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In Innsbruck steht der Profifußball auf dem Spiel. © APA / EXPA/STEFAN ADELSBERGER

Kündigungen und kaum Geld: Wacker Innsbruck am Abgrund

Wacker Innsbruck kündigt mit Ende Juni alle Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle. Der finanziell angeschlagene Bundesliga-Absteiger steht vor einer schwierigen Zukunft und möglicherweise sogar vor dem Aus im Profifußball.

Als Wacker Innsbruck am Mittwoch zu einer sogenannten Zukunfts-Pressekonferenz einlud, wurde mit vielem gerechnet. Doch die Probleme des angeschlagenen Innsbrucker Klubs haben neue Dimensionen erreicht. Vorerst muss der Absteiger aus der Bundesliga allen Mitarbeitern kündigen. Dies betrifft 14 Personen, darunter auch Sportchef Alfred Hörtnagl. Einzig der sportliche Bereich sei davon nicht betroffen, alle Mannschaften würden weiterspielen, sagte Präsident Gerhard Stocker. Als Mittel, um auf Partner Druck aufzubauen, wollte der Präsident die Kündigungen indes nicht verstanden wissen.

Finanzloch von einer Million im Budget
Derzeit versuche man in Innsbruck alles, um zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Aktuell sei durch Sponsoren und Partnern – darunter auch das Land Tirol – ein Budget von 3 Millionen Euro gesichert. Man brauche aber 4 Millionen Euro. „Wir werden bis September rudern und alles versuchen, das Loch zwischen diesen beiden Summen so gering wie möglich zu halten“, meinte Stocker. Für die Innsbrucker Profimannschaft steht aktuell ein Mini-Etat von 850.000 Euro zur Verfügung, das Mindestbudget.

Auch ihm wurde gekündigt: Alfred Hörtnagl, Sportdirektor von Wacker Innsbruck. © APA / EXPA/STEFAN ADELSBERGER

Die endgültige Entscheidung über die Zukunft des Traditionsvereins werde es bis September geben, so Stocker. Heißt: Kann Innsbruck bis dahin nicht genügend Geld auftreiben, steht der Profifußball in der Nordtiroler Landeshauptstadt auf dem Spiel – das wäre allerdings das Worst-Case-Szenario.

Fakt ist, dass Innsbruck zurzeit ohne Mitarbeiter, mit viel zu wenig Geld und ohne offizielle sportliche Leitung dasteht. Bereits in den letzten Wochen versuchte Hörtnagl verzweifelt, die wenigen Akteure, die etwas Transfergeld in die klammen Kassen spülen würden, an andere Klubs zu verscherbeln. Zwei bis drei weitere Spieler sollen verkauft werden. Viel mehr sei in diesem Bereich aber nicht mehr möglich, denn: „Es geht bereits jetzt an die Substanz“, so Hörtnagl. Es scheint, als sei Wacker Innsbruck im Juni 2019 an einem neuen Tiefpunkt angelangt.

Autor: cst/apa

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