4 Extremsport

Luca Papi (l.) und Peter Kienzl (r.) beim Zieleinlauf Die Finisher beim Transká Ultra-Trail

Transká Ultra-Trail: Südtiroler rocken den Dschungel

Der Haflinger Peter Kienzl passierte beim Transkarukera Trail auf Guadeloupe nach 136 Kilometern und 7470 Höhenmeter gemeinsam mit Luca Papi als Sieger die Ziellinie. Die Sarnerin Annemarie Gross beendete den Extremlauf als einzige Frau auf dem vierten Platz. Peter Kienzl erzählt uns sein Abenteuer durch den Dschungel auf der Karibikinsel.

Dieser außergewöhnliche Ultra-Trail startete am vergangenen Freitagabend in der Hauptstadt von Guadaloupe, Basse-Terre. Das Ziel auf der Karibikinsel war die 60.000-Einwohner-Stadt Les Abymes. Nur 17 Athleten wagten sich auf Guadeloupe an die Langstrecke von 136 km - und nur 5 von ihnen beendeten die Tortur, unter ihnen die einzige Dame, die Sarnerin Annemarie Gross (Gesamtvierte in 34:38.35). Peter Kienzl und Luca Papi beendeten das Rennen in29:57.22 Stunden, Martin Berger wurdeFünfter in38:15.37.


Hier rekronstruiert Kienzl für SportNews nochmal die bewegendsten Augenblicke bei diesem schier unglaublichen Wettkampf:

„Obwohl das Rennen erst am Abend um 20 Uhr gestartet ist und die Sonne schon lange untergegangen war, machte mir die Hitze von Anfang an zu schaffen. Ich verlor Platz um Platz und wollte das Rennen eigentlich schon nach 17 km und 1200 hm bei der ersten Verpflegungsstelle aufgeben. Glücklicherweise konnte ich den inneren Schweinehund doch noch einmal überwinden und bin weiter gelaufen. Nach einem schwierigen und langen Anstieg durch eine schmale Rinne, die komplett verwachsen war und wo mir auch noch Wasser entgegen kam, brach plötzlich ein heftiges Gewitter aus. Das Gute daran war, dass es etwas Abkühlung gebracht hat und ich mich dadurch ein wenig erholen konnte. Beim darauffolgenden Abstieg versuchte ich etwas Tempo zu machen, aber auf dem rutschigen Gelände musste ich mich besonders achtsam fortbewegen. Bis hin zur zweiten Verpflegungsstelle konnte ich dann einige Plätze wiedergut machen. Ich musste mich immer wieder entweder unter die Äste im Matsch zwängen oder irgendwie darüber bzw. zwischendurch laufen. Bevor ich zur dritten Verpflegungsstelle kam, konnte ich die zwei Führenden einholen und kurz danach war ich Erster. Ich war immer wieder froh einen Fluss zu durchqueren, um die Füße wieder sauber zu bekommen. Als es wieder Tag wurde, kam wieder die Hitze. 30 km vor dem Ziel überholte mich Luca Papi und ich entschied, nicht mit ihm mitzulaufen, da das Ziel zu diesem Zeitpunktnoch weit entfernt war. Bei der nächsten Verpflegungsstelle holte ich dann Papi doch wieder ein und wir gingen von da an gemeinsam weiter. Wir befanden uns plötzlich inmitten einer Zuckerrohr-Plantage, wo wir kaum was sehen konnten. Mit dem Kanu erreichten wir schließlich die andere Insel, wo wir nach den letzten 5 km endlich am Ziel angelangt waren.“


Autor: sportnews