Olympia Rio 2016

Francesca Dallapè und Tania Cagnotto (Foto: rio2016.com)

Tania Cagnotto: “Ich habe schon unter Wasser gejubelt”

Die erste Medaille für eine Südtiroler Athletin bei diesen XXXI Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro ist seit Sonntagabend (MESZ) Realität. Tania Cagnotto wurde im Synchronspringen an der Seite von Francesca Dallapè den hohen Erwartungen gerecht. SportNews hat die Stimmen vom „Silbersprung“.

„Haben wir es wirklich geschafft?“, fragt eine ungläubige Francesca Dallapè. Die Antwort von Tania Cagnotto fällt so trocken aus, wie ein schwedisches Knäckebrot: „Ja!“ Danach umarmen sich die beiden Wasserspringerinnen aus Trient, bzw. Bozen lange und bedanken sich gegenseitig. Denn sie wissen – ohne die andere, wäre dieser Erfolg nie möglich gewesen.

„Ohne Tania hätte ich nie solche Ergebnisse einfahren können. Wir arbeiten seit 2009 zusammen und hatten sofort einen besonderen Draht zueinander. Wir sind zusammen gewachsen, zu Frauen gereift und sehr gute Freundinnen geworden. Tania arbeitet sehr viel, aber auch ich bin sehr streng zu mir. Es war ein langer Weg mit sehr viel Genugtuung und eigentlich wenigen Enttäuschungen. Tania hat mir immer dann Vertrauen geschenkt, wenn ich nicht mehr an mich geglaubt habe. Mit der Zeit habe ich Emotionen und Enthusiasmus ausgestrahlt, Tania ihre unglaublichen technischen und menschlichen Qualitäten“, wird Francesca Dallapè aus Trient auf der Webseite des italienischen Schwimmverbandes zitiert.

„Francesca scheint eine zerbrechliche Persönlichkeit zu sein – aber im Wettkampf ist sie viel ruhiger als ich. Um sie habe ich mir absolut keine Sorgen gemacht, ich wusste, dass sie ihre Sprünge gut machen würde. Ich hingegen, die nach außen so ruhig wirkt, bin auf dem Trampolin sehr angespannt. Auch heute (am Sonntag, Anm. d. Red.) habe ich beim Dreieinhalb Salto vorwärts gehechtet gepatzt. Ich war sehr aufgeregt. Punktemäßig war es kein großartiger Wettkampf. Aber das beweist, dass Olympia eigene Gesetze hat und nicht immer die besten gewinnen. Heute stimmt die Rangordnung aber, denn zuerst kam China – und dann wir“, ist Tania Cagnotto, 31 Jahre aus Bozen, überzeugt.

Beide wussten sofort, dass Sprung Nummer fünf, der Zweieinhalb Delfinsalto, gut gelungen war. „Ich habe schon unter Wasser gejubelt und wäre beinahe erstickt“, strahlt Cagnotto. Dallapè schaute nach dem Auftauchen sofort zu ihrer Trainerin Giuliana Aor: „Sie deutete sofort an, dass es ein guter Sprung war. Meiner Trainerin werde ich immer danken.“ Tania Cagnotto verrät hingegen: „Ich wusste, dass wir zehn Punkte Vorsprung hatten. Aber dieses Mal war ich zu aufgeregt um richtig zu rechnen.“


Hannes Kröss/SportNews

Autor: sportnews

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