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Carlo Ancelotti mit den Brasilien-Stars. © APA/afp / MAURO PIMENTEL

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Carlo Ancelotti mit den Brasilien-Stars. © APA/afp / MAURO PIMENTEL

Brasiliens Sehnsucht nach der „Hexa“

24 Jahre sind vergangen, seit Brasilien zum fünften und bisher letzten Mal den WM-Pokal in die Höhe gestemmt hat.

Die Mission „Hexa“ verfolgt den Rekord-Weltmeister auch beim Turnier in Nordamerika. Carlo Ancelotti soll für die stolze Fußballnation die Durststrecke nach dem sechsten Stern beenden. Der ehemalige Real-Erfolgscoach ist angetreten, aus den brillanten Individualisten wie Madrid-Stürmer Vinicius Junior eine widerstandsfähige Einheit zu formen.


Seit einem Jahr ist Ancelotti als brasilianischer Nationalcoach im Amt. „Was ich beobachte, ist, dass es eine Menge Druck gibt. Ich denke auch, dass sich die Spieler selbst viel Druck machen, manchmal zu viel“, sagte der Italiener vor der WM. Die USA sollen Glück bringen. Bei der WM 1994 in den Vereinigten Staaten beendete Brasilien eine 24-jährige Wartezeit mit dem damals vierten Titelgewinn. Als Mitfavorit gelten die während der Endrunde im hochmodernen Red-Bull-Trainingszentrum in New Jersey einquartierten Kanariengelben alleine aufgrund ihrer Historie auch heuer.

Ancelotti: Nicht nur Talent wichtig

Ancelotti gab in den vergangenen Monaten den Entwicklungshelfer. Seine Vorgänger Fernando Diniz und Dorival Junior enttäuschten. Nur als Fünfter der Südamerika-Qualifikation gelang der Sprung zur WM – beschämend für die heimischen Fans. Brasilien sei ein wenig langsamer gewesen, das Spiel auf Intensität, Organisation und Balance der Mannschaftsteile auszurichten, betonte Ancelotti. Es gelte, eine moderne Variante des „Jogo bonito“ – des schönen Spiels – zu finden. Die Zeiten, als Brasilien sich auf seine offensiven Waffen verlassen konnte, sind vorbei. „Talent ist wichtig, aber es braucht auch Organisation.“

Immer für einen Scherz zu haben: Carlo Ancelotti (rechts). © APA/afp / MAURO PIMENTEL

Immer für einen Scherz zu haben: Carlo Ancelotti (rechts). © APA/afp / MAURO PIMENTEL


Mindestens ebenso wichtig wie der Angriff um Vinicius Junior, Barcelonas Raphinha und Manchester Uniteds Matheus Cunha ist die Defensivabteilung. Im Zentrum hat Brasilien mit Paris Saint-Germains Kapitän Marquinhos, Arsenals Gabriel Magalhaes und Manchesters Casemiro Erfahrung und Klasse vorzuweisen, im Tor steht Liverpools Alisson. An den Flügelpositionen ist der Rekordchampion jedoch nicht hochkarätig besetzt.

„Ney“ könnte mit Pele gleichziehen

Für eine Überraschung sorgte Ancelotti mit der Nominierung von Neymar. Der ehemalige Superstar gehört nach mehreren Verletzungen und dem Abgang aus der Wüste, der ihn vor eineinhalb Jahren zurück in die Heimat zum FC Santos führte, erstmals seit 2023 wieder zum Aufgebot Brasiliens. Die viel diskutierte Nominierung rief Begeisterung hervor.

Die Fitness von Neymar bleibt ein Dauerthema. © APA/afp / NELSON ALMEIDA

Die Fitness von Neymar bleibt ein Dauerthema. © APA/afp / NELSON ALMEIDA


Der 34-Jährige erhielt von Vinicius auch die Nummer 10 zurück. Neymar wird bei einem Einsatz mit der Legende Pele gleichziehen: Beide hätten dann bei vier Weltmeisterschaften das ikonische Trikot der „Seleção“ getragen.

Von seiner Glanzzeit ist „Ney“ jedoch weit entfernt – und wieder einmal verletzt. Eine Wadenblessur verhindert wohl einen Einsatz des Rekordtorschützen (79 Tore) im Auftaktspiel gegen Marokko am Sonntag (00.00 Uhr MESZ), das für Brasilien durchaus knifflig werden könnte. Weitere Gegner sind Haiti und Schottland. Ancelotti gab sich zuversichtlich. Sein Team müsse wie Rios Karneval funktionieren. „Mit Freude, Energie, Organisation, Hingabe und der richtigen Einstellung.“ Eines sei nämlich klar: „Brasilien hat etwas Besonderes. Das wird immer so sein.“

Schlagwörter: WM 2026 Fussball Brasilien

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