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Patrick Moster (hinten) sorgte für einen Rassismus-Eklat.

Rassistische Entgleisung: Riesen-Ärger bei Olympia

Wie schon 2016 bleiben die deutschen Straßenradsportler ohne olympische Medaille. Dies war nach einer rassistischen Entgleisung des Sportchefs allerdings kein Thema mehr.


Corona-Chaos, keine Medaille und ein Rassismus-Eklat als absoluter Tiefpunkt: Die olympischen Rennen waren für die deutschen Straßenradsportler letztlich schlicht zum Vergessen. Abgesehen von der sportlichen Bilanz, in der wie schon vor fünf Jahren in Rio de Janeiro kein Edelmetall steht, sorgte Sportdirektor Patrick Moster im letzten Rennen auf der Highspeed-Rennstrecke am Mount Fuji auch noch für eine verbale Entgleisung.

„Ich stand in der Verpflegung und habe Nikias Arndt angefeuert. Im Eifer des Gefechts und mit der Gesamtbelastung, die wir momentan hier haben, habe ich mich in der Wortwahl vergriffen. Es tut mir unendlich leid, ich kann nur aufrichtig um Entschuldigung bitten. Ich wollte niemanden diskreditieren“, sagte Moster am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

„Hol die Kameltreiber!“ Patrick Moster feuerte mit diesen Worten seinen Schützling an

Moster wollte Nikias Arndt anfeuern, den vor dem Kölner fahrenden Algerier einzuholen. Dabei ließ er sich zu einem rassistischen Aussetzer verleiten und schrie: „Hol die Kameltreiber“. Der Sportler verurteilte die Vorkommnisse scharf. „Ich bin entsetzt über die Vorfälle beim heutigen olympischen Zeitfahren und möchte mich hiermit deutlich von den Aussagen des sportlichen Direktors distanzieren!“, schrieb Arndt bei Twitter.

„Wir haben selbst viele Bekannte mit nordafrikanischen Wurzeln, wie gesagt, es tut mir leid“, sagte der 54-jährige Moster. Der Deutsche Olympische Sportbund zitierte Moster noch am Mittwoch zu einem Gespräch. „Es ist wichtig, dass sich Patrick Moster unmittelbar nach dem Wettkampf für die heutigen Aussagen entschuldigt hat“, sagte DOSB-Chef Alfons Hörmann nach einem „offenen und selbstkritischen Gespräch“. Dabei sei klar geworden, dass es Moster „unendlich leid tut. Sowohl er als auch das gesamte Team werden daraus die notwendige Sensibilität für die künftigen Wettbewerbe mitnehmen.“ Moster ist für die am Montag beginnenden Bahnwettbewerben in Izu vor Ort vorgesehen.

Schlagwörter: Olympia DOSB Rassismus

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Kommentare (1)

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Hermann Zanier [melden]

Das liegt im Blut, es muss aber nicht immerboshaft gemeint sein. Ich wurde von einem Polizisten als "walscher Spitzl" betitelt, weil ich ihn um Beistand bei einem Blechschaden gebeten hatte, meine erste Bewertung bei ebay war positiv, mit dem Zusatz "und das aus Italien!", Kanacke, Itaker, Katzenfresser und sonstige Kosennamen habe ich haufenweise gehört, in Deutschland und fast noch öfter in Österreich, allesamt ohne einen triftigen Anlass, einfach so. Wie gesagt, die finden es lustig, es ist nicht einmal böse gemeint.

28.07.2021 19:31

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