5 Formel 1

Schumacher (links) und Mazepin (rechts) sind völlig unterschiedliche Charaktere. In der Mitte: Teamchef Steiner. © LAT / Sam Bloxham

Krach bei Haas: Günther Steiner ist gefordert

Das Formel-1-Team Haas hat heuer noch keinen einzigen WM-Punkt gesammelt. Dies war bereits vor der Saison zu befürchten. Doch es brodelt vor allem hinter den Kulissen. So droht die Rivalität zwischen Mick Schumacher und Nikita Mazepin endgültig zu eskalieren.

Das deutsch-russische Haas-Duo sorgte am Wochenende in Zandvoort hinten im Feld schon wieder für Schlagzeilen. Nachdem es am Samstag erneut zum Zoff zwischen Mick Schumacher und Nikita Mazepin gekommen war, fuhr der Russe dem Deutschen bei einem hochgefährlichen Manöver nahe der Boxenmauer (Mazepin zog zu spät rüber und drängte Schumacher gefährlich ab) den Frontflügel kaputt.


Schumacher musste in die Box und wurde nach nur neun Runden von Verstappen überrundet. Dieser Zweikampf von Mazepin war wieder einmal überhart und hochgefährlich. So war der allgemeine Tenor in der Formel 1.

Mazepins Manöver bringt Schumacher auf die Palme
„Das war aus meiner Sicht nicht korrekt“, sagte Schumacher, der in der Regel in dieser Saison schneller als sein Teamkollege ist, zu dem Zwischenfall in Zandvoort. Öffentliche Anklage gegen Mazepin aber wolle er nicht halten. „Das ist eher sein Ding, in den Medien zu schimpfen“, ätzte der 22-Jährige.

Mick Schumacher kritisierte seinen Teamkollegen. © APA/afp / ANDREJ ISAKOVIC


Intern dürften die Diskussionen bei Haas in den nächsten Tagen noch interessant werden. Mazepin selbst fand seine Aktion gegen seinen Teamkollegen „hart, doch so sollte es auch immer sein. Es gibt keine Probleme, aber ich möchte vorne sein.“
„Ich hatte Angst. Das ist echt nicht ohne, was Masepin da macht.“ Nico Rosberg

Viele Experten zeigten sich schockiert über Mazepins Aktion. „Ich hatte Angst. Das ist echt nicht ohne, was er da macht“, sagte beispielsweise Ex-Weltmeister Nico Rosberg.
Teamchef Steiner um Neutralität bemüht
Der Südtiroler Haas-Teamchef Günther Steiner versuchte dagegen – zumindest öffentlich – neutral zu bleiben: „Das war eine 50:50-Geschichte, denn jeder Fahrer sieht seine eigene Geschichte, ich sehe es ein wenig anders, denn es ist ein Nehmen und Geben.“
„Sie müssen keine Kumpels oder Freunde werden, aber Teamkollegen.“ Günther Steiner

Steiner zeigte sich zwar verärgert, wollte sich aber öffentlich nicht auf eine Seite schlagen: „Wir müssen das langsam irgendwie geregelt kriegen. Bis nächste Saison muss das ausgemerzt sein. Sie müssen keine Kumpels oder Freunde werden, aber Teamkollegen.“

Bei Haas sind die Planungen bereits seit Monaten voll auf das Jahr 2022 ausgerichtet. Steiner glaubt, dass sein Team im kommenden Jahr weiter vorne mitmischen kann. Deshalb versuchte er die derzeitige Situation zwischen den Teamkollegen auch zu erklären: „Es ist schwierig, besonders in diesem Jahr, wenn wir am Ende des Feldes kämpfen. Ihr einziger Kampf ist der mit dem Teamkollegen.“

Nikita Mazepin sorgte in seiner Premierensaison bereits mehrmals für Ärger. © James Gasperotti/James Gasperotti


Das Team, versicherte Steiner, arbeite an einer Lösung. Diese sei jedoch nicht einfach zu finden. „Sie sind beide jung, sie wollen beweisen, dass sie besser sind als der andere. Und das ist eines der Probleme, die man hat, wenn man zwei Rookies holt“, erklärte der 56-Jährige.
Mazepins Vater mischt bei Haas mit
Derzeit spekulieren viele Experten, dass Steiner den 22-jährigen Mazepin deshalb nicht öffentlich in die Schranken weisen will, weil Mazepins Vater Dimitri das Team zu einem großen Teil finanziert. Muss Schumacher deshalb um seinen Platz fürchten? Wohl nicht, denn der 22-jährige Deutsche ist Ferrari-Junior (das Haas-Team setzt auf einen Ferrari-Motor) und die Scuderia hat kein Interesse daran, dass ihr Fahrer ungleich behandelt wird.

Es ist noch nicht verkündet, ob Schumacher und Mazepin nach ihren jüngsten Differenzen auch 2022 die Fahrerpaarung bei Haas bilden. Fakt ist: Die beiden werden in diesem Leben sicherlich keine Freunde mehr. Teamchef Steiner muss zumindest intern jetzt langsam reinen Tisch machen, damit solche Zwischenfälle in Zukunft nicht mehr vorkommen. Denn sie kosten dem Haas-Team nicht nur viel Geld, sondern sind auch nicht für das Image förderlich.

Empfehlungen

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben.

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2021 Sportnews - IT00853870210
//add embeds for inline videos