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Noch vier Tage, dann beginnt in Cortina d'Ampezzo die Ski-WM 2021. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Warum die Cortina-WM zum Symbol wird

In vier Tagen beginnt eine der größten internationalen Veranstaltungen während der Coronavirus-Pandemie. Dass die 46. alpine Ski-WM in Cortina d'Ampezzo überhaupt stattfindet, ist ein halbes Wunder, in vielerlei Hinsicht aber von immenser Bedeutung.

Der Rennsport braucht die Einnahmen, das arg gebeutelte Italien ein Event mit Symbolkraft. Das Programm ist so dicht wie nie: 13 Rennen warten in 14 Tagen. Mit den Virus-Mutationen kämpft man gegen einen unsichtbaren Feind.


16 Jahre nach Bormio (2005) gibt sich Italien wieder als WM-Ausrichter. Gleichzeitig geht es um einen erfolgreichen Probelauf für die Olympischen Winterspiele 2026. Durch Covid-19 sind die Herausforderungen aber weitaus komplexer geworden, als die Macher das je ahnen konnten. „Ich kann mich an keinen Veranstalter erinnern, der so viele Aufgaben wie Cortina bewältigen musste, damit wir alle in den nächsten zwei Wochen hier sein können“, sagte FIS-Präsident Gian Franco Kasper. „Würde es eine Goldmedaille für Ausdauer und Beharrlichkeit geben, würde das gesamte Cortina-2021-Team gewinnen.“

Rigorose Schutzmaßnahmen, aber geöffnete Lokale
Dass die WM ausgerechnet in dem Land steigt, in dem die Pandemie in Europa ihren Ausgang genommen hat, ist allein schon symbolträchtig. Es gehe jetzt darum, in harten Zeiten eine Botschaft der Hoffnung und des Optimismus zu senden, sagen die Verantwortlichen um OK-Präsident Alessandro Benetton.

Ausnahmezustand in Cortina d'Ampezzo: Die WM wird zum epidemiologischen Feldversuch. © ANSA / LUCIANO SOLERO / Z28

Die Pandemie hat den Ski-Zirkus in den vergangenen Monaten schwer getroffen. Nirgendwo waren Zuschauer zugelassen, es gibt viele Einschränkungen und strenge Pflichten. All das riss massive Löcher in die Budgets. Der Rettungsanker sind die TV- und Marketing-Einnahmen, die durch die WM generiert werden, „Dieses Geld wird dann an die Verbände ausgeschüttet, damit wir die Saison überleben“, meint der Brixner Markus Waldner, FIS-Renndirektor für die Herren-Bewerbe.

Damit kein WM-Cluster entsteht, herrschen rigorose Schutzmaßnahmen: vier Blasen mit möglichst wenig Interaktion, Antigen-Schnelltests alle drei Tage, elektronische Zutritts- und Bewegungskontrollen, Gesundheitsfragebögen, Maskenpflicht und Temperaturscans an jeder Ecke, aber bis 18 Uhr geöffnete Lokale. Was die 5600-Einwohner-Ortschaft für zwei Wochen unter enormem logistischen Aufwand versucht, kommt einem epidemiologischen Feldversuch gleich. Wie unter einem Brennglas wird die Kontrollierbarkeit des Virus studiert.

Autor: cst/apa

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