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Simone Profanter holte WM-Bronze

Einzel-WM in Polen: Das Last-Minute-Girl holt Bronze

Sie ist erst nach der Absage von Sandra Lerchner im allerletzten Augenblick auf den WM-Zug aufgesprungen. Bei der Rückfahrt aus Polen am Samstag wird Simone Profanter aber eine WM-Medaille im Gepäck haben. Sie holte Bronze im Sprint. Und sah am Dienstag noch wie der große Pechvogel dieser Weltmeisterschaften aus.

Die schönsten Geschichten schreibt der Sport. Und im Fall von Simone Profanter kommen gleich mehrere Geschichten zusammen, die sich am Ende wie ein Märchen lesen. Ein Märchen, mit einem Happy End. Denn eigentlich war Simone Profanter gar nicht als Starterin für die WM in Leszno in Polen vorgesehen. Vor rund zwei Wochen kam unerwartet die Absage von Juniorenspielerin Sandra Lerchner und die Villnößerin sprang für die Pfalznerin ein.

In Leszno angekommen war Profanter dann der große Pechvogel der Qualifikation im Bewerb Einzel. Mit 558 Kegeln verpasste sie am Dienstag die zweite Runde um ein einziges Holz. Bei 120 Würfen kann man lange suchen, wo man dieses eine Holz verloren hat. Und ist am Ende doch so klug als wie zuvor.

Nur 24 Stunden nach dem unglücklichen WM-Aus im Einzel holte sich Simone Profanter aber Edelmetall in der Disziplin Sprint. So eng liegen Pech und Glück manchmal beieinander. Im Sprint geht es Schlag auf Schlag. In direkten Duellen werden zwei Mal 20 Wurf (10 Volle, 10 Abräumer) gespielt, der Sieger kommt eine Runde weiter. Und Profanter kam weit. Sehr weit. Erst im Halbfinale war gegen Ioana Vaidahazan aus Rumänien Endstation. Doch diese Niederlage war für Simone Profanter zu verkraften. Bronze hatte sie zu diesem Zeitpunkt nämlich schon sicher. Und damit machte sie sich eine Woche vor ihrem 26. Geburtstag selbst das schönste Geschenk. Gold ging an die Tschechin Hana Wiedermannova, Silber holte Vaidahazan. Ebenfalls Bronze ging an die zweite Halbfinalistin, die Deutsche Corinna Kastner. Bei den Männern gewann der Ungar Norbert Kiss.

Für die anderen Teilnehmer aus Südtirol waren die kurzen Wettbewerbe (neben dem Sprint wurde auch Tandem-Mixed gespielt) bereits nach einer, spätestens nach zwei Runden zu Ende. Dafür werden am Donnertag mit Wolfi Blaas (Neumarkt) und Marion Thaler (Fugger Sterzing) noch zwei Spieler im Einzel Classic im Einsatz sein. Hier wird wie bei einem Meisterschaftsspiel im direkten Duell (4x30 Wurf kombiniert) gegeneinander gespielt.

Allerdings haben beide Athleten eine Mammut-Aufgabe vor sich. Blaas trifft auf Vilmos Zavarko. Der Serbe ist der beste Kegler der Welt der vergangenen Jahre. Und das hat er auch in der ersten Runde angedeutet. Da traf er 727 Kegel und überbot als einziger die 700er-Marke. Andere Sphären einfach, wenn man bedenkt, dass Blaas mit 608 Hölzern eine ansprechende Leistung bot. Marion Thaler bekommt es hingegen mit der Kroatin Ines Hasic zu tun. Die hatte in der Quali 617 „Keile“ getroffen, Thaler qualifizierte sich mit 559 Kegeln für Runde zwei.

Autor: sportnews