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Deniz Undav (ganz links) hat Deutschland gerettet. © APA / ALEXANDER HASSENSTEIN

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Deniz Undav (ganz links) hat Deutschland gerettet. © APA / ALEXANDER HASSENSTEIN

Verrückter Sieg: Deutschland hat einen neuen WM-Helden

Lange Zeit sah es am Samstag danach aus, als würde Deutschland bei seinem zweiten WM-Match in Nordamerika in eine Blamage schlittern. Doch dann trat der Super-Joker auf den Plan.

Topjoker Deniz Undav hat die Fußball-Nationalmannschaft beim ersten echten WM-Härtetest zu einem hart erarbeiteten Sieg geschossen und damit vorzeitig das Ticket für die K.o.-Runde gelöst. Undav traf in der 68. Minute zum wichtigen Ausgleich – und in der späten Nachspielzeit (90.+4) sorgte er mit dem Siegtreffer zum 2:1 (0:1) gegen die Elfenbeinküste auch bei Bundestrainer Julian Nagelsmann für den frenetischen Siegjubel in Toronto.


Der Stuttgart-Profi schreibt sein Fußball-Märchen also weiter: 2020 – also vor sechs Jahren – spielte Undav noch beim SV Meppen in der dritten deutschen Liga, nun ist er der neue Held und Hoffnungsträger einer ganzen Nation. Der 29-Jährige hält nach zwei WM-Spielen (und nur 56 Einsatzminuten) bei drei Toren und zwei Assists. Damit führt er die Scorerliste des größten Fußballturniers der Welt an.

Undav, ein echter Knipser

Dass Undav ein wahrer Knipser ist, bewies er am Samstag eindrucksvoll. Nur wenige Augenblicke nach seiner Einwechslung verwertete er eine Flanke des ebenfalls eingewechselten Nadiem Amiri zum 1:1. Dann wurde der Stuttgarter in der Nachspielzeit von Felix Nmecha mit einem scharfen Flachpass genial bedient – und er blieb vor der Hütte erneut eiskalt. Der deutsche Jubel war daraufhin riesig.

Undav (2. von rechts) war der umjubelte Held. © APA / MEGAN BRIGGS

Undav (2. von rechts) war der umjubelte Held. © APA / MEGAN BRIGGS


Nach den Blamagen 2018 und 2022 erreichte die DFB-Elf erstmals seit dem Sommermärchen 2006 schon nach zwei Gruppenspielen die Alles-oder-Nichts-Phase. Wie bei dem Heimturnier vor 20 Jahren geht es wieder gegen Ecuador zum Abschluss der Gruppenphase nur noch um Platz eins. Der schien nach dem Rückstand schon verloren.

Elfter Sieg in Folge

Frank Kessié hatte WM-Rekordtorwart Manuel Neuer und die DFB-Auswahl vor 43.036 Zuschauern in Toronto mit seinem Tor in der 30. Minute geschockt. Nach großem Kampf und viel Einsatz, aber auch vielen Fehlern gegen die physisch enorm starken Ivorer gelang aber noch der elfte Sieg in Serie.

Frank Kessié brachte die Elfenbeinküste in Führung. © APA / MICHAEL REAVES

Frank Kessié brachte die Elfenbeinküste in Führung. © APA / MICHAEL REAVES


Das ausgerufene Zwischenziel ist auch nach dem Sieg der Emotionen weiterhin nicht ganz sicher. Platz eins und der damit verbundene beste Weg in die Alles-oder-Nichts-Spiele in Boston und Philadelphia kann nun aber schon mit einem Remis gegen Ecuador gesichert werden. Jetzt warten auf Nagelsmann also intensive Tage im WM-Camp in Winston-Salem, bevor am Donnerstag im Endspiel-Stadion von East Rutherford die Gruppenphase perfekt abgeschlossen werden soll.

Als Sorge nimmt der Bundestrainer eine Verletzung von Nico Schlotterbeck am linken Bein mit nach North Carolina. Der Dortmunder musste zur Halbzeit für Antonio Rüdiger ausgewechselt werden. Offenbar war das Knie betroffen. Dafür empfahl sich Deniz Undav mit seinem Doppelpack für den ersten Startelf-Einsatz bei dieser WM.


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