F Olympia

Verzichtet auf Olympia: Fethi Nourine. © social media

Olympia-Verzicht wegen Herkunft des Gegners

Die Olympischen Spiele sind keine Woche alt, schon haben sie ihren ersten handfesten Skandal unter den Sportlern. Der algerische Judoka Fethi Nourine verweigert seinen Erstrundenkampf aufgrund der israelischen Herkunft seines Gegenübers.

Ursprünglich wollte Nourine in der Klasse bis 73 Kilogramm antreten. Als mit dem als Nummer 6 gesetzten Tohar Butbul sein Gegner für die erste Runde im olympischen Turnier feststand, verzichtete er auf eine weitere Teilnahme an den Spielen. Im algerischen Fernsehen begründete er schließlich seinen Rückzug: „Wir haben hart dafür gearbeitet, um an den Spielen dabei zu sein, aber die palästinensische Sache ist größer als das.“


Diese anti-israelische Haltung wurde letztlich auch von seinem Trainer unterstützt, der sich über fehlendes Losglück beschwerte. „Wir haben einen israelischen Gegner bekommen und deshalb mussten wir unsere Teilnahme zurückziehen. Wir haben die richtige Entscheidung getroffen“, versuchte er die Aktion zu rechtfertigen. Nourine war bereits 2019 von der Weltmeisterschaft zurückgetreten – damals wäre er ebenso auf Butbul getroffen.

Iranischer Judoka musste fliehen
Bei den Weltmeisterschaften 2019 kam es zu einem weiteren skurrilen Vorfall. Der damalige Titelverteidiger und erneute Favorit Saeid Mollaei erhielt vor dem Turnier zwei Anrufe aus dem iranischen Sportministerium, welches ihm mit Konsequenzen für ihn und seine Familie drohte, falls er weiter am Turnier teilnehmen würde. Der Iraner wäre bei Erfolg nämlich im Finale auf den israelischen Judoka Sagi Muki getroffen. Seit Jahrzehnten werden iranische Sportler dazu aufgefordert, Sportveranstaltungen mit Athleten aus Israel zu boykottieren.

Mollaei widersetzte sich – scheiterte aber bereits im Halbfinale, womit kein Finale mit Muki zustande kam. Nach dem Turnier setzte sich Mollaei nach Deutschland ab. Im selben Jahr erhielt er auf Veranlassung des monogolischen Staatspräsidenten den Reisepass dessen Landes. Damit konnte sich der Judoka in der Weltspitze halten. In Tokio vertritt Mollaei nun die Mongolei im Judokampf.

Schlagwörter: Olympia 2021 Olympia Judo

Empfehlungen

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben.

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2021 Sportnews - IT00853870210
//add embeds for inline videos