Olympia Rio 2016

Was für ein Spiel: Simone Giannelli steht mit Italien im Finale Der Bozner Aufspieler konnte es nach dem entscheidenden Punkt nicht fassen (Foto Facebook)

Bärenstark: Simone Giannelli & Co. stehen im Olympia-Finale

Was für ein Spiel, was für Emotionen, was für eine Stimmung, was für ein Sieg. Simone Giannelli steht mit der italienischen Volley-Herren-Nationalmannschaft im Finale der Olympischen Spiele. Gegen die USA gab es im Halbfinale einen 3:2-Erfolg der denkwürdigsten Sorte.

Was ist Kampfgeist? Was ist absoluter Siegeswille? Wer auf der Antworten-Suche nach diesenFragenist, kann die Begriffe natürlich in die Internet-Suchmaschinen eingeben. Oder er schaut sich das Olympia-Halbfinale der Volleyballmänner zwischen Italien und den USA an. Die Azzurri sahen im dritten Satz schon wie geschlagen aus, kassierten eine blamable 9:25-Satzniederlage und lagen mit 1:2 zurück. Doch danach lieferten Giannelli & Co.bestes Anschauungsmaterial dafür, wie man eine sportliche Auferstehung bewerkstelligt.


Spektakel von der ersten Minute an

Bereits in den ersten beiden Sätzen boten die beiden Teams den Zuschauern großes Spektakel. Im ersten Abschnitt behielten die Azzurri dank einer furiosen Aufholjagd, einem präzis aufspielenden Giannelli und den Raketen-Smashes von Ivan Zaytsev mit 30:28 die Oberhand.

Nach dem ersten Seitenwechselhielt Italiendie US-Boysstets mit zwei oder drei Punkten auf Abstand, ließaber gen Ende des Satzesdie nötige Durchschlagskraft vermissen. Im Tie-Break gelang es den USA nämlich mit einem knappen28:26 den ausgleichenden Punkt einzuheimsen.


Desaströser dritter Satz

Der Schock über den verlorenen Punkt im Finish saß bei Giannelli & Co. offenbar sehr tief. Im dritten Satz präsentierten sich die Azzurri nämlich so, als hätten sie innerhalb kürzester Zeit das Volleyballspielen verlernt. Giannelli wurde beim Stand von 4:14 sogar kurzzeitig aus dem Spiel genommen. Am Ende stand auf der Anzeigetafel das blamable Ergebnis von 25:9 für die USA - in Sätzen: 1:2 aus italienischer Sicht.


Die Auferstehung

Für mancheExperten dürfte Italien nach dieser Schmach wohl schon am Boden gewesen sein. Doch die Azzurri bissen sich im vierten Satzzurück ins Spiel, hefteten sich an die Fersen der Amerikaner, die anfangs zwar immer wieder in Führung gingen, sichim Finish aber der geballten Muskelkraft von Ivan Zaytsev geschlagen geben mussten. Der italienische Angreifer brachte die US-Boys mit drei seiner 110-km/h-Aufschlägen zum Verzweifeln und bescherte seinem Teamden 25:22-Sieg - 2:2 nach Sätzen.

Der Knackpunkt der Partie, wie sich herausstellte. Im entscheidenden fünften Satz spielten die Azzurri wie aus einem Guss, auch der zuvor etwas blasse Giannelli trumpfte wieder groß auf und verhalf seinem Team somit zum klaren 15:9-Sieg.


Finale am Sonntagabend

Damit steht Italien im Finale der Olympischen Spiele, das am Sonntag um 18.15 Uhr über die Bühne geht. Der Gegner muss im zweiten Halbfinalspiel zwischen Brasilien und Russland am Samstagmorgen noch ermittelt werden. Zwei Sachen sind derweil aber schon fix: Simone Giannelli holt seine erste Olympia-Medaille - und sollten sich die Italiener auch im Endspiel derart kampfstark präsentieren, ist die Chance, dass Giannellis MedailleGold glänzt, sehr groß.


Volleyball Herren, Halbfinale der Olympischen Spiele in Rio

Italien – USA 3:2 (30:28, 26:28, 9:25, 25:22, 15:9)

Italien: Sottile, Vettori, Juantorena 13, Giannelli 7, Rossini, Zaytsev 21, Lanza 16, Buti 8, Colaci 1, Birarelli 5, Antonov 1

USA: Anderson 25, Russel 14, Sander 10, Lee 9, Christenson 5, Holt 16, Shoji



Thomas Debelyak, SportNews


Autor: sportnews

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