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Charles Leclerc versteht die Ferrari-Welt nicht mehr. © APA/afp / PHILIP FONG

5 Formel 1

Charles Leclerc versteht die Ferrari-Welt nicht mehr. © APA/afp / PHILIP FONG

Leclerc platzt der Kragen: „Das ist doch ein Witz!“

Charles Leclerc ist normalerweise nicht für seine Gefühlsausbrüche bekannt. Nach dem Qualifying am Samstag platzte aber selbst dem Ferrari-Star mal der Kragen.

Klar: Es geht schlechter als Platz vier. Das Endergebnis im Qualifying beim Grand Prix von Japan ließ Leclerc trotzdem äußerst frustriert zurück. Satte 0,627 Sekunden fehlten dem Monegassen auf Polesetter Kimi Antonelli – und das trotz fantastischer Zeiten im kurvenlastigen ersten Sektor.


„Es gibt Dinge, die ich nicht verstehe. Ich mache alles wie immer, aber nichts funktioniert“, merkte Leclerc anschließend im Interview mit Canal+ mit Bezug auf seinen Boliden an, ehe es aus ihm herausplatzte: „Ich bin in den Kurven schneller, beschleunige früher – und verliere dann alles auf der Geraden… das ist ein Witz!“

Leclerc: „Dann verliere ich alles“

Leclerc, der in den zurückliegenden Jahren für seine einzigartigen Qualitäten im Qualifying stets gefürchtet war und selbst aus einem unterlegengen Ferrari hier und da eine Pole Position kitzelte, hat sein Gespür für die perfekte Runde aber nicht einfach verloren. Der Ursprung für seinen Frust ist schnell gefunden und hängt wenig überraschend mit dem neuen Reglement zusammen.

Charles Leclerc landete im Qualifying auf Platz vier. © APA/afp / PHILIP FONG

Charles Leclerc landete im Qualifying auf Platz vier. © APA/afp / PHILIP FONG


„Leider bringt meine verrückte Quali-Runde nichts mehr. Mit diesen Autos ist es besser, innerhalb des Limits zu bleiben und immer gleich zu fahren“ bemängelte Leclerc. Ungewöhnliche Bremspunkte oder gewagte Manöver gelten mittlerweile eher als Hindernis und verschaffen im Kampf um die entscheidenden Hundertstel offenbar keinen Vorteil mehr. „Eine meiner Stärken war es, im Q3 enorme Risiken einzugehen, um etwas Zeit zu gewinnen. Wenn ich das jetzt mache, bringe ich den Motor durcheinander und verliere alles.“

Neues Reglement stellt alles auf den Kopf

Was er damit meint? Die Software in der Power Unit entscheidet, wann die heutzutage elementar wichtige Batterie geladen wird und wo die elektrische Leistung eingesetzt wird. Ähnlich wie in der Formel E zieht sie aus den vorangegangenen Runden ein Schema und „lernt“ dazu – was die Kreativität der Fahrer mächtig einschränkt.

Im Fall von Leclerc drückt sich das so aus: Geht der Ferrari-Star nach einer aggressiv gefahrenen Kurve früher aufs Gas als zuvor, steigt der Energieverbrauch und die Software passt ihre Parameter an – und die restliche Runde leidet darunter. Konstanz ist damit nicht nur mehr im Rennen von großer Bedeutung, sondern auch im Qualifying. Fahrer wie Leclerc leiden sichtlich darunter.

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