4 Extremsport

Alex Oberbacher unter der Langkofelgruppe. © Leo Holzknecht

Alex Oberbacher und der Rekord, der es ins Fernsehen schaffte

Sein Name ist der breiten Masse nicht bekannt, trotzdem hat Alex Oberbacher das geschafft, was nicht viele Südtiroler Sportler von sich behaupten können: Mit einem bemerkenswerten Rekord ist er in der Prime Time des deutschen Fernsehens gelandet.

Der 26-Jährige bezeichnet sich selbst nicht als Extremsportler. „Ich bin ein bisschen ein Angsthase. Wenn etwas ziemlich ausgesetzt ist, habe ich Respekt“, sagt Oberbacher, Südtirols Landesmeister im Skitourengehen. Dabei trifft das Adjektiv „extrem“ die Leistungen des ehemaligen Langläufers, dessen Können sich längst nicht nur auf das Skitourengehen beschränkt, am besten. Ob den Berg hinauflaufend oder die Piste hinabrasend – Oberbacher sucht den Nervenkitzel auf eine Art, die ihresgleichen sucht. Kein Wunder, dass der Sender ServusTV auf den Mann aus St. Ulrich aufmerksam wurde.

Marmolada-Rekord gebrochen
„Eigentlich war in der Sendung Bergwelten eine Reportage über die Marmolada und die Venetier Dolomiten geplant“, verrät Oberbacher, der der Nationalmannschaft im Skitourengehen und im Running angehört. Als er aber den Produzenten von seinem Vorhaben erzählte, hätten diese kurzum die Pläne über den Haufen geworfen und entschieden, den Grödner bei seinem Rekordversuch zu begleiten. Von der Pfarrkirche in Canazei führte Oberbachers Weg bis hin zum höchsten Punkt der Marmolada, der Punta Penia auf 3.343 Meter Meereshöhe, um anschließend erneut zum Ausgangspunkt zurückzukehren, laufend wohlgemerkt. Den 13 Jahre alten Rekord hielten Filippo Beccari und Luca Miori, die die 3.916 Höhenmeter in 2:51.39 Stunden bewältigt hatten.

Nach langer Planung und einem Testversuch war es im vergangenen September schließlich soweit. Begleitet von einem Kameramann und einer Drohne startete Oberbacher bei nicht optimalen Bedingungen seinen Versuch. „Ich glaubte daran, den Rekord brechen zu können, weil ich wusste, dass ich im Aufstieg Beccari und Miori überlegen war. Allerdings fürchtete ich im Abstieg wegen der teils vereisten Unterlage an Zeit zu verlieren“, sagt Oberbacher. So kam es auch, aber schlussendlich rettete er einen Vorsprung von über zwei Minuten ins Ziel. Der neue Bestwert steht nun bei 2:49.36 Stunden.

Alex Oberbacher in seinem Element.


Oberbacher, dem Bronzemedaillengewinner der diesjährigen Italienmeisterschaft im Skibergsteigen, hat im Sommer noch mehr Zeit, um sich neuen Rekorden zu widmen, wurden doch (fast) alle Rennen abgesagt. „Projekte auf den Plattkofel, den Antelao oder den Monte Pelmo reizen mich. Konkret habe ich aber noch nichts geplant“, sagt der Mann, der im Hinblick auf die Winterspiele 2026 in Cortina hofft, dass das Skibergsteigen in das olympische Programm aufgenommen wird. Es würde seiner Sportart viel Sichtbarkeit verleihen und darüber hinaus neue Türen öffnen. Soweit will er aber noch nicht denken. „Ich bin froh, dass ich nach der langen Zeit zu Hause wieder das tun kann, was ich liebe.“


Autor: leo

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