L Ski Alpin

Riesenjubel beim norwegischen Team. © APA/afp / FABRICE COFFRINI

Per Video-Schiri zu Gold: Norwegens No-Names überraschen alle

Das Teamevent bei der Weltmeisterschaft in Cortina hielt einige Kuriositäten bereit. Und einen Sieger, den so wohl niemand auf dem Zettel hatte.

Norwegen zählt zu den stärksten Nationen im Skiweltcup. Doch die großen Stars à la Henrik Kristoffersen (verzichtete), Aleksander Aamodt Kilde oder Lucas Braathen (beide verletzt) waren im Mannschaftsbewerb nicht dabei. Von den klingenden Namen mischte einzig und allein Sebastian Foss-Solevaag mit, während Thea Louise Stjernesund, Kristina Riis-Johannessen und Fabian Wilkens Solheim nur den Insidern bekannt sein dürften. Das zählte am Ende aber alles nichts. Denn die Norweger holten sich im Teamevent, das wie immer als Parallelrennen ausgetragen wurde, überraschend und zum ersten Mal in der Geschichte WM-Gold.


Im großen Finale setzten sich die Ski-Elche gegen das Quartett aus Schweden, das ebenfalls überraschte, durch. Vor allem ein Duell verlief dabei sehr kurios: Sebastian Foos-Solevaag trat gegen Kristoffer Jakobsen an. Im Mittelteil der Strecke stoppte der Norweger dann plötzlich seine Fahrt, weil er sich offenbar vom Schweden, der gefährlich nahe an den Kurs des Konkurrenten kam, irritiert fühlte.

Sebastian Foss-Solevaag (vorne) im finalen Duell mit Kristoffer Jakobsen. © APA/afp / FABRICE COFFRINI


Foss-Solevaag protestierte sofort bei FIS-Renndirektor Markus Waldner. Weil auch die Video-Bilder eindeutig belegen, dass der Norweger aus Vorsicht anhielt, wurde entschieden, dass dieses Duell wiederholt wird. Den neuerlichen Run entschied Foss-Solevaag für sich, stellte so auf 2:1 für sein Team und sah dann, wie sein Landsmann Fabian Wilkens Solheim die Goldmedaille gegen Mattias Rönngren ins Ziel brachte.
Deutschland holt Bronze, Favoriten straucheln

Das deutsche Team holte Bronze. © APA/afp / ANDREAS SOLARO


Während sich also die Schweden Estelle Alphand, Sara Hector, Jakobsen und Rönngren die Silbermedaille umhängen durften, ging Bronze an das deutsche Team, das bei dieser WM einen richtigen Lauf hat. 3 Mal gab es schon Silber, nun folgte mit Bronze das vierte Edelmetall. Im kleinen Finale gab es einen Prestigesieg gegen den Titelverteidiger Schweiz, der vor dem Rennen als Goldfavorit Nummer 1 gehandelt worden war. Auch Österreich mit der frischgebackenen Parallel-Weltmeisterin Katharina Liensberger guckte am Ende in die Röhre: Im Viertelfinale war gegen die späteren Finalisten aus Schweden Schluss.
Delago springt als Ersatzfrau ein und überzeugt
Italien schied ebenfalls im Viertelfinale aus: Gegen Deutschland zog man mit 1:3 den Kürzeren. Den Punkt für die Azzurri holte ausgerechnet Nadia Delago, die nur zufällig zu ihrem dritten WM-Einsatz gekommen ist. Im Achtelfinale zog sich nämlich ihre Teamkollegin Lara Della Mea bei einem schweren Sturz eine Knieverletzung zu und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Delago sprang als Ersatzfrau in die Bresche und machte ihre Sache gegen die Deutsche Emma Aichner mehr als nur ordentlich.

Lara Della Mea verletzte sich bei diesem Sturz. © APA / EXPA/JOHANN GRODER


Weil aber Giovanni Borsotti, Laura Pirovano und Luca De Aliprandini gegen Stefan Luitz, Andrea Filser und Alexander Schmid das Nachsehen hatten, war im Viertelfinale Schluss. Am Ende steht den Azzurri, die vor 2 Jahren in Åre noch WM-Bronze geholt haben, der achte Platz zu Buche.


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Autor: det

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