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FC Südtirol: Das Runde will nicht mehr ins Eckige

Der FC Südtirol trifft seit 302 Minuten das gegnerische Tor nicht mehr (Photocase)

Der FC Südtirol trifft seit 302 Minuten das gegnerische Tor nicht mehr (Photocase)

13. February 2012, 16:15

Sepp Herberger, der legendäre deutsche Weltmeistertrainer von 1954, hat einmal gesagt: "Das Runde muss ins Eckige". Mit diesem Zitat hat er das Wesentliche im Fußball auf den Punkt gebracht. Dem FC Südtirol will das derzeit aber partout nicht gelingen.

Am 22. Jänner, also vor mehr als drei Wochen, hat der FC Südtirol zum letzten Mal einen Sieg in der 1. Division eingefahren. Damals waren exakt 58 Minuten gespielt, als Grea mit dem 2:1-Siegestreffer gegen Frosinone auch das bis dato letzte Meisterschaftstor der Weiß-Roten erzielte. Was dann folgte waren drei volle Spiele ohne Torerfolg – das gab es beim FC Südtirol heuer noch nie. Und nur ein Punkt aus drei Partien ist eine magere Ausbeute, auch wenn man „nur“ den Klassenerhalt schaffen will.  

Die Angreifer des FC Südtirol warten seit 302 Minuten vergeblich darauf um zum Torjubel ansetzen zu können. Ladehemmung nennt man so etwas. Dabei haben die Verantwortlichen in der Bozner Cadorna-Straße in der Winterpause mit Niccolò Giannetti einen Angreifer mit sehr vielen Vorschuss-Lorbeeren in die Talferstadt gelotst. In den ersten 167 Minuten im Trikot seines neuen Arbeitgebers konnte jedoch auch Giannetti die Tormisere des FCS nicht unterbrechen. Die Tor-Krise an ihm festzumachen – nach nicht einmal zwei vollen Partien beim FC Südtirol – wäre aber schlichtweg falsch und ungerecht. Giannetti, soviel dürfte feststehen, wird seine Tore noch schießen. 

Vieles wird derzeit einfach daran liegen, dass Trainer Giovanni Stroppa ohne viele Verletzte auskommen muss. Allein am Sonntag waren es acht: Franchini, Albanese, Bacher, Grea, Furlan, Chiavarini, Tagliani und Fink konnten in Portogruaro nicht auflaufen.

Da kommt die zweiwöchige Meisterschaftspause wohl gerade recht. Denn das nächste Match in der 1. Division steht erst am Samstag, 25. Februar gegen den Tabellenfünften Barletta an. Man darf dem FC Südtirol wünschen, dass dann der Torbann gebrochen werden kann. Und die Giannettis, Fischnallers und wie sie alle heißen, endlich wieder zum Jubel ansetzen können - nachdem das Runde im Eckigen gelandet ist.

Von: Hannes Kröss
Alter: 95 Tag(e)