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Folarin Balogun darf trotz einer Roten Karte spielen. © APA / JAMIE SQUIRE

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Folarin Balogun darf trotz einer Roten Karte spielen. © APA / JAMIE SQUIRE

Ein Anruf von Trump? Die Fußball-Welt ist empört

Dieser in der jüngeren WM-Geschichte beispiellose Vorgang ist jetzt schon ein Politikum – und hat das Zeug, für Konsequenzen weit über den Fall Folarin Balogun hinaus zu sorgen.

Hat US-Präsident Donald Trump wirklich bei FIFA-Chef Gianni Infantino angerufen, um sich für eine Aussetzung der Rot-Sperre von Balogun für das WM-Achtelfinale gegen Belgien in Seattle einzusetzen?


Dies berichteten am Sonntag übereinstimmend The Athletic, die New York Times und die Nachrichtenagentur AP. Demzufolge bestätigten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen den ungewöhnlichen Ablauf. Weder die FIFA noch das Weiße Haus haben die Information bislang kommentiert. „Wenn das wirklich Trump und Infantino ausgemacht haben, das ist verrückt“, kommentierte der designierte deutsche Bundestrainer Jürgen Klopp bei MagentaTV.

US-Präsident Donald Trump. © APA/afp / BRENDAN SMIALOWSKI

US-Präsident Donald Trump. © APA/afp / BRENDAN SMIALOWSKI


Wenige Stunden zuvor hatte der Weltverband mitgeteilt, dass Balogun trotz seiner Roten Karte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina am Dienstag (2.00 Uhr MESZ) im Lumen Field spielen darf.

Trump begrüßt Entscheidung persönlich

Trump zögerte nicht und meldete sich umgehend über Truth Social, als die FIFA Balogun für spielberechtigt erklärte. „Vielen Dank an die FIFA, dass ihr das gemacht habt, was richtig ist und eine große Ungerechtigkeit wiedergutgemacht habt.“ Dahinter schrieb er: „Präsident DONALD J. TRUMP.“ Der 80-Jährige war bislang bei keinem WM-Spiel vor Ort, wird aber spätestens zum Endspiel am 19. Juli in East Rutherford bei New York im Stadion erwartet.

Die verhängnisvolle Szene. © APA / MICHAEL STEELE

Die verhängnisvolle Szene. © APA / MICHAEL STEELE


Der Vorgang an sich erinnert an die WM 1962, als der Brasilianer Garrincha im Halbfinale Rot sah – und im Endspiel wenige Tage später trotzdem spielen durfte. Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich sagte dazu: „Das Interessante ist in der Tat, dass wir keine Begründung haben. Es wird irgendwann eine nachgeliefert und am Ende wissen wir nicht, worum es geht.“

Platzverweis wurde nach Videobeweis ausgesprochen

In diesem Fall ist die Entscheidung der FIFA besonders bemerkenswert: Zwar wurde die Rote Karte gegen Balogun kontrovers diskutiert, da sein Tritt gegen Tarik Muharemovic in einem Zweikampf zwar hart, aber offensichtlich unabsichtlich war. Doch während der Partie in Santa Clara wurde sie offensichtlich für richtig befunden, schließlich wurde sie erst nach Überprüfung durch den Video Assistant Referee (VAR) verteilt.

Folarin Balogun darf nun doch spielen. © APA / JAMIE SQUIRE

Folarin Balogun darf nun doch spielen. © APA / JAMIE SQUIRE


Balogun hatte beim 2:0 erst das Führungstor erzielt (45. Minute) und später die Rote Karte (64.) gesehen. Geht es nach US-Trainer Mauricio Pochettino, war bereits der Platzverweis Anfang dieser Woche ein klarer Fehler von Referee Raphael Claus aus Brasilien.

Artikel 27 griff auch bei Ronaldo – nur anders

Als Begründung verwies die FIFA auf Artikel 27 des Disziplinarreglements, wonach die Durchführung einer Disziplinarmaßnahme ganz oder teilweise ausgesetzt werden kann. Baloguns Sperre werde für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt. Sollte sich der Angreifer in dieser Zeit „einen weiteren Verstoß gleicher Art und Schwere“ erlauben, werde die Sanktion vollstreckt.

Auch bei Cristiano Ronaldo kam der Artikel 27 zur Anwendung, allerdings anders. © APA / MATTIA OZBOT

Auch bei Cristiano Ronaldo kam der Artikel 27 zur Anwendung, allerdings anders. © APA / MATTIA OZBOT


Es ist nicht das erste Mal, dass die FIFA von Artikel 27 Gebrauch macht. Erst im Vorjahr sah Portugals Superstar Cristiano Ronaldo im vorletzten Quali-Spiel gegen Irland eine Rote Karte für einen Ellbogenschlag. Der Weltverband sperrte Ronaldo für eine Partie und setzte die weiteren beiden Partien zur Bewährung aus, sodass der Kapitän ab dem WM-Auftakt in den USA zur Verfügung stand.

Der Unterschied ist: Bei Ronaldo wurde die Sperre über den Regelpassus nur verkürzt, bei Balogun nun de facto aufgehoben. Sollte sich der Stürmer bei dieser WM kein weiteres Vergehen leisten, steht schon jetzt fest, dass eine Strafe bei einem weiteren Vergehen zu einem Zeitpunkt folgen würde, der nicht annähernd so bedeutend für die USA ist wie das anstehende Achtelfinale. Balogun (AS Monaco) ist mit drei Toren der erfolgreichste Angreifer der USA.

Schlagwörter: Fussball WM 2026 Donald Trump

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