
Hydration Breaks lassen die Wogen hochgehen. © APA / KEVIN C. COX
Umfrage | Trinkpausen erzürnen die Fußball-Fans
Der Fußball-Weltverband FIFA hat für die diesjährige Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko neue Regelungen beschlossen. Eine davon bringt die Fußballwelt besonders auf die Palme: die Einführung verpflichtender Trinkpausen.
15. Juni 2026
Von: leo
Um die Netto-Spielzeit zu erhöhen, dürfen Spieler bei Einwürfen den Ball maximal fünf Sekunden in der Hand behalten. Auch der Ablauf von Wechseln ist streng reglementiert, um Zeitschinderei zuvorzukommen. Gleichzeitig hat die FIFA aber sogenannte Hydration Breaks eingeführt – offiziell, um das Wohlbefinden der Spieler zu schützen.
Und so werden die Spiele bei der Fußball-WM nach jeweils 23 Minuten in der ersten und in der zweiten Halbzeit unterbrochen, damit sich die Spieler erfrischen können. Neu ist die Regelung nicht, denn schon vor vier Jahren in Katar wurde so der Hitze entgegengewirkt. In diesem Jahr sind die Temperaturen jedoch weit von diesen Extremen entfernt, zumal viele Partien in klimatisierten Arenen über die Bühne gehen. Dennoch hält die FIFA an den Trinkpausen fest.
Das gibt Fernsehstationen – besonders in den USA – die Chance, während dieser Zeit Werbung zu schalten. Auf manchen Sendern ist bereits – ähnlich wie im Basketball – von vier Vierteln statt zwei Halbzeiten die Rede. Fans, Spieler und Beobachter sehen diese Pausen aus mehreren Gründen kritisch. Das Momentum einer Mannschaft werde dadurch im Keim erstickt. Trainer hätten die Möglichkeit, neue taktische Vorgaben zu diktieren. Und zu guter Letzt kämen die Spieler aus dem Rhythmus.
Klopp kritisiert
Welch großen Einfluss eine Trinkpause auf das Spiel haben kann, zeigte das Spiel zwischen Deutschland und Curaçao. Der Außenseiter erzielte kurz vor der Unterbrechung den 1:1-Ausgleich und startete unmittelbar danach weitere Angriffe. „Die Trinkpause kam genau richtig. Da haben wir etwas noch einmal auf der Tafel gezeigt“, sagte Trainer Julian Nagelsmann. Kai Havertz meinte, die Umstellungen hätten „direkt gewirkt“. Auch Nathaniel Brown sprach von der Wichtigkeit der Trinkpause im 20 Grad warmen Stadion.Jürgen Klopp äußerte sich kritisch. © APA / ALEXANDER HASSENSTEIN
„Der Fußball wird von Managern in klimatisierten Büros als Geisel gehalten“, sagte Jürgen Klopp etwa bei MagentaTV. „Die Trinkpausen werden als edles Schwert gegen die Hitze präsentiert, sind aber nichts anderes als ein goldener Käfig für Sponsoren. Als ich die Spieler während dieser Pause einfach dastehen sah, fragte ich mich, wem das eigentlich dient. Den Spielern? Den Fans? Oder doch den Werbetreibenden? Früher war der Fußball das Hauptereignis, aber jetzt droht er, zur Hintergrundmusik zu werden.“ Niederlandes Kapitän Virgil van Dijk sagte ebenfalls, dass er „kein Fan“ davon sei.
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