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Paraguay kann sein Glück nicht fassen, Deutschland ist raus. © APA / ROBERT CIANFLONE

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Paraguay kann sein Glück nicht fassen, Deutschland ist raus. © APA / ROBERT CIANFLONE

Unfassbar: Deutschland fliegt gegen Paraguay raus

Das nächste DFB-Debakel ist perfekt: Deutschland ist am Montag im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft gegen Paraguay rausgeflogen. Damit liegt der deutsche Fußball einmal mehr am Boden.

Die Elfmeter-Lotterie endete im nächsten WM-Debakel. Fußball-Deutschland liegt nach den Fehlschüssen von Jonathan Tah, Nick Woltemade und Kai Havertz wieder gedemütigt am Boden – und Julian Nagelsmann ist als Bundestrainer gescheitert. Nach einem lange viel zu ideenlosen und dann glücklosen Auftritt hat sich die Nationalmannschaft den Defensivexperten aus Paraguay im Nervenkrimi geschlagen geben müssen.


Das erste WM-K.o.-Spiel seit den goldenen Tagen von Rio 2014 bleibt vorerst das letzte. Wie 2018 und 2022 fliegt die DFB-Elf nach dem 3:4 im Elfmeterschießen als Verlierer nach Hause, wenn die besten 16 Mannschaften der Welt um den Titel spielen.

Deutschland schlittert in ein neuerliches Debakel. © APA/afp / ODD ANDERSEN

Deutschland schlittert in ein neuerliches Debakel. © APA/afp / ODD ANDERSEN


Havertz (54. Minute) hatte mit seinem dritten WM-Treffer die Paraguay-Führung von Julio Enciso (42.) vor 63.945 Zuschauern noch ausgleichen können. Doch der Siegtreffer wollte weder in der regulären Spielzeit noch in der Verlängerung gelingen. Ein Tor von Tah (102.) wurde vom VAR einkassiert. Eine sehr diskutable Entscheidung. Die erste Niederlage im Elfmeterschießen in der deutschen WM-Geschichte war der finale Nackenschlag.

Kimmich bleibt ungekrönt

Zur tragischen Figur wurde neben den Fehlschützen wieder einmal Joshua Kimmich. Der Kapitän ackerte und rannte, aber muss nun auch bei seiner dritten WM lange vor dem Finale in den Urlaub gehen. Von der XXL-WM wird das 7:1 zum Auftakt in schöner Erinnerung bleiben – gegen Curaçao. Keinen anderen Gegner konnte man dominieren. Die bittere Wahrheit: In dieser Verfassung wäre die DFB-Elf gegen wirkliche Titelkandidaten wie Frankreich, Argentinien oder Spanien wohl chancenlos gewesen.

Joshua Kimmich bleibt ungekrönt. © ANSA / GREG COOPER

Joshua Kimmich bleibt ungekrönt. © ANSA / GREG COOPER


Für den viel besungene Party-Zug war in Foxborough Endstation – ausgerechnet dort, wo Nagelsmann im Oktober 2023 seine ersten Trainingseinheiten als Bundestrainer geleitet hatte. 2018 und 2022 blieben Joachim Löw und Hansi Flick nach den WM-Enttäuschungen im Amt – Argumente für die Fortsetzung seiner Arbeit hat er nicht. Der potenzielle Nachfolger Jürgen Klopp war als TV-Experte schon im Stadion und analysierte das Geschehen auf dem Rasen aus messerscharf aus Trainersicht.

Zu brav, zu passiv

„Drecksack-Mentalität“, hatte Nagelsmann vorab im ZDF von seiner Elf gefordert. Doch davon war lange nichts zu sehen. Zu brav, zu passiv startete die DFB-Elf in das wichtigste Spiel seit der Heim-EM. Auch der von vielen Experten und Fans herbeigesehnte erste Startelf-Einsatz von Deniz Undav zeigte keine Wirkung. Der Top-Joker fand nichts ins Spiel.

Paraguay jubelt über den Einzug ins Achtelfinale. © APA / ALEXANDER HASSENSTEIN

Paraguay jubelt über den Einzug ins Achtelfinale. © APA / ALEXANDER HASSENSTEIN


Bei knapp über 30 Grad auf dem Rasen taten sich die Deutschen gegen Paraguays enge Defensivketten vor allem in Hälfte eins extrem schwer. Die fußballerisch limitierten Südamerikaner verdichteten in der Abwehr geschickt die Räume. Das DFB-Team navigierte wie ein schwerer Tanker – und geriet kurz vor der Pause in höchste Not. Enciso wuchtete eine scharf getretene Flanke von Matías Galarza per Kopf ins Tor. Nicht im Bilde: die deutsche Abwehr, die den Torschützen völlig aus den Augen verloren hatte.

Eine umstrittene Schiri-Entscheidung

Auch nach der Pause waren die Paraguayer zunächst gedanklich frischer. Einen zu kurzen Kimmich-Rückpass hätte 1:0-Torschütze Enciso aus spitzem Winkel fast zum 2:0 verwertet, doch Neuer parierte – und das DFB-Team war kurz danach wieder voll im Spiel, als Havertz eine scharfe Wirtz-Flanke per Kopf ins Tor verlängerte.

Hektisch wurde es in der Verlängerung, als Tah einköpfte, Schiedsrichter Jayed den Treffer aber zurücknahm, weil Anton nach Jayeds Meinung Torhüter Gill zu stark bedrängte. „Absolut nicht nachvollziehbar“, kommentierte ZDF-Schiedsrichter-Experte Thorsten Kinhöfer. Das Elfmeterschießen musste her – mit dem besseren Ausgang für Paraguay.

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