
Vinicius Jr. traf für Brasilien, konnte seinem Trainer Carlo Ancelotti aber keinen Sieg schenken. © APA/afp / MAURO PIMENTEL
Brasiliens Stotterstart: Ein Vinícius Júnior reicht nicht
Vinícius Júnior grinste für ein paar Fotos, als ihm der einstige Nationalheld Ronaldo die Trophäe für den besten Spieler der Partie überreichte. Viel mehr gab es für die Brasilianer nach ihrem schwerfälligen WM-Auftakt gegen Marokko aber nicht zu lachen.
14. Juni 2026
Von: sn/dpa
Das 1:1 gegen den hoch gehandelten Afrikameister war zwar kein herber Rückschlag, aber zumindest ein Dämpfer für die Seleção. Zu den Titelfavoriten gehören die Brasilianer erst mal nicht. Auch, wenn es nicht zu ihrem Selbstverständnis passt.
„Wir müssen besser werden“, räumte Vinícius Júnior offen ein. Der Offensivstar von Real Madrid hatte den Rekordweltmeister mit seinem Traumtor in East Rutherford vor einer Niederlage bewahrt und Marokkos ebenso sehenswerte Führung durch Ismael Saibari egalisiert.
Das ist die gute Nachricht für die Brasilianer: Von ihrem größten Hoffnungsträger – insbesondere, weil der angeschlagene Altstar Neymar derzeit nur zuschauen kann – ist der erste Druck schon mal abgefallen. „Er hat gut gespielt, war sehr gefährlich“, lobte Trainer Carlo Ancelotti den 25-Jährigen. Er habe alles, um eine gute Weltmeisterschaft zu spielen. Vom Rest des Teams, das dürfte auch Ancelotti so sehen, muss aber mehr kommen.
Gegen Außenseiter Haiti klar favorisiert
Immerhin: Die Brasilianer zeigten sich in der zweiten Halbzeit klar verbessert. Und eine WM wird auch nicht im ersten Spiel entschieden, wie Coach Ancelotti betonte. Zudem dürfte Marokko der kniffligste Gegner in der Gruppe C gewesen sein. Gegen den krassen Außenseiter Haiti sollte es am Freitagabend (Ortszeit) in Philadelphia mehr Räume für Brasiliens Edeltechniker geben.Brahim Diaz & Co. machten Brasilien das Leben richtig schwer. © ANSA / OLGA FEDOROVA
Und dann auch wieder mehr zu lachen für Ronaldo? Der frühere Stürmerstar fieberte beim Auftakt vor den Toren New Yorks genauso auf der Tribüne mit wie seine ehemaligen Teamkollegen Kaká und Roberto Carlos. Gemeinsam hatten sie 2002 den bislang letzten von fünf WM-Titeln der Brasilianer gewonnen. Beim Start des XXL-Turniers in den USA, Kanada und Mexiko mussten sie nun erkennen: Vom damaligen Glanz ist die Seleção aktuell weit entfernt.Profil bearbeiten
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