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Cristiano Ronaldos WM-Karriere bleibt ungekrönt. © APA / KEVIN C. COX

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Cristiano Ronaldos WM-Karriere bleibt ungekrönt. © APA / KEVIN C. COX

Erst Tränen, dann Trotz: Ronaldo wird zur tragischen Figur

Seine Tränen über den bitteren und endgültigen WM-Abschied ohne Karriere-Krönung waren kaum getrocknet, da schaltete Cristiano Ronaldo schon wieder in einen befremdlichen Verteidigungsmodus.

Der 41 Jahre alte Superstar sprach über sich in dritter Person, sorgte mit einem fragwürdigen Vergleich für Irritationen – und wollte beim Thema Karriereende im Nationalteam partout noch keine Fakten schaffen.


Das Kapitel Weltmeisterschaften könne er aber mit „gutem Gewissen“ abschließen, sagte Ronaldo nach seinem letzten WM-Spiel bei der 0:1-Niederlage im Achtelfinale gegen Spanien: „Ich habe mein Bestes gegeben, drei Titel mit Portugal gewonnen – vor Cristiano Ronaldo waren es null Titel.“

Nach dem Spiel flossen bei Ronaldo Tränen. © APA/afp / RONALDO SCHEMIDT

Nach dem Spiel flossen bei Ronaldo Tränen. © APA/afp / RONALDO SCHEMIDT


EM-Triumph 2016, als er im Finale früh verletzt raus musste, zwei Siege in der Nations League – aber wiegt der fehlende WM-Titel in seiner Sammlung nicht viel schwerer? Nicht für Ronaldo. Der Triumph bei der EM vor zehn Jahren habe für ihn „die gleiche Bedeutung“ wie der bei einer Weltmeisterschaft.

War's das im Nationaltrikot?

Beobachter bekamen den Eindruck, dass sich Ronaldo seine eher enttäuschende WM-Bilanz mit Platz vier als Höhepunkt beim Turnier 2006 in Deutschland schönzureden versuchte. Dafür sprach auch, dass er unmittelbar nach dem Abpfiff seines 27. und letzten WM-Spiels in Tränen ausbrach. Tief ergriffen schaute er sich im riesigen Dallas Stadion um, saugte ein allerletztes Mal die WM-Atmosphäre auf – und verschwand dann mit hängendem Kopf in die Katakomben.

Cristiano Ronaldo hat immer noch viele Fans. © APA/afp / THOMAS COEX

Cristiano Ronaldo hat immer noch viele Fans. © APA/afp / THOMAS COEX


„So ist das Leben eines Fußballers“, sagte der mehrfache Weltfußballer, der vom 23 Jahre jüngeren Spanier Lamine Yamal getröstet wurde: „Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man, und man muss weitermachen.“ Ob das auch für ihn im Nationaltrikot nach 233 Länderspielen und 146 Toren gilt, wollte der in Saudi-Arabien aktive Ronaldo noch nicht beantworten. Er wolle „einen kühlen Kopf bewahren, ruhig bleiben und dann die beste Entscheidung treffen“ – nach Rücksprache mit „den Menschen, die mich lieben“.

„Ego, das das Team in Geiselhaft nimmt“

Vielleicht sollte er aber auch mit Menschen sprechen, die ihn kritischer sehen. Deren Rat wäre zweifelsohne: Lass es sein. „Die Show ist vorbei“, schrieb The Athletic. Ronaldo habe bei der WM auf dem Rasen das dargestellt, „was er auch ist: ein 41-Jähriger, der versucht, die Zeit zurückzudrehen.“ Trotz seines Doppelpacks gegen Usbekistan und seines Elfmetertores gegen Kroatien hat sich „CR7“ mit dem Start bei seiner sechsten WM wohl keinen Gefallen getan.

Schwedens Fußball-Ikone Zlatan Ibrahimovic hatte schon vor dem Achtelfinale ein vernichtendes Urteil über Ronaldo gefällt. „Es ist sein Ego, das das Team in Geiselhaft nimmt“, sagte er als Experte bei Fox Sports: „Mittlerweile trägt ihn seine Ausstrahlung mehr als seine Beine.“ Dass er in Portugals höchst talentiertem Kader dennoch in der Startelf gesetzt war, sei ein „von Nostalgie getriebener Wahnsinn“.

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