
Katar hat sich seinen ersten WM-Punkt der Geschichte gesichert. © ANSA / BENJAMIN FANJOY
Stich ins Schweizer Herz: Katar schreibt WM-Geschichte
Schock in der Nachspielzeit: Die Schweiz ist mit einem späten Tiefschlag und einer großen Enttäuschung in die Fußball-Weltmeisterschaft gestartet.
13. Juni 2026
Von: dpa
Die mit zahlreichen aktuellen oder ehemaligen Bundesligaprofis besetzte Mannschaft von Trainer Murat Yakin kam gegen den krassen Außenseiter Katar zum Auftakt nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus.
Im San-Francisco-Bay-Area-Stadion brachte Breel Embolo die Schweiz zunächst in Führung (17. Minute/Foulelfmeter). Boualem Khoukhi (90.+5) glich für Katar jedoch noch aus. Für das vom Spanier Julen Lopetegui gecoachte Team war es bei der zweiten WM-Teilnahme der erste Punkt.
Irritation rund um Strafstoß
Fast wurden die Schweizer früh geschockt. Edmilson Junior tauchte frei vor Torwart Gregor Kobel auf, scheiterte jedoch am Keeper von Borussia Dortmund. Der Favorit war nun wach. Die Schweiz baute Druck auf. Der sehr agile Dan Ndoye machte mächtig Alarm, konnte seine Chancen jedoch nicht nutzen. Embolo blieb vom Elfmeterpunkt dagegen ganz cool. Katars Torwart Mahmud Abunada hatte Remo Freuler im Strafraum gefoult und der frühere Gladbacher verwandelte souverän.Die Schweiz ging durch einen Elfmeter in Führung. © ANSA / BENJAMIN FANJOY
Dass es überhaupt Elfmeter gab, sorgte allerdings für etwas Verwunderung. Kamerabilder ließen eine Abseitsposition Freulers vor dem Foul erahnen. „Ich hätte mit einer Abseitsposition gerechnet“, sagte der frühere Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer im ZDF. „Ich kann mir nur vorstellen, dass die Kamera eine falsche Perspektive gezeigt hat oder die halbautomatische Abseitslinie ausgefallen ist.“ Auch TV-Experte und 2014er Weltmeister Per Mertesacker zeigte sich irritiert.
Die Schweiz beschwerte sich natürlich nicht, kontrollierte auch in der Folge das Spiel und hatte Chancen für weitere Tore. Der starke Abunada verhinderte jedoch eine schnelle Vorentscheidung. So hatte Katar bei einer seiner wenigen Offensivaktionen kurz vor der Pause die Ausgleichschance. Erneut blieb Kobel gegen Edmilson Junior der Sieger.
Später Ausgleich schockt die Schweiz
Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig. Die Schweizer ließen den Ball laufen, glänzten aber kaum. Phasenweise hatte die Partie etwas von Sommervorbereitung – auch stimmungstechnisch.Nach anfänglicher Euphorie war es auf den Rängen nun sehr still. Am lautesten wurde es in den Trinkpausen, als Musik aus den Boxen schallte und tanzende und winkende Fans von den Leinwänden lachten.
Als die Schweizer in Gedanken wohl schon beim Abpfiff waren, wurden sie spät geschockt. Nach einer hohen Flanke in den Strafraum kam Khoukhi zum Kopfball, der unhaltbar für Kobel im Eck einschlug.
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