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Ein geschichtsträchtiger Tag: Am 1. August holten Gianmarco Tamberi (links, Hochsprung) und Marcell Jacobs (rechts, 100 m) binnen weniger Minuten jeweils Gold. © AFP / ANNE-CHRISTINE POUJOULAT

So gut wie noch nie: Italien jubelt über Rekord-Spiele

Erst der EM-Titel, dann die Rekord-Spiele: Italien freut sich über einen märchenhaften Sport-Sommer.

Bei den Olympischen Spielen in Tokio haben die Azzurri alle Erwartungen übertroffen und insgesamt 40 Medaillen geholt – so viele wie noch nie beim größten Sport-Event der Welt. 10 Mal gab es goldenes Edelmetall (und somit zwei Mal mehr als in Peking 2008, London 2012 und Rio 2016), 10 Mal Silber und 20 Mal Bronze. Damit wurde der bisherige Rekord von Los Angeles 1932 und Rom 1960 übertroffen: Damals holte das azurblaue Team jeweils 36 Medaillen.


Die Spiele in Tokio hielten aber auch noch andere Besonderheiten parat. Italien erkämpfte sich an jedem der 16 Wettkampftage mindestens eine Medaille – das gab es noch nie. Zudem wurden die Edelmetalle auf 19 verschiedene Disziplinen verteilt, Bestwert war bisher 17 (2004 in Athen). Im Klartext bedeutet das: Die Azzurri spielen weltweit gesehen wieder im Konzert der Großen mit.

Italiens Star bei diesen Spielen: Marcell Jacobs. © POOL / ALEKSANDRA SZMIGIEL


Das größte Schmuckstück der Spiele war die Leichtathletik, in der die Leistungsdichte enorm ist. Und trotzdem holte Italien hier 5 Goldmedaillen, wobei besonders drei Edelmetalle alles überragten. Da wäre der 100-m-Olympiasieg von Marcell Jacobs, da wäre die Goldene von Italiens 4x100-m-Staffel (mit Jacobs, Lorenzo Patta, Eseosa Desalu und Filippo Tortu) und da wäre der historische Doppelsieg von Hochspringer Gianmarco Tamberi, der sich die Goldmedaille mit seinem katarischen Konkurrenten und Freund Essa Mutaz Barshim teilte. Im Medaillenspiegel nimmt Italien den 10. Platz ein.
Durchwachsene Bilanz in Deutschland
Während Italien jubelt, herrschte in Deutschland gedämpfte Stimmung vor. 37 Mal Edelmetall, davon 10 Mal Gold, 11 Mal Silber und 16 Mal Bronze – das sind 5 Medaillen weniger als bei den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro und 4 weniger als bei der bisherigen Negativmarke in Peking 2008. Dem erfolglosen Auftritt aller Ballsport-Teams und dem schwachen Abschneiden früherer Medaillen-Garanten wie Ruderern und Renn-Kanuten sowie im Rad-Velodrom standen nur wenige Ausreißer nach oben entgegen. Tennis-Sensationssieger Alexander Zverev, Weitsprung-Star Malaika Mihambo und die Zweikämpfer um Gold-Ringerin Aline Rotter-Focken konnten die Gesamtbilanz nicht allein retten.

Die USA sind dagegen zum dritten Mal in Serie die erfolgreichste Olympia-Nation bei Sommerspielen. Das amerikanische Team holte bei den Wettkämpfen von Tokio 39 Mal Gold, 41 Mal Silber und 33 Mal Bronze und lag damit knapp vor China. Der Gastgeber der kommenden Winterspiele 2022 in Peking nahm den zweiten Rang (38/32/18) vor Japan (27/14/17) ein. Der Ausrichter der Spiele von Tokio kam damit auf die deutlich beste Bilanz seiner Olympia-Geschichte. Bester europäischer Vertreter war Großbritannien (22/21/22).

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