5 Formel 1

Lewis Hamilton steckt in der Krise. © APA/afp / KAMRAN JEBREILI

Hamiltons Rekordtraum wird zur Horror-Show

Er wollte die Revanche für den vermeintlich geraubten WM-Titel im vergangenen Jahr. Er wollte mit dem achten Triumph alleiniger Rekordweltmeister der Formel 1 werden. Stattdessen wird Lewis Hamilton überrundet und verhöhnt von Red Bull, geschlagen vom eigenen neuen Teamkollegen und vor die schwerste Bewährungsprobe seiner Karriere gestellt.

„Ich bin sicher raus aus der WM“, sagte Hamilton nach Platz 13 in Imola, Stimmung und Stimme schwer gedämpft. Ganz sicher? Teamchef Toto Wolff will sich vom Gedanken an die WM jedenfalls nicht verabschieden. „Was ich an dem Sport liebe, ist, dass er nicht immer der Mathematik folgt.“


Wenn einer die Reife, die Stärke und die innere Motivation hat, diese Phase mit der „weiteren Horrorshow“ (The Sun) in Imola zu überwinden, dann sicherlich Hamilton. 37 Jahre alt ist er Anfang Jänner geworden. 2008 feierte er seinen ersten WM-Titel. Seine wahre Entfaltung erlebte er nach dem Wechsel von McLaren zu Mercedes zur Saison 2012. 2014 und 2015 gewann Hamilton erneut die WM, 2016 wurde er in einem giftigen Stallduell geschlagen von Nico Rosberg.

„Vielleicht hätte er aufhören sollen.“ Helmut Marko, Red Bull

Hamilton legte mit den Titeln 2017, 2018, 2019 und 2020 nach. Und er hätte auch 2021 triumphiert, wenn der damalige Rennleiter Michael Masi mit seinen Entscheidungen im Finale von Abu Dhabi Max Verstappen im Red Bull auf der letzten Runde nicht noch eine finale Überholchance ermöglicht hätte. „Vielleicht hätte er letztes Jahr aufhören sollen“, riet nun Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko im Sieger-Hochmut von Imola und grinste in die Kamera.

In Imola erlebte Hamilton ein Debakel: Nur Platz 14. © APA/afp / MIGUEL MEDINA


Das Problem ist: Hamilton ist weder der Krisenauslöser, noch der Krisenlöser. Er müsse ihn da in Schutz nehmen, betonte Teamchef Wolff. Es sei nicht sein Tief, es sei das Leistungstief des Autos. Das Problem ist das starke Hüpfen des Wagens, in dessen Folge das Setup nicht optimal ist und dadurch das Leistungspotenzial des W13 ungenutzt bleibt. „Wenn wir es schaffen, dass Auto einigermaßen gerade auf die Bahn zu stellen, fahren wir vorne mit“, sagte Wolff und bekräftigte Richtung Hamilton: „Der Kerl ist der beste Fahrer in der Welt, er hat einfach nicht die Maschine und die Ausrüstung, das zu zeigen.“

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