Olympia Rio 2016

Stets im Fokus: Simone Giannelli

Zum Geburtstag von Simone Giannelli: Bubi-Superstar

Simone Giannelli feiert am heutigen Dienstag seinen 20. Geburtstag. Für exzessive Partys, wie sie zu diesem Anlass nicht selten zelebriert werden, bleibt momentan aber keine Zeit. Simone hat nämlich eine Mission. Ein Portrait über einen Volleyballer, der im Frühling seiner jungen Laufbahn schon mehr erreicht hat als manch ein Routinier im Karriere-Spätherbst.

Wie wird man ein Superstar? Gewiss, Talent ist das eine. Der Kopf, die Einstellung das andere. Nur wenn der Mix aus diesen beiden Zutaten stimmt, dann kann es mit dem schwierigen Sprung nach oben klappen. Bei Simone Giannelli ist das der Fall.


„Überragend“ und „zauberhaft“

Beispiel: Sonntag, Olympia-Debüt der italienischen Volleynationalmannschaft gegen Frankreich – und zugleich auch das erste Partie von Simone Giannelli bei den Spielen mit den fünf Ringen. Die „Azzurri“ gewinnen klar mit 3:0, Giannelli ist in der Zuspieler-Position wieder einmal eine Klasse für sich. Die Medien überhäufen ihn mit Lob, die Dolomiten sprach von einer überragenden Vorstellung, das italienische Sportportal oasport.it bezeichnete Giannelli sogar als zauberhaft. Und er selbst? Ließ die Lobeshymnen an sich abprallen wie ein Fels das Wasser und sprach indes mit der Erfahrung eines 30-Jährigen. „Wir müssen auf dem Boden bleiben. Wenn wir so wie heute (Sonntag, Anm. d. Red.) spielen, können wir alle schlagen – doch wenn wir auch nurein kleines bisschen nachlassen, dann kann alles schnell vorbei sein.“

Diese Bodenständigkeit, diese demütige Art brachte Giannelli dorthin, wo er momentan ist – nämlich an die Spitze des Volleyballzirkusses. Nicht wenige Experten ordnen ihn in die Top-5 der bestenAufspieler weltweit ein. Und das alles mit gerade einmal20 Jahren.


Ein Zufall brachte ihn zum Volleyball

Dabei entdeckte der sportbegeisterte Bozner seine große Leidenschaft nur zufällig. Als seine Schwester Martina bei Neugries mit dem Volleyball begann, hielt Giannelli eines Tages als Trainingspartner her – und merkte sofort, dass ihm das Spiel taugte. Auch, weil er darin sehr talentiert war. Mit 14 Jahren wechselte er deshalb an den Hof des renommierten Volleyballvereins Trient, wo er in der Jugend Titel um Titel holte undschnell aufzeigte, dass es sich bei ihm um ein außergewöhnliches Talent handelte.


Kurz nach seinem Nationalmannschafts-Debüt ging's zur Maturaprüfung

Am 27. Oktober 2013 feierte Giannelli im zarten Alter von 17 Jahren und zwei Monaten schließlich sein Serie-A-Debüt. Der Stein kam damitins Rollen. Denn in der darauffolgenden Saison gehörte er zum Startaufgebot der Profimannschaft, holte sogar den Meistertitel und wurde in der Finalserie als wertvollster Spieler ausgezeichnet. Der Beginn eines turbulenten Sommers, und das nicht nur wegen seiner Matura-Prüfung, die er wenige Tage nach seinem Nationalmannschafts-Debüt in der World-League abgelegt hat. Vielmehr waren dafür der dritte Platz bei der Europameisterschaft, bei der Giannelli zum besten Aufspieler gewählt wurde, und der zweite Rang beim World Cup in Japan verantwortlich. Damit war der Bozner endgültig in den höchsten Sphären der Volleyballwelt angekommen.


Der Kopf der italienischen Nationalmannschaft

Dass er in Rio seine Olympia-Premiere gibt, mag einem auf dem ersten Blick nicht auffallen. Im italienischen Team ist Giannelli die unangefochtene Schaltzentrale, gibt seine Zuspiele mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks und treibt die gegnerischen Blöcke aufgrund seiner unberechenbaren Spielweise nicht selten in den Wahnsinn.

Seine Antwort auf die Frage, was er sich von den Olympischen Spielen erwarte
, ist ein weiteres Indiz dafür, wiesoGiannellis rapider Aufstieg keinesfalls zufällig oder glücklich zustande gekommen ist. „Ich will eine Medaille.Nur dabei zu sein ist mir eindeutig zu wenig.“ Alles Gute zum Geburtstag.



Thomas Debelyak, Sportnews


Autor: sportnews

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