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Fabian Tait (vorne) mit seinem Bruder Emanuel (rechts) und Alex Tschurtschenthaler, einer der besten Freunde der beiden.

RÜCKPASS | Die verrückte Meister-Story der Tait-Zwillinge

Meister zu werden, ist das Highlight in einer jeden Sportler-Karriere. Was einem prominenten Geschwister-Paar in Südtirol am vergangenen Wochenende gelungen ist, das ist jedoch nicht nur eine Sternstunde der sportlichen Laufbahn, sondern des gesamten Lebens.

Was Oliver Pocher mit dem SportNews-Rückpass gemeinsam hat? Beide versuchen krampfhaft, auf ihre Art lustig zu sein, was aber auch schnell mal nach hinten losgehen kann. Und manchmal gibt’s dafür auch eine heftige Watschn – nicht, Oli? Deshalb soll dieser Rückpass für einmal weniger scherzhaft sein, sondern eine Geschichte erzählen, die dem einen oder anderen vielleicht sogar unter die Haut geht.


Was Fabian Tait am Sonntag gegen halb 5 nachmittags wohl durch den Kopf gegangen ist? Wir wissen es nicht und können daher nur spekulieren. War es einfach nur die pure Freude, die reine Ekstase, die ihn nach dem endgültig klargemachten Meistertitel seines FC Südtirol zu einem Feierbiest werden hat lassen? War es auch ein bisschen der Gedanke an seinen gezerrten Oberschenkel, der ihn in den entscheidenden zwei Spielen zum Zuschauen verdammt hat, beim Siegeslauf nach Schlusspfiff aber trotzdem mehr oder weniger einwandfrei funktionierte?

Von der Oberliga in die Serie B
Oder war es doch ein kleiner Flashback auf seine eigene Geschichte, die die wohl exotischste des gesamten FCS-Kaders ist? Immerhin hat Tait fast auf den Tag genau vor 12 Jahren noch in der Oberliga bei Heimatverein Salurn gespielt und – damals noch 17-jährig – in einem belanglosen 1:1-Remis gegen Rovereto den Führungstreffer erzielt. Nun ist er einer der großen Protagonisten des FCS-Aufstiegs und wird im kommenden Jahr in der Serie B auflaufen.

Fabian Tait (ganz rechts) im Februar 2010: Mit Salurns Luca Pedrotti (links) spielte er hier gegen Ahrntal und Christof Maurberger (Mitte). © Dieter Runggaldier


An wen Fabian Tait an jenem legendären Sonntag in Triest sicher gedacht haben wird, ist sein Zwillingsbruder Emanuel. Dieser hält die Tait-Fahne in Salurn weiterhin hoch und zählt in der Innenverteidigung des 1.-Amateurliga-Klubs zu den festen Größen. Emanuel konnte am Sonntag nicht nach Triest reisen, um den großen Erfolg seines Bruders zu bejubeln. Denn: Er musste mit Salurn einen eigenen Meistertitel abräumen. Knapp zwei Stunden nach dem Triumph von Fabian mit dem FC Südtirol stand fest, dass sich auch Salurn dank eines 3:1-Erfolgs über Haslach den Pott geholt hat und nach drei Jahren im Fegefeuer der 1. Amateurliga wieder in die Landesliga zurückkehrt.
Am Telefon wurde es emotional
Das Ergebnis? Ein emotionaler Video-Anruf. Als Fabian Tait auf dem Parkplatz vor den Pforten des imposanten Nereo-Rocco-Stadions stand und zum Salurner Sportplatz durchklingelte, erlebte er per Video die Party seines Bruders mit. „Sie haben in dem Moment das Spiel fertig gehabt und waren Meister. Wir haben zusammen gejubelt“, erklärt Fabian und fügt hinzu: „Dass beide die Meisterschaft am selben Tag gewinnen, das ist schon brutal.“ Da hat Fabian Tait recht. Schönere Märchen werden einem ansonsten nur vor dem Einschlafen erzählt – mit dem Unterschied, dass dieses hier wahr ist.

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