5 Formel 1

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto (links) steht in der Kritik. Rechts: Charles Leclerc. © ANSA / SHAWN THEW

Bei Ferrari steht alles auf dem Prüfstand

Nach dem Grand Prix von Ungarn liegen bei Ferrari die Nerven blank. Die Scuderia geht mit keinem guten Gefühl in die Sommerpause

Charles Leclerc, vor einer Woche noch am Boden zerstört nach seinem Aus in Frankreich nach einem Fahrfehler, kam nach einer Reifenposse der Scuderia nicht über Platz sechs hinaus. „Wir werden natürlich darüber sprechen, wie es dazu kommen konnte, aber das werden wir teamintern tun“, sagte Leclerc. Der Rückstand von nun 80 Punkten auf Verstappen wird ihn auch in der vierwöchigen Sommerpause verfolgen.


Dabei raste Leclerc in Runde 32 nach mehreren erfolglosen Versuchen am bis dahin führenden George Russell vorbei. Es schien gelaufen. Doch dann taktierte Red Bull, holte Verstappen zum zweiten Reifenwechsel rein, Ferrari zog nach, ließ bei Leclerc aber die härteste Mischung aufziehen bei den eher kühlen Temperaturen.

Red Bull mit besserer Strategie
Keine gute Idee, Verstappen zog mit einer Klasse-Attacke vorbei, drehte sich aber kurz danach, lag wieder hinter Leclerc. Problemlos schnappte sich der Niederländer den Monegassen kurze Zeit später erneut. „Wir haben im Rennen nur richtige Entscheidungen getroffen. Wir sind zur rechten Zeit an die Box und haben die richtigen Reifen aufgezogen“, sagte Verstappen.
„Insgesamt hat alles nicht funktioniert wie erwartet. Wir müssen die Gründe verstehen.“ Ferrari-Teamchef Mattia Binotto

Mit einem erneuten Wechsel auf die schnellsten Reifen wollte Ferrari noch mal Schadensbegrenzung betreiben. Das ging auch daneben, während die wiedererstarkten Mercedes noch die Positionen tauschten und Hamilton vor Russell landete, ehe auch noch kurz das Safety Car auf die Strecke musste und der Regen am Ende heftiger wurde. „Insgesamt hat alles nicht funktioniert wie erwartet. Wir müssen die Gründe verstehen“, sagte Ferraris Teamchef Mattia Binotto.
Für Binotto wird es langsam eng
Dafür, dass Ferrari eigentlich das stärkste Auto im Feld hat, kommt erstaunlich wenig Zählbares raus. Charles Leclerc verlor weitere 17 WM-Punkte auf Dominator Verstappen. Das Auto wollte bei kalten Temperaturen in Ungarn überhaupt nicht funktionieren, die Taktik und Reifenwahl passten ebenfalls nicht zu einem Titelkandidaten.

Ferrari erlebte ein Wochenende zum Vergessen. © ANSA / Zsolt Czegledi


Teamchef Mattia Binotto ist nur noch dabei, die Rückschläge zu erklären. In der italienischen Heimat wächst der Druck auf den Boss. „Wir müssen nichts verändern. Wir müssen uns verschiedene Dinge ansehen und daraus lernen“, sagte Binotto nur. Für ihn wird es langsam eng.

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