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Julian Nagelsmann muss seinen Posten wohl räumen. © APA / ROBERT CIANFLONE

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Julian Nagelsmann muss seinen Posten wohl räumen. © APA / ROBERT CIANFLONE

Das Aus von Julian Nagelsmann steht bevor

Der Deutsche Fußball-Bund DFB schweigt noch. Doch die Anzeichen verdichten sich, dass die Zeit von Julian Nagelsmann bei der Nationalmannschaft vorbei ist.

Schon vor dem Gipfeltreffen mit der Sportlichen Leitung um Rudi Völler und Nagelsmann in Frankfurt hatte DFB-Präsident Bernd Neuendorf nach dpa-Informationen gleich nach seiner Rückkehr aus den USA einen ausgewählten Kreis um hauptamtliche Führungskräfte und Spitzenfunktionäre des Verbandes in einer E-Mail über das weitere Vorgehen informiert.


Darin bekräftigte der Verbandschef demnach wie schon am Tag nach dem WM-Aus noch in Winston-Salem auch in diesem Kreis, „nicht zur Tagesordnung“ übergehen zu wollen. Nur einen Tag später veröffentlichte die Bild-Zeitung dann die Fotos von Nagelsmann und Völler vom DFB-Campus. Einem Bericht der Frankfurter Rundschau zufolge soll die Ablösung von Nagelsmann ausgemachte Sache und bis zum Wochenende durch sein. Der Verband äußerte sich bislang nicht.



Gibt es das große Aufräumen?

Was sich anbahnt: Nicht nur Nagelsmann wird gehen müssen. Auch die Zukunft von Völler als Sportdirektor und Geschäftsführer Andreas Rettig ist keinesfalls sicher. Die Enttäuschung über die dritte WM-Blamage in Serie ist – auch an der DFB-Basis – so massiv, dass jetzt das ganz große Aufräumen folgen könnte.

Steht ebenfalls unter Druck: Rudi Völler © APA / ALEXANDER HASSENSTEIN

Steht ebenfalls unter Druck: Rudi Völler © APA / ALEXANDER HASSENSTEIN


Völler und Rettig standen Nagelsmann im Vorlauf der WM und während des Turniers eng an der Seite. Jetzt kommen alle Dinge, die das Trio verantwortete, auf den Prüfstand. Personalentscheidungen von der Rückholaktion von Manuel Neuer bis zur Positionierung von Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger sind eine Sache. Falsche Strategie-Entscheidungen wie die ständigen Familienbesuche im Hotel The Graylyn Estate in Winston-Salem werden hinterfragt.

Laut Bild hat Nagelsmann eine Bedenkzeit bekommen, selbst den Rücktritt einzureichen. Den hatte der 38-Jährige unmittelbar nach dem schmerzhaften Aus im Elfmeterschießen in der WM-Zwischenrunde gegen Paraguay abgelehnt. „Ich laufe nicht weg!“, war sein Kernsatz. Offiziell wird über Details nicht gesprochen. Aber selbstverständlich geht es bei einer Vertragslaufzeit bis zur EM 2028 um sehr viel Geld. Eine Millionensumme steht im Raum.

Ex-Größen fällen Urteil

Das öffentliche Urteil über Nagelsmann ist längst gesprochen. Eine Armada an Ex-Nationalspielern fiel über den Chefcoach und den bedauernswerten Zustand der von ihm verantworteten Nationalmannschaft mit Fallbeil-Urteilen her. Auch Völler klang in den ersten Analysen skeptisch, wie es nun weitergehen soll.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf steht vor schweren Entscheidungen. © APA / JUSTIN SETTERFIELD

DFB-Präsident Bernd Neuendorf steht vor schweren Entscheidungen. © APA / JUSTIN SETTERFIELD


„Ich bin überzeugt, dass er wahrscheinlich der Richtige ist, um weiterzumachen.“ Wahrscheinlich. Also nicht ganz sicher. Wahrscheinlich ist nun, dass auch die Zeit des ewigen Rudi beim DFB vorbei ist. Es wäre ein bitteres Ende nach bewegten Jahrzehnten als Nationalspieler, Teamchef und Sportdirektor.

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