
Didier Deschamps musste die Überlegenheit von Spanien anerkennen. © APA/afp / PAUL ELLIS
„Es tut weh, zu sehen, wie die Reise endet“
Nichts wurde es mit dem dritten Finale in Serie bei Weltmeisterschaften für Frankreich. Die Mannschaft des scheidenden Erfolgscoaches Didier Deschamps fand im Halbfinale am Dienstag in Dallas kein Rezept gegen Europameister Spanien und verlor folgerichtig 0:2.
15. Juli 2026
Von: apa/sn
„Wir waren nicht auf dem Niveau, ins Endspiel zu kommen“, erklärte Superstar Kylian Mbappe die Bruchlandung der französischen Offensiv-Zauberer. „Die Enttäuschung ist riesig“, meinte Deschamps.
Der 57-jährige Trainer der Equipe Tricolore wirkte nach dem Abpfiff kurz versteinert, ehe er die Dinge dann doch einordnete und Bilanz zog. „Ich bin sehr stolz auf alles, was wir mit der Nationalmannschaft erreicht haben“, sagte Deschamps, dessen Amtszeit nach diesem Turnier endet. Seit 2012 betreut der „General“ das französische Team. Doch nach dem gewonnenen Endspiel 2018 und dem verlorenen vor vier Jahren gibt es unter seiner Leitung kein weiteres Finale für Frankreich.
Pure Enttäuschung: Nach dem Schlusspfiff wirkte Deschamps wie versteinert. © APA/afp / RONALDO SCHEMIDT
„Ich habe viele schöne Momente erlebt“, meinte Deschamps. Diesmal sei „nicht so ein Moment“ gewesen. Was einerseits an den defensiv starken Spaniern lag – und andererseits an den offensiv überraschend harmlosen Franzosen. „Diese spanische Mannschaft ist offensichtlich sehr stark, und das hat sie unter Beweis gestellt. Wir lagen etwas unter unserem gewohnten Niveau und haben mehr technische Fehler gemacht als in den vorherigen Spielen. Auch körperlich hat uns ein Stück gefehlt“, analysierte Deschamps.
„Sein Team hätte in absoluter Bestform sein müssen, um zu gewinnen. „Das waren wir nicht.“ 16 Tore hatten Les Bleus in den vorangegangenen sechs Partien bei dieser WM erzielt. Die Fußball-Welt staunte, weil Mbappe, Dembele, Olise und Co. manchmal schon wenige Traumkombinationen reichten, um die gegnerische Defensive zu zerlegen und so für magische Momente zu sorgen. Alles endete an der spanischen Mauer. „Es tut weh, zu sehen, wie die Reise endet“, sagte Deschamps.
Seitenhieb gegen Schiedsrichter
Seine Unzufriedenheit richtete sich auch auf den Unparteiischen. „Glauben Sie, dass der Schiedsrichter gut genug war, um ein Halbfinale zu leiten?“, fragte Deschamps nach der Partie. Manche Entscheidungen seien „fragwürdig“ gewesen. Jene, die zum Elfmeter und dem 1:0 der Spanier durch Mikel Oyarzabal in der 22. Minute geführt hatte, gehört jedenfalls nicht dazu. Auch sonst pfiff Referee Ivan Barton aus El Salvador die Franzosen nicht aus dem Turnier. Bei Spaniens 2:0 durch Pedro Porro (58.) hatten sie sich von einem einfachen Doppelpass komplett aushebeln lassen.Schiedsrichter Ivan Barton und Frankreichs Superstar Kylian Mbappe. © ANSA / ALBERT PENA
Statt Finale geht es am Samstag (23.00 Uhr) in Miami nun um Platz drei. Les Bleus werden versuchen, ihrem scheidenden Coach einen würdigen Abschied zu bereiten. Sie wollen Deschamps in dessen 27. WM-Spiel als Trainer den 21. Sieg bescheren. „Weil er das verdient“, sagte Mbappe. „Und die Fans es verdienen.“Profil bearbeiten
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