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Folarin Balogun stellte sich der Presse. © APA / CARL RECINE

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Folarin Balogun stellte sich der Presse. © APA / CARL RECINE

Nach WM-Skandal: Folarin Balogun zeigt Größe

Folarin Balogun zögerte keine Sekunde und blieb in der Interviewzone von Seattle vor dem riesigen Pulk an Reportern stehen.

Der amerikanische Stürmer, dessen einkassierte Sperre nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Boss Gianni Infantino zu einem WM-Skandal wurde, hatte nach der demoralisierenden 1:4-Pleite gegen Belgien tatsächlich die Größe, sich den Fragen der versammelten Weltpresse zu stellen.


„Wir haben die Entscheidung akzeptiert, als ich die Rote Karte gesehen habe, und wir haben die Entscheidung akzeptiert, als uns gesagt wurde, dass ich spielen kann“, stellte der 25 Jahre alte Fußballprofi klar. Balogun spielte beim WM-Aus im Achtelfinale sportlich schwach – und wurde an einem einzigartigen Fußball-Tag im Lumen Field trotzdem zu einem der Gewinner.

Infantino sah im Stadion zu

Nach Abpfiff unterhielt sich Balogun mit Belgiens Trainer Rudi Garcia über die Ausnahmesituation, die es in den 30 Stunden vor Anpfiff für beide Seiten zu bewältigen gab. „Er kam zu mir, das hat mir gefallen. Er ist nicht schuld. Er hat nichts falsch gemacht. Ich schätze ihn“, sagte Garcia über die Unterredung auf dem Rasen.

Balogun (links) suchte mit Belgien-Coach Rudi Garcia das Gespräch. © APA / DAVID RAMOS

Balogun (links) suchte mit Belgien-Coach Rudi Garcia das Gespräch. © APA / DAVID RAMOS


Der Furor der Belgier richtete sich stattdessen ausschließlich gegen die FIFA-Funktionäre um Präsident Infantino, der zwar im Stadion live dabei war, aber diesmal nicht auf den großen Videoleinwänden eingeblendet wurde.

Trump hat längst wieder andere Themen

Die USA sind bei der WM draußen, die von Trump zusätzlich befeuerte Pathos-Party hat ein jähes Ende gefunden. Doch der Skandal bleibt. Balogun hatte beim 2:0-Erfolg des US-Teams gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen. Doch nachdem Trump bei Infantino angerufen hatte, annullierte die FIFA kurzerhand die Sperre, ohne dafür eine echte inhaltliche Begründung zu nennen.

Romelu Lukaku machte das 4:1 für Belgien. © APA / DAVID RAMOS

Romelu Lukaku machte das 4:1 für Belgien. © APA / DAVID RAMOS


„Ich habe um eine Überprüfung gebeten, weil ich der Meinung bin, dass es kein Foul war“, sagte Trump auf einer Pressekonferenz im Oval Office. Während Trump in der deutschen Nacht zum Dienstag längst wieder mit anderen Themen wie der Rapperin Nicki Minaj („heiß“ und „eine gute Freundin“) sowie dem anstehenden NATO-Gipfel in Ankara beschäftigt war, ebbte die Welle der Empörung im Fußball so gar nicht ab.

Schweini und Klopp toben

„Es darf nicht dazu kommen, dass Staaten eingreifen. Das geht nicht“, sagte Ex-Weltmeister Bastian Schweinsteiger während der Live-Übertragung in der ARD. Auch der designierte Bundestrainer Jürgen Klopp hatte das Vorgehen in aller Schärfe kritisiert. „Wenn das wirklich Trump und Infantino miteinander ausgemacht haben, das ist verrückt. Das stellt alles infrage“, hatte Klopp bei MagentaTV gesagt.

US-Goalie Matt Freese (in gelb) machte einen groben Schnitzer. © APA / DAVID RAMOS

US-Goalie Matt Freese (in gelb) machte einen groben Schnitzer. © APA / DAVID RAMOS


Weiter erklärte Klopp: „Diese beiden Menschen, die beide keine Ahnung von Fußball haben, sollten gar nichts damit zu tun haben.“ Gerade für den schwer in der Kritik stehenden Präsident Infantino dürfte das Thema längst nicht beendet sein. Schon vor dem Anpfiff war die Welle der Empörung so groß wie selten zuvor. Auch die UEFA verurteilte den Vorgang scharf und sagte, eine „rote Linie“ sei überschritten worden.

Die Leidtragenden waren am Ende vor allem die US-Profis um Balogun, die völlig verunsichert wirkten. Sinnbildlich dafür stand vor allem der krasse Aussetzer von Torhüter Matt Freese vor dem 1:3 von Hans Vanaken, das die Partie letztlich entschied. Das wichtigste Fußball-Spiel der USA seit dem WM-Viertelfinale 2002 endete in einer sportlichen Demütigung.

Schlagwörter: Fussball WM 2026

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