L Ski Alpin

So riecht Gold: Katharina Liensberger kürte sich in Cortina zur Doppel-Weltmeisterin. © ANSA / LUCIANO SOLERO

Im Vorjahr Sorgenkind, jetzt WM-Star: „Ein Traum, der wahr wird“

Seit Samstag ist Katharina Liensberger zweifache Ski-Weltmeisterin. In Cortina d'Ampezzo schnappte sich die brillante Technikerin neben Parallel-Gold und Riesentorlauf-Bronze auch noch Gold im Slalom, ihrer besten Disziplin. Dabei stand ihre Karriere vor einem Jahr am Scheideweg.

„Es ist wirklich ein Traum, der wahr wird“, sagte sie. Ihr Weg „hat sich irgendwie abgezeichnet, auch wenn man das hinterher immer leicht sagen kann“, meinte Trainer Christian Mitter. In den vergangenen drei Weltcup-Slaloms hatte sich Liensberger knapp geschlagen geben müssen. Bruchteile einer Sekunde sprachen jeweils gegen sie. Nun erklomm sie ausgerechnet bei der WM das erste Mal die oberste Stufe.


Am Samstag sei es ihr gelungen, das umzusetzen, was für sie am meisten zähle, nämlich „mit Herz und Begeisterung“ Ski zu fahren. „Ich denke, wenn man was wirklich will, dann hilft einem auch das ganze Universum, das zu erreichen. Heute war definitiv der Tag, an dem mir das gelungen ist“, meinte Liensberger. „Dass es jetzt am Ende für Gold reicht, das ist unglaublich.“

Glimpfliches Ende beim Materialstreit
Im ÖSV wusste man längst um das außergewöhnliche Talent der Vorarlbergerin. Vor der Saison 2019/20 bemühte sich zunächst Sportdirektor Anton Giger mit großem Eifer darum, ein brutales Karriere-Intermezzo zu verhindern – doch Liensberger blieb zunächst Stur und bereitete den ÖSV-Bossen mehr Sorgen, als ihnen lieb war.

>>> Der Liensberger-Triumph: Hier geht's zum Rennbericht. <<<

Liensberger hätte ab dem vergangenen Winter eigentlich mit der Vorarlberger Skimarke Kästle statt Rossignol und Lange-Schuhen fahren wollen, dies scheiterte aber an dazugehörigem Schuhmaterial, das den Bedingungen des Austria Ski Pool entsprochen hätte. Lange, das zu Rossignol-Gruppe gehört, sagte Nein zu einem Ausrüstervertrag für Kästle.

Nach Gesprächen mit ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel einigten sich die Parteien schließlich doch noch kurz vor dem ersten Slalom in Levi. Liensberger blieb Rossignol erhalten. „Sie hat gesehen, dass der Markenwechsel zu dem Zeitpunkt kein Vorteil gewesen wäre“, betonte Schröcksnadel. Das Material macht sie schnell und ermöglichte ihr jetzt bei der WM ihre bisher größten Erfolge.

Autor: cst/apa

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2021 Sportnews - IT00853870210