5 Formel 1

So langsam wird es düster um Sebastian Vettel und Ferrari: Der Bolide kommt überhaupt nicht auf Touren. © APA/afp / FRANCISCO SECO

Ferrari-Absturz: Sogar die Konkurrenz sorgt sich schon

Ferrari droht komplett den Anschluss zu verpassen. Mittlerweile macht sich sogar die Konkurrenz schon Sorgen um die Italiener. Plus: Der GP von Belgien zeigte eindrücklich, dass Lewis Hamilton den Rekord von Michael Schumacher bald knacken wird.

FERRARI: Wer wissen will, welchen Status Ferrari gerade in der Formel 1 hat, muss der Konkurrenz zuhören. Wenn die anderen Teamchefs über diesen gestürzten Riesen sprechen, dann klingt dabei Verschiedenes heraus. Sorge, weil der Rennstall zu wichtig für die Strahlkraft der gesamten Formel 1 ist, um derart unterzugehen. Aber auch Ärger, weil Ferrari den Absturz selbst verschuldet hat - und noch immer nicht dazu steht. Vermutet wird nämlich, dass Maranello in der vergangenen Saison vom Weltverband bei Motor-Schummeleien erwischt wurde. Bestätigt wurde das nie offiziell. Leistungen wie nun in Spa lassen aber kaum einen anderen Schluss zu: Auf einer Strecke, auf der besonders der Antrieb zählt, bildeten die Rennställe mit Ferrari-Motor plötzlich das Ende des Feldes. Auch Mitleid klingt übrigens heraus, wenn andere über Ferrari sprechen - allerdings nur mit den Fahrern. Sebastian Vettel kann wohl wirklich froh sein, dass er das Team im Winter verlässt.


LEWIS HAMILTON: Der Weltmeister ist auf die Zielgerade eingebogen, nur noch zwei Siege fehlen zum Schumacher-Rekord. Und auf den letzten Metern bleibt Hamilton beinahe unbehelligt. Er wünsche sich ja auch mehr Rad-an-Rad-Duelle, sagt er, aber momentan ist das nicht möglich. Sein Mercedes ist einfach zu stark für die Konkurrenz. Und Hamilton selbst ist zu stark für seinen Teamkollegen, Valtteri Bottas kann einem beinahe leidtun.

Lewis Hamilton ist eine Klasse für sich. © APA/afp / LARS BARON

Und daher spricht vieles dafür, dass der Engländer ausgerechnet im Ferrari-Land die letzten Schritte tut: Gewinnt er in den kommenden beiden Wochen auch in Monza und Mugello, dann hat er 91 Siege auf dem Konto. Diese Marke, die Michael Schumacher einst mit der Scuderia aufstellte, schien früher einmal für die Ewigkeit gemacht. Nun wird sie bald fallen.

MAX VERSTAPPEN: Was könnte sich der Niederländer nur für Duelle mit Hamilton leisten, wenn bloß sein Red Bull etwas schneller wäre. In Spa wurde es mal wieder offensichtlich: Mercedes fuhr dem Feld davon, der Einzige, der einigermaßen mithalten konnte, war Verstappen im unterlegenen Auto. Sein Teamkollege Alex Albon ist regelmäßig mehr als eine halbe Sekunde langsamer, das verdeutlicht Verstappens Klasse. Und so verlebte er auch in Spa „ein langweiliges Rennen“ als Best of the Rest, wie er sagte. Spätestens wenn Hamilton (35) keine Lust mehr auf die Formel 1 hat, dürfte Verstappens (22) Ära beginnen.

RENAULT: Die Franzosen ernteten seit ihrem Comeback als Werksteam 2016 schon jede Menge Spott, und sie haben ja auch viel dafür getan. Trotz starker Infrastruktur und viel Geld schaffte Renault es bislang nicht, sich vor dem Mittelfeld als erster Jäger der Großen zu etablieren. In Spa zeigte das Team nun aber, dass das Auto zumindest auf schnellen Strecken höheren Ansprüchen genügt.

Daniel Ricciardo legte in Spa die schnellste Runde hin. © APA/afp / LARS BARON

Die Plätze vier und fünf für Daniel Ricciardo (schnellste Rennrunde) und Esteban Ocon waren das beste Saisonergebnis und passten endlich mal zum Selbstverständnis des Rennstalls. Jetzt geht es nach Monza, auch dort wird mit flachen Flügeln gefahren. Vielleicht wird es der nächste gute Tag für Renault.

Spruch des Tages
„Es wäre schön, wenn wir über Nacht den Stein der Weisen finden würden. Aber der liegt nicht irgendwo rum.“
Sebastian Vettel über Ferraris erfolglose Suche nach der Lösung des Problems

Schlagwörter: motorsport

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