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Die Milwaukee Bucks wollen nach der Eastern Conference auch den NBA-Titel gewinnen. © APA/getty / Kevin C. Cox

Bucks gegen Suns: NBA-Finale ohne Glamour

Phoenix Suns versus Milwaukee Bucks – die diesjährige Finalserie in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA ist auch für Marketing-Fachleute eine Herausforderung.

Während die großen US-Metropolen New York, Los Angeles, Miami, Philadelphia, Dallas oder San Francisco außen vor bleiben, bestreiten den Showdown um die wichtigste Basketball-Trophäe weltweit diesmal zwei Teams mit eher bescheidenem Fan-Potenzial. Das erste Spiel geht in der Nacht auf Mittwoch (3.00 Uhr MESZ) in Phoenix über die Bühne.


Ein Schaulaufen der Hollywood-Prominenz am Rand des Courts, wie bei Spielen in Los Angeles, New York oder San Francisco üblich, braucht man diesmal nicht erwarten. Auch vor den Fernseh- und Streaming-Geräten wird es die NBA schwierig haben, Interessierte außerhalb der eingefleischten Fan-Gemeinde anzusprechen. Erstmals seit 2010 wird der finale Schlagabtausch um die Larry O'Brien Trophy ohne Beteiligung der Superstars LeBron James (L.A. Lakers) und Stephen Curry (Golden State Warriors) stattfinden.

Team in der amerikanischen Provinz
Die von Giannis Antetokounmpo angeführten Bucks wurden 1968 gegründet und zählen zu den NBA-Teams mit den kleinsten und strukturschwächsten Einzugsgebieten. Der Staat Wisconsin, in den USA vor allem bekannt als Herkunftsregion für Bier, Käse und andere Milchprodukte, hat nur knapp 5,8 Millionen Einwohner. Milwaukee wird oft als „Cream City“ bezeichnet und beheimatet das Klischee von hemdsärmeligen, hart arbeitenden Midwest-Kerlen.

Phoenix dagegen ist eine lebendige Großstadt mit einem starken Bevölkerungswachstum und einem hohen Latino-Anteil, kann aber freilich mit den glamouröseren Orten im Land auch nicht mithalten. Die Suns gibt es ebenfalls seit 1968, ihr Name ist so simpel wie treffend. Schließlich gehört die Region Phoenix mit rund 4.000 Sonnenstunden jährlich zu den sonnigsten Gegenden des Planeten.

Wird Giannis Antetokounmpo rechtzeitig fit? © APA/getty / Stacy Revere


Anziehungskraft sollen bei Basketball-Liebhabern aber die Zugpferde da wie dort entfalten. Das Talent des 26-jährigen Antetokounmpo ist seit Jahren bekannt, bereits 2019 und 2020 wurde der Power Forward als wertvollster Spieler der Liga (MVP) ausgezeichnet. Wann der Grieche gegen die Suns auflaufen kann und ob in Vollbesitz seiner Kräfte, ist allerdings wegen einer Knieverletzung nicht klar. „Wir werden das intern regeln und dann Tag für Tag schauen“, erklärte Coach Mike Budenholzer zuletzt. Antetokounmpo war im vierten Spiel der Best-of-seven-Serie gegen die Atlanta Hawks umgeknickt.
Besser spät als nie
Phoenix-Guard Chris Paul musste 36 Jahre alt werden, um erstmals ein NBA-Endspiel zu erreichen. „Das klingt verdammt gut. 16 Jahre mit Operationen, harter Arbeit, Niederlagen, ganz üblen Niederlagen“, schwärmte der zweifache Olympiasieger nach dem Einzug ins Finale gegen sein Ex-Team Los Angeles Clippers. Im sechsten Spiel der Conference Finals hatte er mit 41 Punkten einen persönlichen Playoff-Bestwert geliefert – trotz mehrerer angerissener Bänder in der rechten Hand. Zuvor hatten die Suns schon die Lakers und die Denver Nuggets eliminiert.

Sowohl die Bucks als auch die Suns stehen das dritte Mal in den Finals – eine weitere Parallele. Die Bucks haben im Unterschied zu ihrem Gegner auch schon einmal triumphiert. 1971 war das und damit in ihrer dritten Saison – kein anderer Club in einer der vier großen nordamerikanische Ligen hat nach seiner Gründung schneller einen Titel gewonnen. Untrennbar verbunden ist dieser Erfolg mit zwei Säulenheiligen: Center Lew Alcindor, der nach seiner Konversion zum Islam als Kareem Abdul-Jabbar noch berühmter werden sollte, und Spielmacher Oscar Robertson. 1974 erreichten die Bucks neuerlich die Finals und unterlagen den Boston Celtics.

Chris Paul & Co. wollen den ersten NBA-Titel gewinnen. © APA/getty / Harry How


Die Suns feierten ihre größten Erfolge nach einer Finals-Niederlage 1976 gegen die Celtis in den späten 1980er- und 1990er-Jahren. Geprägt war diese Ära von Point Guard Kevin Johnson und Ausnahme-Forward Charles Barkley. Bekannt ist der ehemalige Rebound-Spezialist Barkley auch als versierter Sprücheklopfer und deswegen, weil er als einer der besten Basketballer aller Zeiten nie den NBA-Titel gewann. 1993 schrammte er mit den Suns knapp daran vorbei, in den Finals erwiesen sich Michael Jordan und die Chicago Bulls als zu große Hürde.

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