L Ski-WM 2021

Alex Vinatzer schrammte an der Medaille vorbei. © APA / EXPA/JOHANN GRODER

Platz 4 im Slalom: Vinatzer schrammt an Sensation vorbei

Es hat nicht sein wollen: Alex Vinatzer hat nach einem überragenden ersten Durchgang im Slalom von Cortina d’Ampezzo in der Entscheidung eine Medaille knapp verpasst. Dafür standen am Ende zwei Athleten ganz oben, mit denen nicht unbedingt zu rechnen war.

Alex Vinatzer hat sich nach seinem Seuchen-Jänner (fünf punktelose Rennen in Folge) ausgerechnet im WM-Slalom eindrucksvoll zurückgemeldet. Die Krönung, sprich eine Medaille, blieb ihm aber verwehrt. Am Ende musste der 21-Jährige mit dem undankbaren vierten Platz Vorlieb nehmen. Trotzdem war es ein starkes Lebenszeichen des Grödners.


Die zahlreichen intensiven Trainings in den letzten Tagen haben sich bei Alex Vinatzer bezahlt gemacht. Das sah man schon im ersten Durchgang: Die Unsicherheit und Vorsicht, die seine Auftritt im Jänner geprägt haben, waren auf einen Schlag verschwunden. Der Grödner attackierte, riskierte, fuhr richtig gut Ski und belegte zur Halbzeit so den zweiten Platz, geschlagen nur vom österreichischen Sensationsmann Adrian Pertl. Ski-Südtirol träumte also zurecht von der ersten Medaille bei dieser WM.

Ein kurioser zweiter Durchgang
Die Entscheidung war von einer Besonderheit geprägt: Weil die FIS befürchtete, dass die Piste stark abbauen wird, entschied man, dass der 15. den zweiten Durchgang eröffnet – und nicht wie traditionell der an Position 30 gereihte Athlet. Deshalb gingen die Skistars in der Entscheidung von Beginn an volles Risiko, weshalb auch einige Topleute wie Marco Schwarz ausschieden. Die Medaille war für Alex Vinatzer also in Reichweite: Bei seiner Fahrt häufte der Grödner jedoch aufgrund mehrerer kleiner Fehler einen Rückstand von über einer Sekunde an, weshalb er im Ziel hinter Sebastian-Foss Solevåg und Henrik Kristoffersen auf Rang drei aufschien.

Vinatzer hat sich zurückgemeldet, eine Medaille aber knapp verpasst. © APA / EXPA/JOHANN GRODER


Nun begann das Zittern: Gelingt es Adrian Pertl, dem Sensationsführenden aus dem ersten Durchgang, die Nerven zu bewahren und ins Ziel zu kommen? Die Antwort lautete ja. Der 24-jährige Österreicher, der bisher erst ein Mal auf dem Weltcup-Podest gestanden ist, büßte zwar einiges an Zeit ein, kämpfte aber wie ein Löwe und landete schlussendlich auf dem Silberrang. Folglich wurde Vinatzer auf Rang vier verdrängt.
Ein Rennen der Überraschungsmänner
Der letzte WM-Tag in Cortina stand also im Zeichen der Sensationsmänner: Denn auch mit Sebastian-Foss Solevåg als neuen Weltmeister hatte im Vorfeld niemand so richtig gerechnet – auch, wenn der Norweger heuer die Saison seines Lebens fährt und vor einem Monat seinen ersten Weltcupsieg feiern konnte. Dritter wurde Henrik Kristoffersen, der somit seine erste WM-Medaille im Slalom einheimste.

Neuer Slalomweltmeister: Sebastian-Foss Solevåg. © APA/afp / FABRICE COFFRINI


Manfred Mölgg zeigte in seinem womöglich letzten WM-Rennen eine starke Leistung: Nach Platz 20 zur Halbzeit konnte er in der Entscheidung einige Plätze gutmachen und steht im Endranking auf dem 14. Rang.

Mit dem Slalom der Herren ist die Weltmeisterschaft in Cortina d'Ampezzo zu Ende gegangen. Aus Südtiroler Sicht werden diese Titelkämpfe aufgrund der fehlenden Medaillen wohl nicht lange in Erinnerung bleiben. Die Ski-Saison ist aber noch nicht zu Ende, denn nun geht der Weltcup in die heiße Phase. Bereits am nächsten Wochenende sind die Speed-Damen im Fassatal im Einsatz, während die Riesentorläufer in Bansko fahren werden.


http://visual.apa.at/wintersport/index.html?apaview=topic:alpinwm-page:live

Autor: det

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2021 Sportnews - IT00853870210