F Olympia 2018

Die zwei Bronzemedaillen der Biathleten haben für die Verlängerung von Südtirols beeindruckender Serie gesorgt. © APA/afp / FRANCK FIFE

15 mal Olympia mit Medaillen: Kleines Südtirol setzt Serie fort

Angesichts der Erwartungen und Hoffnungen mag man über das Abschneiden der Südtiroler in Pyeongchang unzufrieden sein, andererseits haben sie eine beeindruckende Serie fortgesetzt: Seit dem fernen Jahr 1964 haben Südtirols Sportler bei allen 15 Olympischen Winterspielen mindestens eine Medaille gewonnen. Dieselbe Konstanz können nur neun andere Länder vorweisen.

1964 gewannen Siegfried Mair und Walter Außersdorfer in Innsbruck die Bronzemedaille bei den Rodel-Doppelsitzern. Mit dieser Medaille nahm Südtirols beeindruckende Serie ihren Anfang. Seit damals eroberten Rodler, Skirennläufer, Biathleten, Bobfahrer und andere Wintersportler aus unserem Land bei jeder Ausgabe der Winterspiele mindestens eine Medaille.

Konstanter als die Schweiz


Dieselbe Konstanz vom kleinen Südtirol, seit 1964 immer Winterolympiamedaillen gewonnen zu haben, können nur neun Wintersport-Großmächte wie Deutschland, Russland, Schweden, Norwegen, Finnland, USA, Kanada, Österreich und Frankreich aufweisen. Nicht aber die Schweiz, die Eisschnelllauf-verrückten Niederländer oder auch die Tschechen und die Briten.

Nimmt man die Silbermedaille des Viererbob-Anschiebers Renato Mocellini aus Vahrn von 1956 in Cortina sowie die zwei jüngsten Bronzemedaillen von Dominik Windisch & Co. in Pyeongchang dazu, so ist Südtirols winterliche Olympiaausbeute bei 42 Medaillen angelangt. Genau die Hälfte davon – 21 – sind aus Bronze, 11 hingegen aus Gold und 10 aus Silber.

Seit 2006 1x Gold, 1x Silber, 9x Bronze


Das „Übergewicht“ an Bronzemedaillen kam vor allem in der jüngsten Vergangenheit zustande. Die letzte Goldmedaille eines Südtirolers gewann Armin Zöggeler 2006 in Turin. Seit damals kamen eine Silbermedaille und nicht weniger als neun Bronzemedaillen dazu. Letztere Zahl hätte auch noch höher ausfallen können, denn nach Vancouver 2010 und Sotschi 2014 gab es auch in Pyeongchang 2018 drei vierte Ränge für Südtiroler Sportler – neun weitere Bronzemedaillen wurden also nur knapp verpasst.

Pyeongchang 2018 wie Calgary 1988


Apropos Bronze: Die Spiele von Pyeongchang spiegeln exakt jene von Calgary 1988 wider. Auch vor 30 Jahren gab es für Südtiroler Sportler „nur“ zwei Bronzemedaillen. Auch damals wurden sie im Biathlon gewonnen, Und so wie damals Johann Passler war es diesmal Dominik Windisch, der zuerst eine Einzelmedaille und dann eine Staffelmedaille mit Südtiroler Landsleuten gewann.

Die bei weitem ertragreichsten Winterspiele sind weiterhin jene von Lillehammer 1994, als unsere Athleten drei Gold-, eine Silber- und vier Bronzemedaillen – also insgesamt acht Medaillen – nach Hause brachten. Wer darüber mehr nachlesen möchte oder ein bisschen in Südtirols Olympia-Vergangenheit stöbern möchte, kann dies in unserem Olympia-Archiv tun.

Die nüchternen Zahlen der Südtiroler Olympia-Ausbeute von 2018 sind wahrlich ein bisschen mager: 44 Athleten aus Südtirol haben zwei Bronzemedaillen erkämpft. Vor vier Jahren waren 46 Südtiroler in Sotschi und kamen mit fünf Medaillen – eine aus Silber, vier aus Bronze – zurück.

Drei „goldene“ Lombardinnen


Noch mehr aber sagt der Vergleich mit Italiens Olympiakader von 2018 aus: Die 44 Südtiroler waren Teil des 121 Athleten umfassenden Kaders der „Azzurri“ – Südtirol stellte also mehr als ein Drittel. Bei der Ausbeute war Südtirols Anteil aber bescheidener, denn Italiens Ausbeute betrug diesmal zehn Medaillen – drei aus Gold, zwei aus Silber, fünf aus Bronze. Besonders stark erwiesen sich die Lombardinnen, denn alle drei Goldmedaillen gingen an drei Athletinnen aus unserer Nachbarregion: an Sofia Goggia, Arianna Fontana und Michela Moioli.

Autor: ds

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2019 Sportnews - IT00853870210