5 Formel 1

Max Verstappen peilt mit Red Bull den WM-Titel an. © APA (AFP) / MARIO RENZI

Die Formel 1 ist zurück: Hosen runter in der Wüste

Die Formel 1 beendet an diesem Wochenende ihre rennfreie Winterperiode.

Nach dem Flutlicht-Grand-Prix von Bahrain am Sonntag (17.00 Uhr) in Sakhir wird man wissen, welches Team die Pause am besten genutzt hat. Der Vorteil scheint klar bei Red Bull zu liegen, was Max Verstappen im von vielen erhofften Zweikampf mit Titelverteidiger Lewis Hamilton einen frühen Sieg anstreben lässt. Offen ist, in welchem Ausmaß Mercedes bei den Testfahrten getrickst hat.


Für Red Bull spricht das oft besungene Momentum, lag der Wagen doch schon am Ende der Vorsaison sehr gut auf der Straße. Der Umstand, dass es bis jetzt keine gravierenden Neuerungen in der Konstruktion gab, gibt ebenso Hoffnung wie die schnellen Runden sowie die stabilen Longruns bei den drei Testtagen in Bahrain vor zwei Wochen. Zudem bringt der neue Honda-Motor laut Red-Bull-Mastermind Helmut Marko noch einmal eine deutliche Verbesserung unter der Haube.

„Es ist Zeit zu sehen, wer was hat“
Max Verstappen

„Ich mag die Strecke in Bahrain und bin gespannt auf unsere Performance. Es ist Zeit zu sehen, wer was hat“, sagte der hochgradig motivierte Verstappen. Wirklich relevant bei den Testfahrten „waren für mich die zurückgelegten Kilometer und zu sehen, dass unsere Setup-Veränderungen Wirkung gezeigt haben“. Der Niederländer gewann das letzte Rennen der Saison 2020 in Abu Dhabi, jenes davor auf dem kürzeren Außenkurs in Bahrain hatte sich Sergio Perez mit Racing Point geschnappt. Der Mexikaner ist nun Verstappens Teamkollege bei Red Bull.
Wie stark ist Mercedes?
Während Verstappen als klarer Testsieger hervorging, präsentierte sich Platzhirsch Mercedes atypisch unrund. „Der W12 war nicht so stabil und berechenbar und lag nicht so gut wie die Autos einiger unserer Konkurrenten“, sagte Teamchef Toto Wolff. „Red Bull sah sowohl auf längeren als auch auf kürzeren Versuchen stark aus, aber bei Testfahrten gilt natürlich immer, dass man die wahre Performance nicht genau kennt.“ Bei Red Bull betont man, Mercedes sei weiterhin der klare Favorit. Verstappen: „Wie könnten sie das nicht sein, wenn sie sieben Weltmeisterschaften in Folge gewonnen haben?“

Lewis Hamilton gilt auch heuer als Top-Favorit auf den WM-Titel. © APA/afp / MAZEN MAHDI

Die Auftaktrennen der vergangenen beiden Jahre in Australien und Österreich hatte jeweils Hamiltons Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas gewonnen, der Finne strebt nun den Hattrick an. Eigentlich hätte Melbourne in Australien traditionsgemäß den ersten Grand Prix veranstalten sollen, wegen der Covid-19-Pandemie wurde das Rennen allerdings in den November verschoben.
4 Weltmeister im Fahrerfeld
Das bisher letzte Mal, dass Mercedes drei Rennen nicht gewann, war 2019. Damals entpuppte sich Ferrari als lästiger Konkurrent und holte im September durch Charles Leclerc und Sebastian Vettel Siege in Belgien, Italien und Singapur. Der 33-jährige Vettel versucht mittlerweile, sich bei Aston Martin neu zu erfinden. Er ist neben Siebenfach-Champion Hamilton (36), Kimi Räikkönen (41) und Rückkehrer Fernando Alonso (39), der beim zu Alpine mutierten Renault-Werksteam anheuerte, einer von vier Weltmeistern im Feld.

Gibt sein Formel-1-Comeback: Fernando Alonso © APA/afp / MAZEN MAHDI

Ebenfalls zurück in der Formel 1 sind die Initialen MS – diesmal gehören sie aber nicht zu Michael Schumacher, sondern zu dessen Sohn Mick. Der 22-Jährige gibt bei Haas sein mit Spannung erwartetes Formel-1-Debüt. In Bahrain gewann Schumacher senior 2004 die Premiere, 2010 feierte der Deutsche dort sein Comeback. Zudem ist sein Einstieg in die Formel 1 30 Jahre her. „Sicherlich wird es mal einen emotionalen Moment geben“, meinte Mick Schumacher.
Kann Ferrari heuer zurückschlagen?
Und was macht Ferrari? Die Italiener gehen mit dem talentierten Duo Charles Leclerc/Carlos Sainz in die neue Saison. Die hohen Erwartungen, die in Maranello traditionell gehegt werden, wurden schon vor dem ersten Rennen gedämpft.

Carlos Sainz (rechts) ist der neue Teamkollege von Charles Leclerc. © APA/afp / MAZEN MAHDI

Das neue Auto scheint stabiler zu laufen als sein Vorgänger, doch mit Red Bull und Mercedes scheint man (erneut) nicht mithalten zu können. Teamchef Binotto gibt sich freilich zuversichtlich, meinte aber auch lapidar: „Der Rückstand auf die Spitze war aber zu groß, um diesen über einen Winter aufzuholen.

Autor: dl/apa/dpa

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