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In Cortina ein heißer Medaillenkandidat: Dominik Paris © Pentaphoto

Südtiroler bei der Ski-WM: Die üblichen Verdächtigen

Nadia Delago ist bei der Ski-Weltmeisterschaft in Cortina Südtirols Alleinunterhalterin. Das krasse Gegenspiel bietet Italiens Herren-Auswahl, in der es nur so vor heimischen Athleten wimmelt.

Dominik Paris, Christof Innerhofer, Manfred Mölgg, Simon Maurberger, Riccardo Tonetti, Alex Vinatzer: Das sind die Namen jener Athleten, die Südtirol bei der Weltmeisterschaft 2019 in Åre vertreten haben. Obwohl von Verletzungen gebeutelt, deutet vieles darauf hin, dass die Delegation auch zwei Jahre danach sechs Athleten umfasst – mit einer Änderung.

Alpine Kombination
Die unbestrittene Nummer 1 und größte Medaillenhoffnung in der Kombination ist zweifellos Riccardo Tonetti. Der Bozner hat nach seinem 4. Rang in Åre mit der Weltmeisterschaft noch eine Rechnung offen. Ob sich Dominik Paris nach seiner Verletzung und den wenigen Trainingstagen die Kombi antut, ist ungewiss. Christof Innerhofer dürfte dagegen starten – genauso wie Florian Schieder, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sein WM-Debüt geben wird und im Vorjahr in besagter Disziplin schon zweimal gepunktet hat.
Super G
Kann Schieder in der Alpinen Kombination noch mit einem Start spekulieren, so ist die Teilnahme am Super G deutlich unwahrscheinlicher. Ein 44. Rang als bestes Saisonergebnis ist nicht ausreichend, um Emanuele Buzzi und Matteo Marsaglia den Startplatz streitig zu machen.

Christof Innerhofer weiß, wie man den WM-Super-G gewinnt. © Pentaphoto


Dabei haben die Obengenannten mit ihren Saisonbestleistungen (19. und 23.) auch nicht berauschende Ergebnisse eingefahren. So kommt es, dass alle Hoffnungen des Heimteams einmal mehr auf Paris und Innerhofer ruhen. Und das kommt nicht von ungefähr: Immerhin ist der Ultner der amtierende Weltmeister, während der Gaiser 2011 in Garmisch-Partenkirchen mit der Goldenen vom Podest strahlte.
Abfahrt
Dass die beiden Routiniers auch in der Abfahrt um Edelmetall kämpfen, ist in Stein gemeißelt. Auf der neuen „Vertigine“, auf der sich Innerhofer im März 2019 das Kreuzband riss, wollen sie der internationalen Konkurrenz Paroli bieten. Auch Schieder hat mit dem 14. Rang in Kitzbühel das Ticket fix in der Tasche, wenngleich das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Eine außerordentliche Leistung an diesem Wochenende in Garmisch-Partenkirchen kann die Karten neu mischen. Außerdem ist durchgesickert, dass das Speed-Team komplett nach Cortina anreist und erst anhand der Trainingsleistungen entschieden wird, wer startet. Eine Aufstellung festzulegen, wäre deshalb reine Spekulation, zumal die Abfahrt in Cortina für alle Beteiligten Neuland ist.
Parallel und Team-Parallel
Als amtierende Bronzemedaillengewinner haben Alex Vinatzer und Simon Maurberger ihren Startplatz eigentlich sicher. Eigentlich, denn Maurberger plagen Knieschmerzen, die er wohl operativ behandeln muss. Und weil dem 25-Jährigen im Slalom andere Athleten vorgezogen werden, steht hinter seinem Einsatz ein dickes Fragezeichen. Vinatzer ist hingegen gesetzt. Mölgg und Tonetti sind mögliche Alternativen zu Maurberger, allerdings haben beide Athleten aufgrund von Verletzungen nur wenig Zeit dieser Disziplin gewidmet. Luca De Aliprandini und Giovanni Borsotti stehen daher höher im Kurs.
Riesentorlauf
Apropos De Aliprandini und Borsotti: Sie erhalten im Riesentorlauf das Vertrauen der Trainer. Gleiches gilt für Riccardo Tonetti. Ob sie dieses zurückzahlen können, bleibt abzuwarten, ist doch der Riesenslalom die große Problemdisziplin in Italiens Herrenteam. Immerhin haben Tonetti und De Aliprandini zuletzt eine Aufwärtstendenz erkennen lassen. Und wer komplettiert das Quartett? Obwohl Mölgg in der laufenden Saison nur in Sölden am Start stand (21.), ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er diesen Platz einnimmt.
Slalom
Die Aufstellung im Slalom hat Chefcoach Jacques Theolier bereits klar angedeutet. Vinatzer, Mölgg, Stefano Gross und Giuliano Razzoli sollen es richten. Letzterer hat sich die Fahrkarte mit dem 7. Platz in Chamonix in allerletzter Sekunde geschnappt. Maurberger wurde trotz konstanter Leistungen nicht berücksichtigt.

Alex Vinatzer hat Großes vor. © Pentaphoto


Mit Paris, Innerhofer, Mölgg, Tonetti, Vinatzer und Schieder ist Südtirol also in jeder Disziplin gut vertreten. Sollte es mit einer Medaille klappen, wäre dies angesichts der Verletzungshistorie ein Erfolg. Denn abgesehen von Schieder waren alle fünf Athleten vor dem Saisonbeginn mit Ausfällen und Krankheiten konfrontiert.




Autor: leo

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