p Leichtathletik

Alex Schwazer hatte am Mittwochabend beim Sanremo-Festival seinen großen Auftritt. © Screenshot

Schwazer im TV: „Meine Tochter wird mich bei Olympia sehen“

Der Fall Alex Schwazer bewegt die Sportwelt – aber nicht nur. Am Mittwochabend hatte der Geher aus Kalch beim Sanremo-Festival einen kurzen Auftritt – und ließ dabei mit einer klaren Aussage aufhorchen.

Das Sanremo-Festival ist der bedeutendste Musikwettbewerb Italiens und deshalb auch der TV-Schlager schlechthin im Stiefelstaat. Verfolgt wird die Sendung auf Rai 1 von einem Millionenpublikum. Die Tatsache, dass mit Alex Schwazer ein Sportler während dieser Show auftreten durfte, zeigt, wie sehr dieser Fall bewegt.


Lange musste sich Alex Schwazer gedulden, bis er auf die Bühne durfte. Sein Auftritt, den er schließlich um 23.15 Uhr hatte, dauerte dann nur fünf Minuten – doch diese fünf Minuten hatten es in sich. Und zeigten: Der Kampfgeist ist beim Kalcher auch nach den zermürbenden letzten Jahren ungebrochen.

„Ich habe vor Gericht gewonnen, aber ich bin ein Sportler: Ich will im Wettkampf gewinnen.“
Alex Schwazer
Ende Februar und nur wenige Tage nachdem das Landesgericht Bozen Schwazer für unschuldig befunden hatte, sagte der Wipptaler noch im Interview mit s+: „Ich glaube nicht, dass die Sperre aufgehoben wird.“ Beim Sanremo-Festival war die Tonart nun eine andere. „Ich habe vor Gericht gewonnen, aber ich bin ein Sportler: Ich will im Wettkampf gewinnen. Und dorthin werde ich zurückkehren“, sagte Schwazer unter tosendem Beifall der wenigen Anwesenden.
Nächste Station Sportgericht
Der Olympiasieger von 2008 wird demnächst vor das internationale Sportgericht in Lausanne gehen, um dort seine 8-jährige Sperre (bis 2024) anzufechten. „Ich will vor das Sportgericht, damit anhand der neuen Faktenlage noch einmal über mich geurteilt wird. Ich habe schon eine Olympia-Ausgabe verloren, ich habe einige Rennen verloren. Und jetzt will ich nicht noch weitere verlieren“, gibt sich der 36-Jährige kämpferisch.
„Die Familie hat mir das nötige Gleichgewicht gegeben.“
Alex Schwazer
In diesen schwierigen viereinhalb Jahren war die Familie für Schwazer der Rettungsanker. „Meine Frau war sehr wichtig für mich in dieser Zeit. Zusammen haben wir eine Familie gegründet, wir haben ein Mädchen, das in der nächsten Woche den vierten Geburtstag feiert und einen Jungen, der fünf Monate alt ist. Die Familie hat mir in dieser Situation das nötige Gleichgewicht gegeben.“

Zum Schluss fragte der Moderator, ob denn Schwazers Tochter ihren Papa im Sommer bei den Olympischen Spielen sehen wird. Die entschlossene Antwort von Alex Schwazer: „Ja, meine Kleine wird mich wieder bei Wettkämpfen sehen. Zuerst in der Qualifikation und dann bei den Olympischen Spielen.“ Wenn das mal keine klaren Worte sind.

Autor: det

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2021 Sportnews - IT00853870210