
Julian Alvarez (Nummer 9) führte Argentinien ins WM-Halbfinale. © APA / CARL RECINE
Gegen die Schweiz: Argentinien zittert sich erneut weiter
Lionel Messis grandiose Tor-Serie ist beendet – aber der Titel-Traum lebt: Argentinien hat auch ohne einen weiteren Geniestreich seines Superstars das Halbfinale der Fußball-WM erreicht.
12. Juli 2026
Von: dpa/dl
Der Titelverteidiger setzte sich im Viertelfinale gegen die Schweiz mit 3:1 nach Verlängerung durch, obwohl Kapitän Messi nach neun WM-Spielen in Serie mit mindestens einem eigenen Treffer erstmals wieder ohne Tor blieb.
Für die Entscheidung sorgten Julián Álvarez mit einem Traumtor (112. Minute) und Lautaro Martínez nach einem Konter (120.+1). Der 39-jährige Messi hatte im Football-Tempel der Kansas City Chiefs das 1:0 durch Alexis Mac Allister (10.) per Eckball vorbereitet. Dan Ndoye erzielte vor 69.045 Zuschauern den zwischenzeitlichen Ausgleich (67.).
Der Schweizer Breel Embolo sah wegen einer Schwalbe Gelb-Rot. © ANSA / PETER KLAUNZER
In der 72. Minute sah Breel Embolo nach einer Schwalbe und einem VAR-Einsatz die Gelb-Rote Karte. Die Verwarnung für Argentiniens Leandro Paredes wurde zurückgenommen und der Schweizer vom Platz gestellt. Der frühere Schalker und Gladbacher vergoss Tränen, musste von den Kollegen getröstet werden.
Argentinien nun gegen England
In der Runde der besten Vier wartet auf die Argentinier am Mittwoch in Atlanta England als Gegner. Die Three Lions hatten zuvor Norwegen mit 2:1 nach Verlängerung besiegt. Für die Schweiz war schon das erstmalige Erreichen des Viertelfinals seit der Heim-WM 1954 ein großer Erfolg.Lionel Messi bereitete das 1:0 per Ecke vor. © APA / LUKE HALES
Nach zwei Zitter-Siegen in den ersten beiden K.-o.-Runden gegen die Außenseiter Kap Verde und Ägypten hatte Argentinien wieder viel Mühe. Messi kam zum 15. Mal in einem K.-o.-Spiel bei Weltmeisterschaften zum Einsatz und überflügelte den deutschen Ex-Weltmeister und Ex-WM-Rekordtorjäger Miroslav Klose auch in dieser Statistik.
Im 100. Spiel dieser XXL-WM erwischten die Schweizer eigentlich einen guten Start. Nachdem sie aber zwei, drei gute Angriffe ungenutzt gelassen hatten, schlug der Weltmeister eiskalt zu: Nach einem Eckball von Messi köpfte Mac Allister den Ball unhaltbar für den Schweizer Torwart Gregor Kobel ins Netz. Die vielen argentinischen Fans auf den Tribünen feierten den Treffer frenetisch.
Erstmals kein Messi-Tor
Die Schweizer hatten am frühen Rückstand sichtlich zu knabbern. Von der anfänglichen Energie war lange kaum noch etwas zu sehen. Erst ein Fehler der Argentinier ermöglichte Embolo eine Chance, als er alleine aufs Tor zulief, Keeper Emiliano Martínez ihn aber vor dem Schuss stoppte (32.).Julian Alvarez sorgte mit einem Schlenzer für die Entscheidung. © APA / LARS BARON
Nach dem Seitenwechsel wurden die Schweizer stärker – und belohnten sich. Ndoye traf nach feinem Zusammenspiel mit Ricardo Rodriguez per Flachschuss zum 1:1. Mit Embolos Platzverweis nahm die Partie aber die nächste Wendung.
Die Argentinier drückten in der Nachspielzeit. Messi schoss knapp am Tor vorbei, Kobel parierte stark gegen Lisandro Martinez. In der Verlängerung streifte ein Schuss von Thiago Almada noch leicht den Außenpfosten (95.). Dann erzielte Álvarez mit einem herrlichen Schlenzer das 2:1, Martínez beseitigte in der Nachspielzeit die letzten Zweifel.
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