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Bruno Cappello, Präsident des Südtiroler Leichtathletikverbands

Wieder kein WM-Starter: Steckt Südtirols Leichtathletik in einer Krise?

Zwischen dem 4. und 13. August geht in London die Leichtathletik-Weltmeisterschaft über die Bühne. Bei den 47 Entscheidungen wird kein einziger Südtiroler mitwirken. SportNews hat den Präsidenten des Südtiroler Leichtathletikverbands, Bruno Cappello, nach dem Grund gefragt.


Herr Cappello, im August wird in London die Leichtathletik-Weltmeisterschaft über die Bühne gehen. Die letzte WM-Teilnahme eines Südtirolers gab es 2011 in Südkorea. Nun steht seit drei Ausgaben kein heimischer Leichtathlet im Aufgebot der „Azzurri“. Woran liegt das?

Wir erleben in der lokalen Leichtathletikszene gerade einen Generationswechsel. Nachdem sich Spitzenathleten wie Christian Obrist oder Monika Niederstätter vom Leistungssport zurückgezogen haben, müssen wir uns wieder ein wenig Zeit lassen. Eine Weltmeisterschaft ist nun mal etwas Großes und um daran teilnehmen zu können, muss man vorher eine bestimmte sportliche Reife erlangen. Ein Leichtathlet erreicht seine Spitzenleistungen erst mit ungefähr 24 Jahren. Um international konkurrenzfähige Sportler zu haben braucht es deshalb viel Zeit und sehr viel Arbeit. Die Qualifikationsnormen einer WM sind zudem sehr selektiv. Der beste Beweis dafür ist der Meraner Diskuswerfer Hannes Kirchler, der trotz seiner 13 Italienmeistertitel die Norm für die heurige WM in Londonnicht erreichte.


Wie steht Südtirol im Vergleich zu den anderen Regionen in Italien?

Wir arbeiten auf gleicher Ebene wie die anderen Regionen. Der große Unterschied liegt darin, dass wir schlicht undeinfach eine kleine Provinz sind. Wir können uns in diesem Sinne beispielsweise nicht mit der Lombardei vergleichen, die sich ihre Athleten aus einem größeren „Topf“ angeln kann. Unser Leichtathletik-Nachwuchs steht im nationalen Vergleich sehr gut da. Obwohl wir klein sind, weisen wir eine relativ hohe Leistungsdichte auf.


Was können wir uns von der Südtiroler Leichtathletik in den nächsten Jahren erwarten?

Wir werden bald die Früchte ernten und ich bin auf jeden Fall zuversichtlich. In nicht allzu ferner Zukunft werden wirwieder mit Spitzenathleten rechnen können. Unser Hauptaugenmerk lag in den vergangenen Jahren auf der Jugendförderung, die in der Leichtathletik besonders komplex ist. Unsere Sportart vereint viele Disziplinen. Damit wir uns in allen Disziplinen bestmöglich und gleichmäßig entwickelnkönnen, lassen wir auch ständig neue Trainer ausbilden. Auch die Trainerausbildung braucht seine Zeit. Ein ausgebildeter Trainer ist die Voraussetzung, um Spitzenathleten zu formen.


Fragen: Alex Facchini

Autor: sportnews

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