F Olympia

Simone Biles ist in Tokio die ganz große Favoritin. © APA/afp / LOIC VENANCE

Cover-Star, Turn-Ikone, Vorreiterin: Die konkurrenzlose Simone Biles

Cover-Star, Turn-Ikone und für ihre Konkurrentinnen „kein Maßstab“: Am Sonntag (15.30 Uhr MESZ) beginnt die erwartete große Show der Simone Biles.

Mit Neugier und Vorfreude blicken Turn-Fans ebenso wie Wettkampf-Gegnerinnen auf die Mannschafts-Qualifikation im Mehrkampf. Dabei gilt der ganze Fokus Simone Biles, die mit ihren Mitstreiterinnen am Nachmittag ran muss. „Podiumstraining beendet – fühle mich ziemlich gut“, verkündete die 24-Jährige über die sozialen Medien.


Viermal Gold hatte die Ausnahmeturnerin bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro gewonnen. Spätestens seither ist sie der unumstrittene Star der Szene. Vor Tokio war sie auf dem Cover von Health Magazin und Wall Street Journal zu sehen. Dabei hat die Texanerin auch keine Scheu, sich in auffallenden Outfits zu zeigen.

Biles und die Ziege
Und pünktlich zum Olympia-Auftakt hat Simone Biles sogar ein eigenes Emoji bekommen: Eine Ziege in einem Turndress bei einem Spreizsprung und mit einer Goldmedaille um den Hals. Die Ziege ist eine Anspielung auf den Ziegenkopf, den Biles seit geraumer Zeit auf ihren Turnanzügen trägt. Er symbolisiert das englische Wort Goat für Ziege – GOAT steht aber auch als Abkürzung für „Greatest Of All Times“.

Simone Biles war erst Ende Mai nach einer 587 Tage dauernden Wettkampf-Pause auf die Turn-Bühne zurückgekehrt – und das mit einem Sprung, den nie zuvor eine Frau gezeigt hatte. Als Erste stand die 24-Jährige einen Yurchenko mit doppeltem Rückwärts-Salto gebückt. „Ich denke, Simone ist für uns kein Maßstab. Das, was sie macht, ist irgendwie auch ein bisschen unmenschlich, meiner Meinung nach. Auf jeden Fall hat sie meinen Riesenrespekt“, sagte unlängst eine Konkurrentin.

Eine lebende Legende: Simone Biles © APA/afp / LOIC VENANCE


Die US-Turnerin ist nur 1,42 Meter groß, doch alle blicken zu ihr auf. Vor allem ihre Geschichte macht sie besonders: 2018, zwei Jahre nach ihrem Aufstieg zum Superstar, machte sie öffentlich, dass sie vom früheren Teamarzt Larry Nassar sexuell missbraucht worden sei. „Ich habe keine Angst mehr, meine Geschichte zu erzählen“, sagte sie damals.
Biles fühlt sich im Stich gelassen
Biles ist die einzige noch aktive Turnerin, die vom Missbrauchsskandal im Trainingszentrum von Béla und Martha Károlyi betroffen war. Noch immer ist für sie das Thema nicht abgeschlossen. „Oh, es ist noch lange nicht vorbei“, hatte sie jüngst in einem Interview der Sendung 60 Minutes des US-Fernsehsenders CBS gesagt. Es gebe noch viele unbeantwortete Fragen. „Wer wusste was wann?“, fragte sie. Nach ihrer Ansicht haben der Turnverband USA Gymnastics sowie das Olympische und Paralympische Komitee der USA zu wenig für die Aufklärung getan. Sie habe zu „einhundert Prozent“ das Gefühl, im Stich gelassen worden zu sein. In diesen Tagen will sich Biles aber voll und ganz auf die Spiele konzentrieren.

Empfehlungen

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben.

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2021 Sportnews - IT00853870210
//add embeds for inline videos