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Gabriel Dolle belastet seinen alten Weggefährten schwer. © APA/afp / THOMAS SAMSON

Korruption und Doping? „Sollten Skandal vermeiden“

Lamine Diack, ehemaliger Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes, kann im Prozess vor dem Strafgerichtshof in Paris offenbar nicht mehr auf die Loyalität alter Weggefährten setzen. Der frühere Anti-Doping-Chef des Weltverbandes, Gabriel Dolle, belastete seinen Ex-Boss schwer.

Der Franzose Dolle, 78 Jahre alt und selbst angeklagt, erklärte am Montag zum Prozessauftakt, dass Diack ihn aufgefordert habe, die Anti-Doping-Regeln des Verbandes bewusst zu ignorieren, „um einen Skandal“ zu vermeiden. Dieser hätte mögliche Sponsoren abgeschreckt. Dolle selbst soll in den Jahren 2013 und 2014 rund 190.000 Euro an Bestechungsgeldern erhalten haben.

Doping: Erneut ist Russland im Fokus
Dolle erklärte, dass es ihm um einen Kompromiss gegangen sei zwischen dem „höheren Interesse“ des Weltverbandes und dem Dopingverdacht gegen russische Athleten. Ende 2011 und Anfang 2012 hatte der Weltverband IAAF eine Liste von 23 russischen Athleten erstellt, deren Dopingtests Anlass zur Sorge gaben. Dolle sagte, Diack habe ihn gebeten, die kritische finanzielle Situation der IAAF zu berücksichtigen.

Als Richterin Marie-Rose Hunault darauf hinwies, dass einige Athleten, deren Namen auf der Liste standen, bei den Olympischen Spielen in London 2012 teilnahmen und dort sogar Medaillen gewannen, meinte Dolle: „Ich war ein Opfer meiner Verpflichtung zu Diack.“
Korruption: Bis zu 600.000 Euro für WM-Start
Diack, der zwischen 1999 und 2015 für den Weltverband verantwortlich war, wird in dem Prozess am Mittwoch aussagen. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, in dieser Zeit Bestechungsgelder erpresst zu haben, um positive Dopingtests zu vertuschen. 23 russische Athleten sollen jeweils zwischen 100.000 und 600.000 Euro gezahlt haben, um bei den Olympischen Spielen 2012 in London und den Weltmeisterschaften 2013 in Moskau starten zu können.

Autor: sid/cst

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