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Dominik Paris hatte am Freitag mit der Kurssetzung schwer zu kämpfen. © APA / EXPA/JOHANN GRODER

„Nicht WM-würdig“: Die Vertigine macht die Abfahrer schwindelig

Am Freitagvormittag fand der 1. Trainingslauf für die WM-Abfahrt der Herren in Cortina statt. Dabei wurde eines klar: Die Vertigine machte die Abfahrer schwindelig. Dominik Paris & Co. fanden im Ziel klare Worte.

Für eine Abfahrt sei der Kurs zu drehend – das war der allgemeine Tenor. Einige Ski-Asse, wie beispielsweise Dominik Paris, winkten nach dem Trainingslauf verbittert ab. Der Ultner kam zwar ins Ziel, hatte bei seiner Fahrt aber gleich mehrere Tore nicht korrekt passiert und war sichtlich angefressen.


„Mir tut das im Herzen weh“
Dominik Paris

„Das ist nicht WM-würdig. Mir tut das im Herzen weh. Ich hoffe, dass der Kurs noch umgesteckt wird. Ich kann beispielsweise nicht verstehen, warum man bereits 6 Tore vor dem Sprung eine Abfahrt so drehend setzen muss“, meinte Paris im Ziel gegenüber dem ORF.
Die Abfahrts-Asse sind sich einig
Laut Paris sei der Kurs so drehend gesetzt, dass es einem fast die Bandscheiben raushaue: „In einer Abfahrt brauchen wir offene Kurven.“ Ihm pflichtete sein guter Freund Beat Feuz bei: „Es fühlt sich nicht gut an. Es ist extrem, wie sie das gesteckt haben. Das Tempo – speziell über den Sprung – ist viel zu gering. Im Athleten-Chat wird es heute sicher rund gehen.“
„So eine Abfahrt bin ich noch nie gefahren“
Vincent Kriechmayr

Super-G-Weltmeister Vincent Kriechmayr schlug in die gleiche Kerbe. „So eine Abfahrt bin ich noch nie gefahren. Ich möchte gar nicht so sehr die Kurssetzung kritisieren. Man könnte es zwar an einigen Passagen offener setzen, allerdings haben die Kurssetzer bei diesem Gelände und speziell diesem Sprung auch nicht die große Wahl“, räumte Kriechmayr ein.
Die Zeiten rückten in den Hintergrund
Trainingsschnellster war übrigens der Deutsche Simon Jocher (mit Torfehler). Zweiter wurde Max Franz (+0,02 Sekunden), der im Ziel sagte, dass sich seine Fahrt eigentlich nicht gut angefühlt habe. Der Österreicher verwies trotzdem seinen Teamkollegen Otmar Striedinger auf Rang 3.

Viele Abfahrts-Asse – wie Christof Innerhofer – hatten Schwierigkeiten. © APA/afp / ANDREAS SOLARO


Bester Azzurro wurde der Kastelruther Florian Schieder (mit Torfehler), der als 6. nur 43 Hundertstelsekunden langsamer als der Trainingsschnellste war. Trotzdem schüttelte Schieder im Ziel mit dem Kopf. Neben Paris, der ein Tor fast boykottierte und keinen vergleichbaren Richtwert aufstellte, beging auch Innerhofer einen Torfehler. Der Gaiser fuhr anschließend nicht mehr mit einer Abfahrtshocke ins Ziel.

Am Samstag steht für die Herren auf der Vertigine ein weiterer Trainingslauf auf dem Programm, bevor es am Sonntag um die Abfahrts-Medaillen geht. Man darf gespannt sein, ob sich an der Kurssetzung etwas ändern wird.

Autor: dl

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Kommentare (1)

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Hermann Zanier [melden]

Die Strecke wird für alle gleich sein und auf die Strecke muss man sich einstellen können. Einige Korrekturen wird es sicher geben.
Bei den Großanlässen hat es schon mehrere grenzwertige Abfahrten gegeben. Ich erinnere mich nur an den Sturz von Hermann Maier in Japan, an die Abfahrt in Frankreich zwischen den Felsen, an jene in Saalbach, wo ein Österreicher den ganzen Zielhang in der Luft herunterflog und andere mehr. Wichtig ist, dass sich niemand verletzt, deshalb muss man auch von der vorsichtigen Seite anfangen, und nicht auf den Unfall warten und dann zurück krebsen.

12.02.2021 14:01

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