5 Formel 1

Lewis Hamilton war nach dem Großen Preis der Türkei ziemlich angefressen. © APA/afp / UMIT BEKTAS

Angsthasen bei Mercedes? Hamilton über Strategie erbost

Eine umstrittene Mercedes-Strategie in Istanbul verärgert Lewis Hamilton. Kann ihn das den Titel kosten? Max Verstappen verlässt die Türkei wieder als WM-Spitzenreiter. Red Bull gerät aber ins Grübeln. Entscheiden im WM-Endspurt nur die Nerven?

„Ich bin jemand, der Risiken eingeht. Deshalb wollte ich es auch riskieren“, betonte Hamilton, der sich am Sonntag in der Schlussphase des Rennens auf Platz drei liegend der Anweisung des Kommandostands fügte und im Regen zum einzigen Reifenwechsel an die Box kam. „Meinem Bauchgefühl nach hätte ich draußen bleiben sollen“, klagte er. „Ich bin deshalb frustriert, nicht meinem Instinkt gefolgt zu sein.“


Abbauende Gummis und die Sorge vor einem Ausfall hatten die Strategen zum Handeln gezwungen. Hamilton wollte jedoch durchfahren, Platz fünf am Ende warf ihn sechs Punkte hinter den neuen WM-Spitzenreiter Verstappen zurück. „Lewis Hamilton hat die WM-Führung verloren, nachdem sein Mercedes-Team sich wie Angsthasen benommen und ihn zu einem sinnlosen Boxenstopp gerufen hat“, kritisierte die Daily Mail in England.

„Mit dem Risiko einen Reifenplatzer zu haben, hast du auch nichts gewonnen.“ Mercedes-Teamchef Toto Wolff

Mercedes-Teamchef Toto Wolff kontert: „Mit dem Risiko einen Reifenplatzer zu haben und damit zehn Punkte zu verlieren, hast du am Ende auch nichts gewonnen“, meinte Teamchef Toto Wolff über die Gefahr eines Null-Stopp-Rennens. Ein Ausfall Hamiltons wäre „offensichtlich katastrophal“ gewesen.
Red Bull zittert vor Mercedes-Topspeed
Dafür nimmt der Kommandostand auch einen über Funk schäumenden Star in Kauf. „Wir haben eine dicke Haut und verstehen, dass der Fahrer über die Situation frustriert ist. Im Nachhinein wird er sie aber verstehen“, befand Wolff, der allerdings einen frühen Stopp des siebenmaligen Weltmeisters als wahrscheinlich „richtige Wahl“ bezeichnet hatte.

Max Verstappen konnte Istanbul zufrieden verlassen. © APA/afp / UMIT BEKTAS

Und wie fühlt sich Hamilton im Titelkampf? „Ich spüre keinen Druck, ich bin entspannt“, beteuerte der 36-Jährige. „Ich mag es nur nicht, Punkte zu verlieren.“ Verstappen versichert ebenfalls, auf der Jagd nach seinem ersten Titel keine allzu große Anspannung zu verspüren. Hoffentlich reiche es am Ende für die Weltmeisterschaft. Falls nicht: „Schlafe ich nicht weniger.“

Red Bull ist nach den jüngsten Auftritten der Silberpfeile aber gewarnt. „Was uns Sorgen macht, ist dieser unglaubliche Topspeed von Mercedes auf den Geraden, das ist seit Silverstone so und scheint mehr zu werden“, mahnte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko. „Ich weiß nicht, ob unsere Leute ein Gegenmittel haben.“

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