren ein Desaster für den in Palermo geborenen Italo-Ghanaer. Zuerst die Sperre, dann der unglückliche 45-Minuten-Auftritt daheim gegen Viterbese mit Fast-Platzverweis und Knöchelverletzung. Als er in Cosenza wieder mit dabei war, blieb er blass und der FCS schied aus. So ist die Saison von Gyasi eine ungekrönte – aus mannschaftlicher, aber auch persönlicher Sicht.

Leonardo Candellone

Im Winter als Sturm-Verstärkung geholt, blieb Candellone vieles schuldig. Er war nicht die perfekte Ergänzung zu Costantino, die beiden harmonierten auf und neben dem Spielfeld nicht. So war es sein Auftritt im Drususstadion gegen Viterbese, in dem er sein Können aufblitzen ließ. Ansonsten wirkte die Torino-Leihgabe oft behäbig und technisch unsauber. Candellone ist noch jung, für den FCS war er aber die falsche Verpflichtung – es hätte einen anderen Spielertyp für das „System Zanetti“ gebraucht.

Fixpunkt auf der rechten Seite: Fabian Tait. © DLife-LO

Fabian Tait

Der Salurner hat wieder eine gute Saison hinter sich. Tait hatte auf seiner Position keine Konkurrenz zeigte aber , warum der FCS auf ihn baut: ein kommender Führungsspieler, der noch Potenzial nach oben hat. Aber: Die Play-offs waren nicht seins, der Vize-Kapitän wirkte außer Form. In Viterbo hatte er große Probleme und auch in den restlichen Spielen wirkte er etwas gehemmt.

Der Aufsteiger der Saison

Rocco Costantino

FCS-Knipser: Rocco Costantino. © Andreas Kemenater


Wer mit 27 Jahren Fußballprofi wird und dann gleich 16-mal trifft, hat sich das Prädikat „Aufsteiger der Saison“ mehr als nur verdient. Costantino ist ein sympathischer Kerl, der mit seiner kämpferischen Art und seinem Arbeiter-Image zudem die Fans mitriss.

Der Absteiger der Saison

Luca Bertoni

Im Sommer 2016 spielte der Mittelfeld-Regisseur noch in der Champions-League-Qualifikation (mit Partizani gegen Salzburg). Jetzt ist er Reservist beim FC Südtirol. Dabei ist Bertoni ein Spieler mit Format und sehr vielen Qualitäten – vor allem im Ballbesitz. Doch mit seiner filigranen Art geriet er bei Trainer Zanetti schnell ins Hintertreffen und hatte zudem mit Luca Berardocco starke Konkurrenz. Als der im Play-off gesperrt war, wurde ihm sogar Achter Jeremie Broh vorgezogen – eine bittere Pille.

Die Überraschung der Saison

Filippo Sgarbi

Im Vorjahr spielte Sgarbi, der bei Inter ausgebildet wurde und noch immer den Mailändern gehört, in der Serie D. Dass die 4. Liga keine schlechte Schule ist, zeigte sich schon bei Tait. Sgarbi gewann schnell die Gunst im Abwehrzentrum der Dreierkette und agierte mit seinen 20 Jahren so abgebrüht, als hätte er schon viele Profijahre auf dem Buckel. Sgarbi ist taktisch hervorragend geschult, kann gut antizipieren und ist stark im Spielaufbau. Ein Versprechen für die Zukunft.

Autor: cst

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